Frankfurter Gastronomen protestieren gegen den Rückbau ihrer Außenbereiche. Was hinter dem Streit mit der Stadt steckt und warum auch die Kaiserstraße…
Trillerpfeifen, Schilder und lauter Protest vor dem Planungsdezernat in der Kurt Schumacher Straße – die Frankfurter Gastronomie macht mobil! Am Donnerstagvormittag haben rund zehn Gastronom:innen klar gemacht: Sie kämpfen um ihre Außenbereiche – und damit um ihre Existenz.
Der Grund für den Protest ist eine Kehrtwende der Stadt. Während der Coronapandemie hatten viele Restaurants und Imbisse Sondergenehmigungen erhalten, ihre Außengastronomie auszubauen. Das war damals überlebenswichtig – und ist es für viele Betriebe bis heute. Jetzt soll diese Fläche wieder reduziert werden. Pergolen und Wetterschutz müssen rückgebaut, Flächen verkleinert werden. Laut Angaben eines Gastronomen müssten künftig drei Meter zwischen Außenbereich und Restaurant freistehen – und das soll sogar für Privatgrundstücke gelten.
Numan Coşgun vom Alims Fischimbiss in der Münchener Straße bringt es auf den Punkt: „Wir haben jetzt Zeit bekommen, uns darum zu kümmern, auf eigene Kosten. Sonst drohen uns Bußgelder.“ Für viele Betriebe macht die Außengastronomie einen Großteil der Einnahmen aus – entsprechend groß ist die Sorge um Jobs und Existenzen. In einer Mitteilung der protestierenden Gastronom:innen heißt es deutlich: „Wir werden friedlich unsere Stimmen erheben und um unsere und die Existenz unserer Mitarbeiter kämpfen.“
Warum die Stadt genau jetzt diese Kehrtwende macht, können sich die Betroffenen nicht erklären. Die Bauaufsicht war bis Redaktionsschluss nicht für eine Stellungnahme erreichbar.
Der Protest beschränkt sich nicht nur auf einzelne Betriebe. Auch die Kaiserstraße ist massiv betroffen: Das Amt für Straßenbau und Erschließung (ASE) hat laut Angaben der Betreiber:innen rund 90 Prozent der dortigen Restaurants angeschrieben. In dem Schreiben wirft die Stadt den Betrieben unerlaubte Sondernutzungen vor. Nach einer persönlichen Anhörung soll ein Verfahren zur Beseitigungsverfügung eingeleitet werden. Als mögliche Konsequenzen werden Zwangsgeld oder eine Ersatzvornahme angekündigt. Für die Gastronom:innen bedeutet das im schlimmsten Fall: Die Außengastronomie verschwindet vollständig.
Prominente Unterstützung gab es bei der Kundgebung von Frankfurts ehemaligem Oberbürgermeister Peter Feldmann. Als er von den Plänen der Bauaufsicht erfuhr, habe ihn das wütend gemacht, sagte er. „Die Betroffenen wollten sich organisieren, und ich habe sie von Anfang an unterstützt“, so Feldmann – gemeinsam mit Numan Coşgun stand er sichtbar vor dem Planungsdezernat.
Die Stimmung unter Frankfurts Gastronom:innen ist eindeutig: Sie fühlen sich von der Stadt im Stich gelassen – nach Jahren, in denen die Außenbereiche ihnen das Überleben gesichert haben. Der Protest vom Donnerstag dürfte erst der Anfang sein. Bleibt die Frage, wie die Stadt auf den wachsenden Druck reagiert. Wir bleiben für euch am Ball – versprochen!
Update: Es gibt neue Entwicklungen zu diesem Thema:


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