Die zweite Waldbesetzung im Langener Bannwald wurde am 3. September 2026 geräumt. Aktivisten wollen ihren Protest gegen den Kiesabbau trotzdem fortsetzen.
Der Protest im Langener Bannwald geht in die nächste Runde – und endet erneut mit einer Räumung. Wie wir bereits in einem früheren Beitrag berichtet haben, wurde schon im Herbst 2025 eine erste Waldbesetzung von einem großen Polizeiaufgebot aufgelöst. Das damals betroffene Waldstück wurde mittlerweile vollständig gerodet. Doch die Aktivist*innen der Gruppe „Banny Bleibt“ ließen sich davon nicht aufhalten – vor drei Monaten besetzten sie ein neues Waldstück, das in den kommenden Jahren ebenfalls von der Rodung bedroht ist. Am 3. September 2026 wurde nun auch dieses zweite Camp geräumt.
Im Mittelpunkt des Protests steht der Widerstand gegen weiteren Kiesabbau im Langener Bannwald. Ein Unternehmen ist seit 2013 dazu berechtigt, Sand und Kies auf dem Gelände abzubauen – mit der Folge, dass große Waldflächen weichen müssen. Für die Besetzer*innen ist das ein ökologischer Skandal: Der Wald hat laut den Aktivist*innen eine wichtige Bedeutung für das Stadtklima, verbessert den Wasser- und Lufthaushalt und dient als wertvolle CO2-Senke – gerade in Zeiten von Klimakrise und zunehmenden Extremwetterereignissen.
Aktivistin Lea bringt es auf den Punkt: „Während schon heute Menschen massiv unter den Folgen der Klimakatastrophe leiden, sollen hier große Waldflächen verschwinden, um weiteren Kies abzubauen. Für uns ist das nicht hinnehmbar.“ Aktivistin Mara ergänzt: „Wir sind hier, um den Wald, unsere Zukunft und unsere Utopien mit unseren Körpern zu verteidigen. Wir werden nicht freiwillig gehen.“
Die Waldbesetzung verstand sich nicht nur als politischer Widerstand, sondern auch als gelebtes Experiment. Die Aktivist*innen erprobten dort alternative, solidarische Formen des Miteinanders: Entscheidungen wurden gemeinsam und ohne starre Hierarchien getroffen, Verantwortung wurde geteilt, ein selbstbestimmtes Leben im Kollektiv ausprobiert. Für viele Beteiligte war der Banny damit mehr als ein Camp – er war ein Gegenentwurf zum Alltag.
Bei der Räumung am 3. September 2026 holte die Polizei sechs Aktivist*innen aus den Bäumen – der Einsatz verlief friedlich. Baumhäuser wurden zerstört, das Camp aufgelöst. Doch die Entschlossenheit der Gruppe ist ungebrochen. „Die Polizei kann uns von den Bäumen holen und unsere Baumhäuser zerstören, aber unsere Träume können sie nicht räumen und unseren Widerstand nicht beenden“, sagt Aktivistin Lea.
Ob eine dritte Besetzung folgt, bleibt abzuwarten. Klar ist: Das Thema Langener Bannwald ist noch lange nicht vom Tisch. Wir bleiben für euch dran – bleibt also gespannt und hört rein!






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