
Younes Ebnoutalib spricht im großen Interview über seine Karriere, seine Liebe zu Frankfurt und seine Ziele für die neue Saison bei Eintracht Frankfurt.
Er ist ein echtes Kind dieser Stadt – und genau das spürt man in jedem Satz: Younes Ebnoutalib, Stürmer von Eintracht Frankfurt, hat sich im Trainingslager in Grassau ausführlich Zeit für ein großes Interview genommen. Herausgekommen ist ein offenes, persönliches Gespräch über eine außergewöhnliche Karriere, tiefe Wurzeln in Frankfurt und große Ziele für die neue Saison. Der Sound der Weltstadt – und Younes ist mittendrin.
Aufgewachsen ist Ebnoutalib in der Nordi, der Nordweststadt, zusammen mit seiner großen Schwester und seinem kleinen Bruder. „Meine große Schwester hat immer auf mich und meinen kleinen Bruder aufgepasst. Wir haben bis heute eine sehr enge Beziehung“, erzählt er. Den Fußball hat er sich auf der Straße erarbeitet – gegen Ältere, körperlich, hart. Genau diese Schule des Lebens hat ihn geprägt.
Sein Karriereweg war alles andere als geradlinig: Rot-Weiss Frankfurt, AC Perugia, FC Gießen, SV Elversberg – Höhen und Tiefen inklusive. Besonders die Zeit in Italien war kein Zuckerschlecken. „Ich konnte nicht Italienisch, auch nicht so gut Englisch und wurde nicht so gut aufgenommen“, gibt er offen zu. Zweifel kamen – aber aufgehört hat er nie. „Tief in mir drin habe ich immer an mich geglaubt. Ich habe durchgezogen.“
In der Sommerpause sorgte Ebnoutalib für Schlagzeilen – mit Bildern, die ihn in beeindruckender körperlicher Form zeigten. Gerüchten zufolge soll sein Körperfettanteil sogar unter dem von Modellathlet Cristiano Ronaldo liegen. Seine Reaktion darauf? Entspannt: „Ich weiß gar nicht, ob das stimmt. Aber ich habe sehr auf meine Ernährung geachtet. Viel Eiweiß, Obst, Gemüse.“ Kein Wunder, dass er so fit ist – immerhin betrieb er zehn Jahre lang Taekwondo, genau wie sein Vater, der einst die Olympische Silbermedaille in dieser Sportart gewann. „Ich merke, dass es mir bis heute hilft – gerade in Sachen Beweglichkeit und Spritzigkeit.“
Im Winter kam der Wechsel zur Eintracht – und gleich das Märchen-Debüt: erstes Heimspiel gegen Dortmund, erstes Tor. „Das war unbeschreiblich, wirklich. Das kann man gar nicht in Worte fassen“, erinnert er sich. Nervosität? Fehlanzeige. „Ich wollte unbedingt zeigen, was ich kann.“ Danach folgte leider ein Rückschlag: Im zweiten Spiel, in Stuttgart, verletzte er sich. Eine schwierige Phase mit Schmerzen, einem Trainerwechsel und sprachlichen Hürden. „Aber das ist alles Vergangenheit.“
Jetzt blickt Ebnoutalib nach vorne – und das mit voller Überzeugung. Trainer Adi Hütter steht für wuchtigen Offensivfußball, und das passt zum Stürmer wie die Faust aufs Auge: „Wir setzen viel auf Balleroberungen. Und ich bin einer, der viel und schnell laufen kann.“ Eine Doppelspitze mit Jonathan Burkardt? „Eine Doppelspitze mit Jonny wäre schon krass.“ Die Entscheidung liegt beim Trainer – aber Ebnoutalib ist bereit. „Absolut. Ich bin wieder total fit.“
Und die Nationalmannschaft? Auch das ist ein Ziel. Er ist offen für beide Nationen – Marokko und Deutschland. Zur WM wurde er von Marokko zuletzt nicht mitgenommen, was ihn schmerzte. Und wenn Jürgen Klopp anruft? „Ja, zu 100 Prozent.“
Am Ende läuft bei Younes Ebnoutalib alles auf eine einzige Aussage hinaus, die mehr sagt als tausend Worte: „Alles! Ich liebe die Stadt.“ Frankfurt hat ihn gemacht – und er will Frankfurt zurückgeben, was es ihm gegeben hat. Mit Toren, mit Einsatz, mit Herz. Wir freuen uns auf die neue Saison – und auf einen Stürmer, der wirklich für diese Stadt brennt!






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