
In Steinbach im Kreis Gießen leiden Anwohner unter dem Schwerlastverkehr einer Umleitung. Wir erklären, was hinter der LKW-Hölle steckt und was Betroffene tun…
Stell dir vor, du sitzt entspannt im Homeoffice – und dann: Dröhnen, Rumpeln, Erschütterungen. Genau das erlebt Sascha Inderthal gerade in Steinbach im Kreis Gießen. Der Informationstechniker arbeitet dreimal pro Woche von zu Hause aus. Seit Anfang dieser Woche ist an konzentriertes Arbeiten kaum noch zu denken. Der Grund? Schwere Lastwagen mit Anhängern brettern in regelmäßigen Abständen an seinem Wohnhaus vorbei und machen einen Höllenlärm. Das ist kein Zufall – das ist die direkte Folge einer Straßensperrung, die viele Anwohner in Steinbach aktuell an ihre Belastungsgrenze bringt.
Hessen Mobil hat im Auftrag des Landkreises die Kreisstraße zwischen Albach und der B 457 für rund drei Wochen voll gesperrt. Dort werden derzeit die Bankette befestigt – notwendige Arbeiten, keine Frage. Die ausgewiesene Umleitung führt allerdings über die Landesstraße 3129 und damit mitten durch die Steinbacher Ortsdurchfahrt. Was auf dem Papier wie eine praktische Lösung klingt, ist im Alltag für die Menschen vor Ort eine echte Zumutung.
Denn die Ortsdurchfahrt in Steinbach ist schon jetzt in einem desolaten Zustand. Die Straße war nie dafür ausgelegt, täglich von schwerem Schwerlastverkehr genutzt zu werden. Jeder LKW, der hier durchrollt, hinterlässt seine Spuren – im wahrsten Sinne des Wortes. Die Anwohner beobachten mit wachsender Sorge, wie der Straßenbelag immer mehr leidet. „Die donnern hier durch“, bringt es Sascha Inderthal auf den Punkt – und das beschreibt die Lage treffender als jede offizielle Stellungnahme.
Das Pikante an der ganzen Sache: Hessen Mobil ist als zuständige Behörde für die Umleitung verantwortlich, lässt die betroffenen Anwohner in Steinbach nach deren Eindruck aber weitgehend im Stich. Weder ausreichende Kommunikation im Vorfeld noch konkrete Maßnahmen zum Schutz der ohnehin schon angeschlagenen Straße – das frustriert die Menschen im Ort enorm. Drei Wochen Vollsperrung mögen im großen Verkehrsplanungs-Universum wenig klingen. Für jemanden, der täglich mit dem Lärm und den Erschütterungen leben muss, fühlt es sich deutlich länger an.
Das Problem ist dabei kein Einzelfall. Immer wieder kommt es in der Region rund um Frankfurt und im Main-Gebiet zu Situationen, in denen Umleitungen durch kleinere Ortschaften geführt werden – ohne Rücksicht auf die dort lebenden Menschen und den Zustand der Infrastruktur. Wer einmal im Stau auf der A5 oder A3 gestanden hat und plötzlich den Ausweichverkehr durch die eigene Straße rauschen sieht, kennt dieses Gefühl.
Wenn du selbst in einer ähnlichen Situation steckst oder jemanden kennst, der betroffen ist, gibt es ein paar Möglichkeiten:
Niemand streitet ab, dass Straßen repariert und Bankette befestigt werden müssen. Das ist wichtig und richtig. Aber wenn die Lösung darin besteht, das Problem einfach durch einen Ort weiterzuleiten, der dafür weder baulich noch kapazitätsmäßig geeignet ist, dann läuft etwas schief in der Planung. Die Menschen in Steinbach verdienen mehr als ein schulterzuckendes „Dauert nur drei Wochen“. Ihr verdient Lösungen – und Gehör. Wir bei Radio Frankfurt bleiben für euch dran. Der Sound der Weltstadt kennt auch die Stimmen aus der Region!






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