Knapp 80 Familien erkundeten beim Familienwandertag am Hoherodskopf sechs Erlebnisstationen rund um Wildtiere, Moor und Klimaschutz im Vogelsberg.
Was für ein Sonntag im hohen Vogelsberg! Das Forstamt Schotten hat zum Familiensonntag in die spätsommerliche Natur eingeladen – und knapp 80 große und kleine Naturbegeisterte sind dem Ruf gefolgt. Auf einem knapp drei Kilometer langen Rundkurs entlang des bekannten Höhenrundweges erwarteten die Teilnehmer sechs Erlebnisstationen mit spannenden Mitmachaktionen. Wer eine Stempelkarte vollbekam, durfte sich am Ende sogar über ein kleines Präsent freuen. Na, wenn das kein Anreiz ist!
Besonders spannend: Die Vertreter des Vogelsberger Luchsvereins, Berndt Ott, Hans-Jürgen Rupp und Uwe Prihoda, ließen die Besucher Wildtierspuren mit Stempeln selbst ausprobieren. Versteckt im Unterholz warteten Attrappen eines Luchses – und hinter einem Baum sogar ein ausgestopftes Jungtier. Denn normalerweise bekommt man diese scheuen Einzelgänger in freier Wildbahn kaum zu Gesicht.
Auch das Schalenwild kam nicht zu kurz: Der Grebenhainer Revierleiter Joost Bollenberg brachte Bilder und Exponate von Reh- und Rotwild sowie Wildschweinen mit. Anhand einer von Rehen geschädigten Fläche erklärte er außerdem, warum eine geregelte Bejagung für den Wald so wichtig ist. Wer Augen hatte zu sehen, entdeckte dabei Aufsteller mit einer ganzen Wildschweinfamilie und einem Reh mit Kitz.
Erste Anlaufstation war eine Schutzhütte nahe der Niddaquelle. Hier drehte sich alles ums Ökosystem: Warum brauchen wir Insekten? Was können wir tun, um ihre Lebensgrundlagen zu schützen? Die Antworten gab es direkt von den Experten. Und damit der Spaß nicht zu kurz kommt, durften alle kleine Kugeln aus Lehm- und Blumenerde formen und Samenkörner hineinstecken – aus denen in der Natur bald neues Grün wachsen kann.
Am Landgrafenborn machten die Naturparkführerinnen Ursula Herbst und Karin Bochenek das Thema Wasser zum Star. Als Botschafterinnen der Schutzgemeinschaft Vogelsberg wiesen sie auf den Raubbau am Grundwasser hin und riefen zu einem bewussten Umgang mit diesem kostbaren Gut auf – gerade in einem Sommer, in dem das Thema aktueller ist denn je.
Am östlichen Rand des Hochmoores empfingen Blaumeise, Rotkehlchen und Grünspecht die Wanderer mit ihrem Gesang. Dort gab es Wissenswertes rund um verschiedene Vogelarten und ihren Schutz – etwa dass sogenannte Habitatbäume nicht gefällt werden dürfen, weil sie vielen Waldtieren als Zuhause dienen. Spechthöhlen zum Beispiel werden nach dem Auszug der Jungen gerne von Fledermäusen, Baummardern oder Hornissen übernommen.
Die letzte Station des Rundkurses war dem Moor gewidmet – und die hat es in sich! Moore wie die „Breungeshainer Heide“ sind wahre Klimaschützer: Sie speichern nicht nur Wasser wie ein Schwamm, sondern binden auch große Mengen Kohlendioxid. Nachdem das Moor in früheren Jahrhunderten durch Entwässerungsgräben trockengelegt worden war, wurde es in jüngster Vergangenheit aufwendig renaturiert. Rund 50 jeweils zwei Meter lange Spundwände wurden als Dämme in die Gräben eingebracht, um das Wasser wieder anzustauen – ganz so, wie es dem natürlichen Wasserhaushalt des Moores entspricht.
Der Familienwandertag am Hoherodskopf hat gezeigt: Natur erleben, verstehen und schützen – das kann richtig Spaß machen! Der Höhenrundweg mit seinen kaum vorhandenen Höhenunterschieden ist übrigens auch für Familien mit Kleinkindern bestens geeignet. Also, Frankfurt und Umgebung: Raus in die Natur, es lohnt sich – der Sound der Weltstadt klingt im Vogelsberg manchmal wie Vogelgesang!






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