Das Protestcamp im Langener Wald wurde am 3. September 2026 von der Polizei geräumt. Sechs Aktivisten wurden aus Bäumen geholt – doch die Umweltschützer…
Am Donnerstagmorgen, dem 3. September 2026, hat die Polizei das Protestcamp im Langener Wald geräumt. Kurz nach sieben Uhr startete der Einsatz – sechs Personen wurden von Spezialkräften und mit einer Hubbühne aus den Bäumen geholt. Die Polizei meldete am Nachmittag: Alles verlief friedlich, die Stimmung sei entspannt gewesen. Ein Polizeisprecher bestätigte das gegenüber der hessenschau.
Die Waldbesetzer selbst sprachen von einem „großen Polizeiaufgebot vor Ort“. Ihr Protest lief unter dem Motto „Banny bleibt“ – ein klares Statement gegen die geplante Rodung großer Teile des Langener Waldes und deren ökologische Folgen.
Schon seit 2013 hat die Firma Sehring die Erlaubnis, Teile des Langener Waldes zu roden, um dort Kies und Sand abzubauen. Besonders brisant: Es handelt sich dabei um sogenannten Bannwald – also besonders geschütztes Waldgebiet. Das Regierungspräsidium Darmstadt hatte den Schutzstatus für das betroffene Waldstück aufgehoben und damit den Weg für die Abholzung freigemacht. Diese Entscheidung wurde 2022 vom Bundesverwaltungsgericht als rechtmäßig bestätigt. Ab kommendem Jahr soll der Kiesabbau starten.
Für die Aktivisten ist das nicht hinnehmbar. In einer Mitteilung der Gruppe hieß es: „Während schon heute Menschen massiv unter den Folgen der Klimakatastrophe leiden, sollen hier große Waldflächen verschwinden, um weiteren Kies abzubauen. Für uns ist das nicht hinnehmbar.“ Sie betonen, der Wald habe eine enorme Bedeutung für das Stadtklima – er verbessere den Wasser- und Lufthaushalt und helfe dabei, CO2 zu senken.
Es ist nicht das erste Mal, dass die Polizei hier anrückt: Bereits im November vergangenen Jahres wurde ein Protestcamp im Langener Wald geräumt. Der damals besetzte Abschnitt ist laut den Aktivisten mittlerweile gerodet. Ein harter Rückschlag – aber kein Grund aufzugeben, wie die Besetzerinnen und Besetzer deutlich machen.
Eine Umweltaktivistin sagte am Donnerstag nach der Räumung: „Die Polizei kann uns von den Bäumen holen und unsere Baumhäuser zerstören, aber unsere Träume können sie nicht räumen und unseren Widerstand nicht beenden.“ Klare Worte – und ein deutliches Signal: Der Kampf um den Langener Wald geht weiter.
Die Aktivisten haben angekündigt, ihren Protest fortzusetzen. Der Wald bleibt ein zentrales Thema – nicht nur für die Umweltbewegung, sondern auch für alle, die in der Region leben. Denn was mit dem Langener Wald passiert, betrifft das Klima und die Lebensqualität vor Ort direkt.
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