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Parkplätze oder Neu-Isenburg? IHK kämpft weiter für die Schweizer Straße

Die IHK Frankfurt fordert bei der Neugestaltung der Schweizer Straße den Erhalt von Parkplätzen.

Redaktion
·
2. September 2026
Bild ist mit Hilfe von KI generiert
Zuletzt aktualisiert: vor 49 Minuten

Neue Kampagne, neue Forderungen – der Druck wächst

Es tut sich was an der Schweizer Straße! Die Industrie- und Handelskammer Frankfurt hat gemeinsam mit dem Dachverband der Frankfurter Gewerbevereine die Kampagne „Heimat shoppen“ gestartet – und dabei klare Forderungen an die Stadt formuliert. Beim Auftakt beim Apfelwein Wagner in Sachsenhausen wurde deutlich: Ohne Parkplätze droht der beliebten Einkaufsstraße ein echter Kundenschwund. Und der geht dann direkt nach Neu-Isenburg.

Ein Drittel der Kundschaft kommt von außerhalb

IHK-Präsident Ulrich Caspar hat die Zahlen auf dem Tisch – und die sprechen eine deutliche Sprache. Ein Drittel der Kundschaft an der Schweizer Straße kommt nicht aus Sachsenhausen. Die kommen nicht zu Fuß, nicht mit dem Rad – die kommen mit dem Auto. Und die brauchen Parkplätze. Caspar macht keinen Hehl daraus, dass er selbst in Sachsenhausen wohnt und weiß, wie es läuft: Manche Nachbarinnen und Nachbarn fahren lieber nach Neu-Isenburg zum Einkaufen, weil sie dort eher einen Stellplatz finden. Das ist kein Gerücht – das ist gelebter Alltag.

Für Caspar ist gute Erreichbarkeit deshalb „kein Nebenthema, sondern wesentliche Voraussetzung“, damit die Gewerbetreibenden vor Ort erfolgreich bleiben. Und er betont: Läden und Restaurants seien keine bloßen Umschlagplätze. „Sie sind wertvolle Begegnungsstätten.“ Genau das macht den Unterschied zum Onlinehandel – auch wenn Caspar den ausdrücklich nicht verteufeln will.

Quartiersgarage gefordert – Händlerinnen berichten aus dem Alltag

Konkret wird Jean Ploner, der neue Vorsitzende der Aktionsgemeinschaft Schweizer Straße. Der erfahrene Mann aus der Gastro- und Hotelberatung wünscht sich bei der anstehenden Neugestaltung der Straße unter anderem eine Quartiersgarage. Die Straße soll attraktiver, sicherer und grüner werden – gut so. Aber bitte nicht auf Kosten der Parkmöglichkeiten.

Wer die Lage vor Ort kennt, weiß: Die Händlerinnen und Händler spüren den Druck täglich. Anja Merscher, Inhaberin des Traditionsgeschäfts „Wäsche Mode Köhler“ in dritter Generation, sagt es offen: Ihre ältere Kundschaft komme gerne mit dem Auto oder werde gebracht. Fehlen die Parkplätze, fehlen die Kunden. Dazu kommen weitere Sorgen: Die ortsübliche Miete liege laut Merscher bei 5.000 bis 6.000 Euro. „Würde ich nicht im eigenen Haus sitzen, hätte ich ein Problem“, sagt sie. Und noch etwas treibt sie um: Angeblich soll beim Umbau eine der zwei Tramhaltestellen an der Schweizer Straße wegfallen. „Das passt nicht zusammen“ – Nahverkehr stärken wollen, aber Haltestellen streichen.

Neuer Bürgermeister beim Auftakt dabei

Prominente Unterstützung gab es beim Kampagnen-Start gleich obendrauf: Nils Kößler, seit Freitag neuer Frankfurter Bürgermeister und Wirtschaftsdezernent, machte bei der Veranstaltung quasi seinen Antrittsbesuch. Lokaler Handel und Gastronomie seien prägend für eine Stadt, betonte der CDU-Mann. „Die Menschen schätzen es, wenn sie vor Ort einkaufen und einkehren können.“ Und er warnte: „Was einmal weg ist, kommt nicht wieder.“ Veränderungen seien zwar manchmal nötig – aber nur mit den Betrieben zusammen, nicht über ihre Köpfe hinweg.

Vielfalt erhalten – mehr als nur Gastro

Alice Fiedler vom Fachgeschäft „Küche Bad“ hat übrigens eine etwas andere Perspektive auf das Parkplatz-Thema: Ihre Kundschaft trägt keine neue Küche nach Hause, die wird geliefert und montiert. Ihr liegt vor allem etwas anderes am Herzen – die Mischung an der Straße muss stimmen. Nicht nur Gastronomie, auch Fachgeschäfte mit echter Beratung gehören dazu. Denn genau diese Vielfalt macht die Schweizer Straße aus.

Fazit: Frankfurt, zeig’s Neu-Isenburg!

Die Botschaft ist klar: Die Schweizer Straße braucht keine halben Lösungen. Sie braucht Parkplätze, bezahlbare Mieten, gute ÖPNV-Anbindung und eine Politik, die Händlerinnen und Händler ernst nimmt. Die Kampagne „Heimat shoppen“ ist ein starkes Zeichen – jetzt muss die Stadt liefern. Frankfurt kann das. Jetzt reinhören und mitdiskutieren – der Sound der Weltstadt gehört auch zur Schweizer Straße!

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