Studio-Hotline 069–669 669 0

Mainzer Landstraße: Gastronomen sollen Wintergärten abreißen – „12 Plätze übrig

Gastronomen an der Mainzer Landstraße sollen Wintergärten abreißen – einem Wirt bleiben nur noch zwölf Außenplätze. Jetzt zeigt sich die Stadt gesprächsbereit.

Redaktion
·
29. August 2026
Bild ist mit Hilfe von KI generiert
Zuletzt aktualisiert: vor 8 Minuten

Neue Eskalation im Außengastronomie-Streit: Jetzt trifft es die Mainzer Landstraße

Der Konflikt um Frankfurts Außengastronomie geht in die nächste Runde – und wird immer brisanter. Wie wir in einem früheren Beitrag berichtet haben, kämpfen Frankfurter Wirte schon länger gegen städtische Auflagen, die ihre Außenbereiche bedrohen. Jetzt rückt ein neues Gebiet in den Fokus: die Mainzer Landstraße. Dort sollen Gastronomen ihre Wintergärten und Überdachungen abreißen – und das, obwohl sie teilweise seit über 15 Jahren stehen.

Demo vor dem Planungsdezernat

Am Donnerstagvormittag haben Wirte mit einer kleinen, aber deutlichen Demonstration vor dem Frankfurter Planungsdezernat auf ihre Lage aufmerksam gemacht. Unter den Unterstützern war auch der ehemalige Oberbürgermeister Peter Feldmann. Die Teilnehmer kamen überwiegend von Betrieben entlang der Mainzer Landstraße – und sie haben klare Botschaften mitgebracht.

„Jahrelang hat das funktioniert. Warum es plötzlich nicht mehr gehen soll, verstehen wir nicht“, sagte einer der Gastronomen. Die Betriebe seien zunächst von der Stadt angeschrieben worden, dann folgten Ortstermine und schließlich Rückbau-Aufforderungen. Einem Wirt zufolge hätten Stadtmitarbeiter sogar bereits signalisiert, dass ein Genehmigungsantrag kaum Chancen habe.

Privatgelände statt öffentlicher Straße – trotzdem kein Spielraum

Was den Fall an der Mainzer Landstraße besonders brisant macht: Anders als beim Streit in der Kaiserstraße, wo es um Aufbauten im öffentlichen Straßenraum geht, befinden sich die beanstandeten Terrassen hier auf Privatgrund. „Wir behindern weder Fußgänger noch den Verkehr“, betonen die Betroffenen. Trotzdem verlangt die Stadt, dass ein rund drei Meter breiter Bereich auf den eigenen Grundstücken freigehalten wird – Grundlage ist eine städtebauliche Vorgabe aus den 1970er Jahren.

Die Wirte halten das für unverhältnismäßig. „Wir wollen keinen Freibrief, sondern einen vernünftigen Mittelweg“, hieß es bei der Demo. Doch bisher lasse die Stadt kaum Spielraum.

Existenzbedrohung für einzelne Betriebe

Die wirtschaftlichen Folgen könnten für manche Betriebe dramatisch sein. An der Mainzer Landstraße seien die Innenräume der Lokale oft klein – dafür hat sich die Straße positiv entwickelt und zieht auch Messegäste an. Im Sommer sitzen bei manchen Betrieben 80 bis 90 Prozent der Gäste draußen.

„Bei mir bleiben am Ende vielleicht zwölf Plätze übrig. Was soll ich mit zwölf Leuten machen?“, sagte ein betroffener Gastronom. Für die bestehenden Wintergärten haben die Betreiber nach eigenen Angaben jeweils mindestens 30.000 bis 40.000 Euro investiert. Allein der fachgerechte Abbau könne nochmal mindestens 10.000 Euro kosten – danach müssten neue, stadtgerechte Markisen oder Schirme angeschafft werden. Wer die gesetzten Fristen überschreite, dem drohen Bußgelder.

Die Stadt zeigt sich gesprächsbereit

Auf Nachfrage der Frankfurter Neuen Presse hat die Stadt nun reagiert. Planungsdezernent Marcus Gwechenberger (SPD) teilte mit: „Wir ermitteln uns ein Bild und sind daran interessiert, eine gute Lösung zu finden.“ Auch Verkehrsdezernent Yannick Schwander und Sicherheitsdezernent Martin-Benedikt Schäfer zeigten sich offen für Gespräche. Schäfer erklärte: „Es geht darum, pragmatische Lösungen zu finden. Es ist gut, dass es einen ersten Austausch unter uns Dezernenten gab – es werden weitere folgen.“ Die zuständigen Dezernate Planung, Sicherheit und Verkehr wollen das Gesamtthema Außengastronomie in näherer Zukunft gemeinsam beraten.

Mehr als ein lokaler Streit

Für die Gastronomen ist das Ganze eine grundsätzliche Frage zur Zukunft der Außengastronomie in Frankfurt. Während der Corona-Pandemie hatte die Stadt großzügigere Lösungen erlaubt, um den Betrieben das Geschäft im Freien zu ermöglichen. Inzwischen, so die Wirte, hätten sich die Frankfurterinnen und Frankfurter an wettergeschützte Außenplätze gewöhnt. „Die Menschen wollen auch bei Regen oder starker Sonne draußen sitzen. Das gehört inzwischen zur Gastronomie einer Großstadt“, brachte es ein Unterstützer auf den Punkt. Der Druck auf die Stadt bleibt – und die Gespräche haben gerade erst begonnen.

Quellen

Artikel teilen
Hilf uns, lokale Nachrichten zu verbreiten.

Dein Beitrag für Radio Frankfurt

Ob Meinung, Hinweis oder persönliche Geschichte: Reiche deinen Kommentar ein. Unsere Redaktion prüft deinen Beitrag vor der Veröffentlichung.
Einsatz von KI
Dieser Beitrag wurde mithilfe künstlicher Intelligenz auf Grundlage redaktionell ausgewählter Quellen erstellt, mehrstufig geprüft und vor der Veröffentlichung durch unsere Redaktion freigegeben. KI-generierte Bilder sind entsprechend gekennzeichnet.

Das könnte dich auch interessieren

Diskutiere mit!
Anonym und ganz ohne Anmeldezwang!
Alle Kommentare werden von unserer Redaktion im Vorfeld geprüft.
Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

1
Kontakt
2
Unterlagen
3
Datenschutz
WhatsApp vorhanden?
    Datenschutz*

    Kontaktformular

    Wir schätzen Ihren Beitrag! Wenn Sie Fragen haben, uns Feedback geben oder einfach nur Hallo sagen möchten, steht Ihnen unser Team gerne zur Verfügung. Bitte zögern Sie nicht, uns über das unten angegebenen Kontaktformular zu kontaktieren.