Hessen investiert 10 Millionen Euro in Klimaanlagen für Kitas und Pflegeheime. Was das Förderprogramm „Hitzehilfe für Hessen“ für Frankfurt und die Region…
Dieser Sommer hat es in sich gehabt – und das nicht im guten Sinne. Rund 2.200 Menschen sind in Hessen an den Folgen der Hitzewelle gestorben. Kinder in Kitas, pflegebedürftige Menschen in Heimen – sie alle haben die extremen Temperaturen besonders hart getroffen. Jetzt reagiert die Landesregierung: Mit dem neuen Förderprogramm „Hitzehilfe für Hessen“ sollen Klimaanlagen in Pflegeeinrichtungen und Kindertagesstätten endlich Realität werden.
Umweltminister Ingmar Jung (CDU) hat das Programm am Donnerstag im Landtag vorgestellt. Die Botschaft ist klar: „Hitzewellen wie in diesem Sommer müssen wir künftig häufiger erwarten“, so Jung. „Die besonders hohen Temperaturen haben vor allem diejenigen getroffen, die sich selbst am wenigsten schützen können, nämlich ältere und pflegebedürftige Menschen sowie kleine Kinder.“
Die Landesregierung stellt dafür rund zehn Millionen Euro bereit. Das Programm ist auf drei Jahre angelegt und fördert die Anschaffung mobiler und teilstationärer Klimaanlagen. Pro Standort gibt es bis zu 5.000 Euro – damit sollen flexibel sogenannte Kälteinseln geschaffen werden. Und das Beste: Die Landesregierung verspricht, dass das ohne große bürokratische Hürden ablaufen soll. Anträge können kommunale, freigemeinnützige und private Träger von Pflegeeinrichtungen und Kitas stellen. Insgesamt sollen mehr als 6.000 Anlagen pro Jahr gefördert werden.
Ob das Programm ausreicht, ist eine berechtigte Frage. Allein in Frankfurt gibt es derzeit 870 Kindertagesstätten. Und in ganz Hessen wurden zuletzt insgesamt 57.300 Menschen vollstationär in Pflegeheimen betreut. Da zeigt sich schnell: Der Bedarf ist riesig, die Mittel begrenzt.
Im Landtag wurde klar – beim Thema Hitzeschutz sind sich eigentlich alle einig, dass gehandelt werden muss. Aber natürlich gibt es auch Kritik:
Vladimir von Schnurbein, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU), begrüßt, dass die Landesregierung dem Thema einen hohen Stellenwert einräumt. Gleichzeitig macht er klar: Wirksamer Klimaschutz müsse international abgestimmt werden – auf höchstmöglicher politischer Ebene. Die Bundesländer müssten die Anpassung an die Klimafolgen deshalb entschlossen vorantreiben.
Für Frankfurt und das gesamte Main-Gebiet ist das Thema mehr als relevant. Wer Angehörige in Pflegeheimen hat oder Kinder in der Kita, weiß wie belastend Extremhitze für die Schwächsten sein kann. Das neue Förderprogramm ist ein erster Schritt – auch wenn klar ist, dass der Weg noch lang ist. Bleibt zu hoffen, dass die Umsetzung so unkompliziert wird, wie die Landesregierung es verspricht. Wir halten euch auf dem Laufenden!






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