Das Möbelhaus Porta in Bad Vilbel wird komplett abgerissen – der Neubau bringt Fachmärkte, Gastronomie und Grünflächen auf fünf Hektar.
Große Neuigkeiten aus dem Main-Gebiet: Das Möbelhaus Porta in Dortelweil – ein echter Klassiker in der Region – wird komplett abgerissen und neu gebaut. Der Ortsbeirat hat dem Projekt bereits einstimmig zugestimmt. Wenn am 18. September ab 18 Uhr im Kurhaus auch die Stadtverordneten grünes Licht geben, wird ein Bebauungsplan aufgestellt – und dann kann Porta einen Bauantrag stellen. Bürgermeister Sebastian Wysocki zeigt sich begeistert: „Das ist eine tolle Entwicklung für Dortelweil.“
Der Plan ist ambitioniert: Auf dem fünf Hektar großen Grundstück an der Friedberger Straße wird alles plattgemacht. Das bestehende Möbelhaus mit seinem markanten Atrium und gläsernen Aufzug, das Warenlager, darüber liegende Wohnungen, der Pflanzenmarkt Kitzinger, ein efeuüberwachsenes Wohnhaus und eine Baracke am Parkplatz – alles fällt. Nur die Bäume und Büsche an der Eibenstraße bleiben stehen, so Versprechen von Chef-Projektentwickler Jörg Husemann.
Das neue Möbelhaus entsteht als bis zu 200 Meter langer und maximal 18 Meter hoher Riegel – weiter hinten an der Eibenstraße. Die Verkaufsfläche schrumpft dabei leicht von bisher 18.800 auf 17.000 Quadratmeter. Im rechten Winkel dazu sollen entlang der Hohemarkstraße mehrere große Fachmärkte entstehen. Angedacht sind ein Fahrradmarkt, ein Lebensmittel-Discounter, ein Neubau für Blumen-Kitzinger und ein Geschäft für Kleintierbedarf. Außerdem ist die Ansiedlung der dänischen Mitnahmemöbel-Kette Jysk – früher als „Dänisches Bettenlager“ bekannt – im Gespräch.
In der Nordwestecke am Willy-Brandt-Kreisel ist zudem ein separates Gastronomie-Gebäude geplant. Projektleiter Husemann nennt als Beispiel eine Systemgastronomie wie Osteria – wer dort Wirt wird, steht aber noch nicht fest.
Auch beim Thema Parken gibt’s Neues: Die Besucher dürfen sich über breitere Stellplätze freuen. Entlang der Berliner Straße entstehen Plätze für bis zu 327 Autos und 119 Fahrräder. Die Zufahrt erfolgt vom Kreisverkehr aus, die bisherige Porta-Einfahrt weiter südlich bleibt dem Lieferverkehr vorbehalten.
Nachhaltigkeit wird großgeschrieben: Das neue Möbelhaus bekommt ein begrüntes Flachdach mit Solaranlage sowie Fassadenbegrünung. Pro 200 Quadratmeter Parkplatz wird ein großer Baum gepflanzt – deshalb gibt es auch keine Tiefgarage. Eine 980 Kubikmeter fassende Zisterne soll das Regenwasser selbst bei einem 20-Jahres-Unwetter auffangen können. Und keine Sorge: Laut der mehr als 300 Seiten dicken Planungsskizze sollen auch die hier lebenden Tiere – darunter der Große Abendsegler und die Zwergfledermaus – weiterhin ihren Platz haben.
Das Kölner Konsumforscher-Büro gma hält für das neue Möbelhaus einen Jahresumsatz von rund 30 Millionen Euro für realistisch. Insgesamt sollen Kunden im neuen Zentrum jährlich zwischen 38 und 44 Millionen Euro ausgeben. Konsumforscherin Monika Kollmar aus Köln ist überzeugt: Die neuen Läden werden den bestehenden Geschäften der Innenstadt nicht schaden – im Gegenteil. „Sie werten den Standort Bad Vilbel wirklich auf.“
Das neue Geschäftszentrum bringt der Berliner Straße täglich knapp 2.000 zusätzliche Autofahrten. Verkehrsplaner Klaus Behrendt sieht das aber gelassen: Das sei verkraftbar und führe wohl nicht zu Staus. Chef-Projektentwickler Husemann hält es für möglich, dass die neuen Fachmärkte noch in diesem Jahrzehnt eröffnen. Bad Vilbel darf sich also freuen – hier entsteht gerade ein echter Hotspot für die ganze Region!






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