Unicredit will die Commerzbank übernehmen – Boris Rhein hat Unicredit-Chef Orcel getroffen und klare Forderungen für Frankfurt gestellt.
Die Lage rund um die Commerzbank spitzt sich zu – und Frankfurt steht mittendrin! Eine Übernahme durch die italienische Großbank Unicredit rückt immer näher. Unicredit hat sich bereits Zugriff auf fast 50 Prozent der Commerzbank-Anteile gesichert. Klar, dass das die Gemüter in unserer Stadt bewegt. Schließlich geht es um Tausende Jobs und die Zukunft des Finanzplatzes Frankfurt. Jetzt kommt endlich auch auf politischer Ebene Bewegung in die Sache.
Hessens Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) hat persönlich das Gespräch mit Unicredit-Chef Andrea Orcel gesucht – und ihm dabei klare Forderungen mit auf den Weg gegeben. Ein Sprecher der Unicredit bestätigte das Treffen und bezeichnete die Gespräche als „konstruktiv“. Der Austausch mit Ministerpräsident Rhein werde sehr geschätzt, hieß es.
Was Rhein konkret fordert, ist eindeutig: Der rechtliche Sitz und der Vorstand der Commerzbank sollen in Frankfurt bleiben. Die Bank soll weiterhin als Aktiengesellschaft deutschen Rechts bestehen. Wichtige Funktionen für das Bankgeschäft müssen in Frankfurt verankert bleiben – und das Firmenkundengeschäft darf nicht an die Hypovereinsbank (HVB) übertragen werden. Rhein hat außerdem betont, wie wichtig die Commerzbank und ihre Jobs für den Finanzstandort Frankfurt sind. Klare Ansage, die sitzt!
Das Treffen zwischen Rhein und Orcel fand noch vor einem weiteren wichtigen Termin statt: Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) hat Orcel für den 14. September zu einem Gespräch nach Berlin eingeladen. Der Bund hält selbst gut zwölf Prozent an der Commerzbank – eine Folge der staatlichen Rettung des Instituts in der Finanzkrise. Das gibt Berlin ein gewichtiges Wort in diesem Übernahmeringen mit.
Und die Sorgen sind nicht unbegründet. Orcel sieht bei einer Übernahme der Commerzbank Potenzial für Milliardeneinsparungen – inklusive des Abbaus Tausender Stellen. Dazu will er das Auslandsnetz der Commerzbank beschneiden. In Frankfurt kursieren außerdem Befürchtungen, dass die Commerzbank langfristig mit der HVB verschmolzen werden könnte – und dann womöglich München als Hauptsitz ins Spiel käme. Für unsere Stadthat das natürlich eine ganz andere Dimension: Frankfurt ohne starke Commerzbank? Das darf nicht passieren!
Der Sound der Weltstadt ist nicht nur Musik – er ist auch der Takt des Finanzplatzes Frankfurt. Die Commerzbank gehört zu dieser Stadt wie der Apfelwein und der Römer. Dass Ministerpräsident Rhein jetzt persönlich aktiv wird und klare Forderungen stellt, ist ein wichtiges Zeichen. Die Gespräche laufen, die Positionen liegen auf dem Tisch – jetzt heißt es: Dranbleiben und kämpfen!
Wir halten euch auf dem Laufenden, wie sich das Ringen um Deutschlands zweitgrößte Privatbank weiterentwickelt. Jetzt reinhören – bei Radio Frankfurt, dem besten Programm im Main-Gebiet!






Wir schätzen Ihren Beitrag! Wenn Sie Fragen haben, uns Feedback geben oder einfach nur Hallo sagen möchten, steht Ihnen unser Team gerne zur Verfügung. Bitte zögern Sie nicht, uns über das unten angegebenen Kontaktformular zu kontaktieren.
Dein Beitrag für Radio Frankfurt
Kommentar verfassen
Teilen Sie uns Ihr Anliegen mit. Wir prüfen Ihren Beitrag und veröffentlichen ihn nach Freigabe.