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Trinkwasser in Frankfurt: BUND schlägt Alarm – droht uns die Wasserknappheit?

Der BUND schlägt Alarm: Frankfurts Trinkwasser ist unter Druck – Quellen versiegen, Bäche trocknen aus.

Redaktion
·
15. August 2026
Bild ist mit Hilfe von KI generiert
Zuletzt aktualisiert: vor 54 Minuten

Hitze, Dürre und ein trockener Sommer – Frankfurt unter Druck

Der Sommer macht uns zu schaffen – und nicht nur wegen der Temperaturen. Im Rhein-Main-Gebiet wächst die Sorge ums Trinkwasser. Quellen versiegen, Bäche fallen trocken, und der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) schlägt laut Alarm. Was steckt dahinter – und wie ernst ist die Lage wirklich?

Eine Sache vorab: Akuter Trinkwassernotstand herrscht nicht. Das Klimadezernat Frankfurt betont, die Stadt verfüge über eine leistungsfähige Wasserversorgung und ein historisch gewachsenes Verbundnetz mit der Region. Auch die Wasserversorgerin Hessenwasser versichert, ihren Lieferverpflichtungen vollständig nachzukommen – ja, sogar einige Kunden über die vertraglichen Pflichten hinaus zu unterstützen. Hessenwasser-Geschäftsführerin Elisabeth Jreisat stellt klar: Der Aufruf zum Wassersparen diene der Vorsorge, eine Einschränkung der Versorgung bestehe nicht.

BUND kritisiert: Frankfurt schaut weg

Genau hier liegt aber das Problem, das der BUND anprangert. BUND-Vorstandsmitglied Wolf-Rüdiger Hansen ist entsetzt über das, was er als „lasche Haltung Frankfurts“ bezeichnet. Er sagt: „Die Hitzerekorde, die seit Wochen über Hessen hereingebrochen sind, erfordern eine noch größere Sensibilität zu diesem Thema.“

Denn das Wasserverbundnetz, das Hessenwasser betreibt, reicht weit – bis nach Marburg, auf den Vogelsberg und ins Hessische Ried. Und genau in diesen Gewinnungsgebieten, aus denen Grundwasser für Frankfurt gepumpt wird, ist die Lage alarmierend: Quellen versiegen, Bäche wie Nidda und Bracht fallen trocken. Im Burgwald leiden die Moore. Und im Hessischen Ried, etwa im Jägersburger Wald, sterben Bäume in großem Umfang, weil es seit Jahrzehnten nicht gelungen ist, den Baumwurzeln wieder einen Grundwasseranschluss zu verschaffen.

Frankfurt bezieht 75 Prozent seines Trinkwassers aus dem Umland – doch weder die Stadt noch Hessenwasser zögen laut Hansen Konsequenzen aus dieser Situation. Sein Vorwurf: „Die Belastung der Natur und der Menschen in den Wasserentnahmegebieten wird verschwiegen. In der Umgangssprache nennt man das einäugig.“

Ovag schlägt ebenfalls Alarm – Abnahme muss sinken

Auch die Oberhessische Versorgungsbetriebe AG (Ovag) hat die Dringlichkeit erkannt. Hitze und Dürre hätten „für die Umwelt und damit auch die Wasserversorger zu einer nie dagewesenen Situation geführt“, hieß es. Die von der Ovag versorgten Kommunen wurden aufgefordert, mit den bisherigen Liefermengen auszukommen – mit nur teilweisem Erfolg. Ab September sollen die Abnahmemengen daher reduziert werden. Der Grund: Rhein-Main nimmt mehr Wasser ab, als für die Reserven nachhaltig ist. Die Ovag spricht von einer „dringend erforderlichen“ Maßnahme, um die Versorgungssicherheit über den Sommer hinaus zu sichern.

Stadtwald als Warnsignal – braune Bäume, trockener Teich

Die Folgen zeigen sich auch mitten in Frankfurt: Im Frankfurter Stadtwald hat der BUND durch die Onlinekamera auf dem Goetheturm erschreckende Bilder ausgemacht. „Man erschrickt angesichts der falschen Farbe der Stadtwaldbäume: Sie sind durchgängig braun gefärbt“, so Hansen. Der teils trockengefallene Jacobiweiher unterstreiche die Lage auf beunruhigende Weise.

Hansen zieht daraus eine klare Schlussfolgerung: Selbst die 25 Prozent des Trinkwassers, die Frankfurt auf der eigenen Flur gewinnt, könnten schon zu viel sein. „Man könnte folgern, dass die 25 Prozent des Trinkwassers, die die Stadt auf der eigenen Flur gewinnt, schon zu viel sind.“

Was jetzt wichtig ist – für Frankfurt und uns alle

Die Botschaft ist klar: Kein Notstand bedeutet nicht, dass alles gut ist. Der BUND fordert eine nachhaltige Strategie für den Umgang mit Trinkwasser in Frankfurt und der gesamten Rhein-Main-Region. Weniger pumpen, mehr schonen – und endlich die Folgen für Mensch und Natur in den Entnahmegebieten ernst nehmen.

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