
Nach der Gen-Z-Demo eskalierte die Lage auf der Zeil: SEK im Einsatz, geplünderte Läden und zahlreiche Festnahmen in der Frankfurter Innenstadt.
Liebe Frankfurter, was für ein Wochenende! Wir hatten euch bereits in einem früheren Beitrag berichtet, dass die Zeil zum Schauplatz schwerer Ausschreitungen wurde. Jetzt gibt’s neue Entwicklungen – und die haben es in sich. Die Polizei musste sogar das SEK, also die Spezialeinsatzkräfte, in die Innenstadt schicken. Wir sagen euch, was am späten Abend noch alles passiert ist.
Wie der Tagesspiegel in seinem Liveblog berichtet, waren auch am späten Abend noch viele kleinere und größere Gruppen rund um die gesperrte Zeil unterwegs. Ein Polizeisprecher sagte, es werde weiter Pyrotechnik gezündet und mit Gegenständen geworfen. Über den kompletten Tag und Abend habe es „zahlreiche Festnahmen“ gegeben, genaue Zahlen konnte die Polizei zunächst nicht nennen. Randalierer schlugen und traten laut Polizeiangaben Schaufenster ein und demolierten sie mit Schildern oder anderen Gegenständen.
Schon am frühen Abend war die Lage eskaliert: Die Polizei hatte die komplette Zeil gesperrt, nachdem Randalierer in Sportgeschäfte eingebrochen waren und – wie bereits bekannt – ein Waffenladen geplündert wurde. Die Beamten stellten damals zwei Waffen sicher. Im Einsatz waren laut Berichten ein Polizeihubschrauber und Wasserwerfer, zudem wurden Molotowcocktails, Steine, Flaschen und Böller auf Einsatzkräfte geworfen.
Ausgangspunkt der ganzen Sache war eine Großdemonstration der Initiative „Gen Z regelt“ zusammen mit „Generation Aufbruch“. Wie vorsprung-online.de berichtet, waren Tausende überwiegend junge Menschen am Samstag in die Frankfurter Innenstadt gekommen, um für bessere Bildungschancen, bezahlbare Lebenshaltungskosten und mehr Geld fürs Gesundheitswesen zu demonstrieren. Auch gegen eine mögliche Wiedereinführung der Wehrpflicht wurde protestiert. Die Polizei schätzte die Teilnehmerzahl auf rund 8.000, die Organisatoren sprachen von etwa 9.000 Menschen.
Der Zug startete gegen 14 Uhr an der Weseler Werft und setzte sich gegen 15.30 Uhr in Bewegung. Zunächst blieb alles friedlich, bis erste Teilnehmer Pyrotechnik zündeten und die Polizei den Zug deshalb mehrfach stoppte. Hessens Innenminister Roman Poseck machte nach Angaben von vorsprung-online.de rund 100 mutmaßlich linksextremistisch motivierte Gewalttäter für die massive Eskalation verantwortlich. Mehrere Polizeibeamte wurden bei den Angriffen mit Steinen, Flaschen und Pyrotechnik verletzt, ein Beamter möglicherweise sogar schwerer. Die Polizei setzte daraufhin Wasserwerfer ein und löste die Versammlung schließlich auf.
Interessant: Viele Geschäftsinhaber in der Innenstadt hatten die Gefahr offenbar schon kommen sehen. Wie vorsprung-online.de berichtet, ließen zahlreiche Läden ihre Schaufenster vorsorglich mit Holzplatten schützen – das hessische Innenministerium hatte vorab vor gewaltbereiten Linksextremisten gewarnt.
Die Initiative „Gen Z regelt“ hatte bundesweit zu Demonstrationen aufgerufen, und auch anderswo wurde es am Abend ungemütlich. Laut Tagesspiegel-Liveblog gab es in Berlin bei Ausschreitungen nach dem Protest 27 leicht verletzte Polizisten und 56 Festnahmen, in Köln randalierten rund 200 Personen auf der Domplatte, und in Hamburg musste die Polizei ebenfalls Wasserwerfer gegen jugendliche Krawallmacher einsetzen. Ein Sprecher der Initiative sprach von mehr als 100.000 Teilnehmern bundesweit und kündigte bereits weitere Aktionen für Ende November an.
Eine endgültige Bilanz zu Festnahmen und Sachschäden in Frankfurt steht weiterhin aus. Klar ist: Aus einer größtenteils friedlichen Demo wurde am Abend ein handfestes Polizeigroßaufgebot mitten in unserer Stadt. Wir bleiben für euch dran und halten euch auf dem Laufenden, sobald es neue Infos von der Polizei gibt.






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