Studio-Hotline 069–669 669 0

Bafin zieht ins Gallus – und Frankfurter Schüler bleiben auf der Strecke

Die Bafin zieht 2028 ins Gallus – doch der Bürodeal hat einen Haken: Die Berta-Jourdan-Schule geht leer aus und kämpft weiter mit Platzmangel.

Redaktion
·
3. September 2026
Bild ist mit Hilfe von KI generiert
Zuletzt aktualisiert: vor 44 Minuten

Großer Bürodeal im Gallus – aber auf Kosten einer Berufsschule

Frankfurt hat einen neuen Top-Deal auf dem Bürovermietungsmarkt – doch hinter den Schlagzeilen steckt auch eine bittere Nachricht für viele junge Menschen in der Stadt. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) zieht im Herbst 2028 mit rund 1.000 Beschäftigten ins Gallus. Genauer gesagt: in die frühere DB-Zentrale an der Stephensonstraße, das sogenannte Raw-Gebäude. Klingt erstmal nach einer echten Erfolgsgeschichte für Frankfurt – ist es auch. Aber eben nicht für alle.

Was hinter dem Deal steckt

Die Bafin sichert sich rund 23.000 Quadratmeter Fläche in dem denkmalgeschützten Hochhaus, das bis zu 65 Meter hoch ist und einst von Architekt Stephan Boehm entworfen wurde. Der Mietvertrag läuft 15 Jahre. Die Behörde wird dabei drei Gebäudeflügel beziehen – eine eigenständige Haus-in-Haus-Lösung, wie Kira Groth, Managing Director bei Quest Investment Partners, erklärt. Quest Investment und Vivao realisieren das Projekt gemeinsam.

Das Ziel ist klar: Die denkmalgeschützte Immobilie, die einem Dachfonds eines berufsständischen Versorgungswerks gehört, soll zu einem modernen, multifunktionalen Campus werden – mit begrünten Höfen, Kantine und sogar einer Kita. Die Vorvermietungsquote liegt durch den Bafin-Deal jetzt bei rund 60 Prozent. Bereits im Herbst 2025 hatte sich die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte rund 6.000 Quadratmeter gesichert – und soll schon im ersten Quartal 2027 einziehen können.

Warum zieht die Bafin eigentlich um? Bisher ist die Behörde an der Marie-Curie-Straße und der Lurgiallee im Mertonviertel im Norden Frankfurts untergebracht. Das Raw im Gallus gilt dagegen als zentral gelegen und sehr gut angebunden. Bafin-Präsident Mark Branson bringt es auf den Punkt: „Dieser Standort bietet uns die beste Kombination aus Kosten, Erreichbarkeit, Flexibilität und Nachhaltigkeit.“

Die Kehrseite: Berufsschule geht leer aus

Soweit, so gut – doch gleichzeitig platzt damit ein lang gehegter Plan der Stadt Frankfurt. Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) hatte noch im Juli öffentlich dafür geworben, im Raw Flächen für die Berta-Jourdan-Schule anzumieten. Die Berufsschule bildet Erzieherinnen und Erzieher aus – und kämpft seit Jahren mit akutem Platzmangel an ihrem aktuellen Standort.

Nach drei Jahren Verhandlungsarbeit ist dieses Projekt nun Geschichte. Das Bildungsdezernat reagierte am Montagabend mit einer deutlichen Stellungnahme: „Es ist dem fehlenden Entscheidungswillen geschuldet, dass dieses große und zukunftsfähige Projekt nun gescheitert ist.“ Und weiter: „Die Leidtragenden sind nun die Schüler:innen und Lehrkräfte, die weiterhin mit Platzmangel am jetzigen Standort kämpfen müssen.“

Harte Worte – und sie zeigen: Wenn Entscheidungen zu lange dauern, verliert am Ende nicht die Behörde, nicht der Investor, sondern die, die am wenigsten Einfluss haben. In diesem Fall: die Schülerinnen und Schüler der Berta-Jourdan-Schule.

Frankfurt wächst – aber nicht für alle gleich

Dieser Fall macht deutlich, wie komplex Stadtentwicklung in einer Metropole wie Frankfurt ist. Büroflächen sind begehrt, Investoren handeln schnell – und städtische Projekte brauchen oft zu lange, um mithalten zu können. Der Sound der Weltstadt ist eben nicht immer harmonisch.

Bleibt zu hoffen, dass die Stadt nun schnell eine neue Lösung für die Berta-Jourdan-Schule findet. Die Schülerinnen und Schüler haben genug gewartet. Was denkst du? Schreib’s uns – wir sind gespannt auf eure Meinungen!

Quellen

Artikel teilen
Hilf uns, lokale Nachrichten zu verbreiten.

Dein Beitrag für Radio Frankfurt

Ob Meinung, Hinweis oder persönliche Geschichte: Reiche deinen Kommentar ein. Unsere Redaktion prüft deinen Beitrag vor der Veröffentlichung.
Einsatz von KI
Dieser Beitrag wurde mithilfe künstlicher Intelligenz auf Grundlage redaktionell ausgewählter Quellen erstellt, mehrstufig geprüft und vor der Veröffentlichung durch unsere Redaktion freigegeben. KI-generierte Bilder sind entsprechend gekennzeichnet.

Das könnte dich auch interessieren

Diskutiere mit!
Anonym und ganz ohne Anmeldezwang!
Alle Kommentare werden von unserer Redaktion im Vorfeld geprüft.
Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

1
Kontakt
2
Unterlagen
3
Datenschutz
WhatsApp vorhanden?
    Datenschutz*

    Kontaktformular

    Wir schätzen Ihren Beitrag! Wenn Sie Fragen haben, uns Feedback geben oder einfach nur Hallo sagen möchten, steht Ihnen unser Team gerne zur Verfügung. Bitte zögern Sie nicht, uns über das unten angegebenen Kontaktformular zu kontaktieren.