
Bei Krawallen rund um die Frankfurter Zeil wurde ein Waffenladen geplündert. Hintergründe zu den Ausschreitungen bei den bundesweiten Protesten im Überblick.
Nach einer zunächst friedlichen Demonstration ist es in Frankfurt am Abend zu schweren Ausschreitungen gekommen. Wie oe24.at berichtet, lieferten sich Randalierer rund um die Einkaufsstraße Zeil eine heftige Auseinandersetzung mit der Polizei. Dabei sollen mehrere Schaufensterscheiben eingeschlagen worden sein. Besonders schwer wiegt: Ein Waffenladen wurde geplündert.
Nach Angaben eines Reuters-Fotografen, auf den sich oe24.at beruft, haben die Randalierer mindestens eine Waffe aus dem Geschäft entwendet. Genauere Informationen zu der gestohlenen Waffe lagen zunächst nicht vor. Die Proteste, die von der Polizei zuvor aufgelöst worden waren, rissen damit nicht ab – die gewaltbereite Gruppe zog im Anschluss weiter durch die Innenstadt. Die Polizei war laut oe24.at mit einem Großaufgebot vor allem im Bereich der Zeil im Einsatz, die Lage vor Ort blieb angespannt.
Die Ereignisse in Frankfurt reihen sich laut oe24.at in eine Reihe deutschlandweiter Ausschreitungen ein, die im Anschluss an einen zunächst friedlichen Protest Zehntausender junger Menschen ausbrachen. Aus Frankfurt wurden verletzte Polizisten gemeldet, auch Böller sollen auf Beamte geworfen worden sein. Nach ersten Erkenntnissen des hessischen Innenministers Roman Poseck erlitten mehrere Polizisten Verletzungen, ein Beamter möglicherweise auch schwerer – dies bedürfe laut Poseck noch weiterer Aufarbeitung.
Auch in anderen deutschen Städten kam es zu Zwischenfällen: In Berlin wurden Flaschen, Böller und Eier geworfen, in Hamburg brannten Barrikaden, in mehreren Städten setzte die Polizei Wasserwerfer ein. In Köln wurde der Demonstrationszug wegen Vermummung einiger Teilnehmer und des Einsatzes von Pyrotechnik abgesagt, in Stuttgart hielt die Polizei den Protestzug mehrfach an.
Zu den Demonstrationen in mehr als 30 deutschen Städten hatte die Initiative „Gen Z regelt“ aufgerufen. Sie fordert laut oe24.at mehr Geld für Schulen, Suchthilfe und Psychotherapie sowie Maßnahmen gegen steigende Lebenshaltungskosten, für soziale Gerechtigkeit und mehr Klimaschutz. Eine Wehrpflicht sowie den Ausbau staatlicher Überwachung lehnt die Initiative ab. Nach eigenen Angaben zählte „Gen Z regelt“ aus zunächst zwölf Städten am späten Nachmittag mehr als 68.000 Teilnehmer, bundesweite Polizeizahlen lagen zunächst nicht vor.
Die Organisatoren riefen ausdrücklich zu friedlichem Protest auf und distanzierten sich von Gewalt sowie extremistischen Gruppen. Die Sicherheitsbehörden des Bundes hatten vor den Demonstrationen keine weitergehenden Erkenntnisse zu geplanten gewalttätigen Ausschreitungen, wie eine Sprecherin des Innenministeriums laut oe24.at erklärte. Dennoch hätten sich auch Teile der linksextremistischen Szene sowie vereinzelt Gruppierungen aus dem auslandsbezogenen Extremismus an der Mobilisierung beteiligt.
Update: Es gibt neue Entwicklungen zu diesem Thema:






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