
Hessische Polizei stoppte beim „Action Day Speed“ knapp 3000 Raser – nachts ist die Beanstandungsquote deutlich höher als am Tag.
Das kennt ihr vielleicht: Nachts sind die Straßen leerer, es fühlt sich freier an – und mancher Fahrer meint, das Tempolimit gilt dann nicht mehr ganz so streng. Die hessische Polizei hat jetzt schwarz auf weiß bewiesen, dass genau das ein echtes Problem ist. In der Nacht vom 16. auf den 17. Juli 2026 rollte der landesweite „Action Day Speed“ über Hessen – und die Ergebnisse sprechen für sich.
An insgesamt 65 Kontrollstellen im ganzen Bundesland waren rund 250 Polizistinnen und Polizisten im Einsatz. Sie setzten auf klassische Kontrollen, bei denen Fahrer direkt angehalten wurden, aber auch auf automatisierte Blitzanlagen. Wer von Letzteren erwischt wurde, bekommt Post – wenn auch etwas später.
Insgesamt registrierte die Messtechnik rund 43.000 Fahrzeuge. Knapp 3000 davon waren zu schnell unterwegs. Die sogenannte Beanstandungsquote lag bei 7,2 Prozent – und das ist laut Polizei deutlich höher als bei vergleichbaren Kontrollen am Tag. Das Fazit der Beamten: Geschwindigkeitsbeschränkungen werden nachts offenbar nicht immer ernst genommen.
Den traurigen Spitzenplatz sicherte sich ein Mercedes-Fahrer auf der Autobahn 661 in Höhe Dreieich-Sprendlingen. Er wurde mit 158 km/h geblitzt – erlaubt waren dort wegen des nächtlichen Lärmschutzes nur 80 km/h. Das macht satte 78 km/h zu viel. Ihm drohen jetzt 700 Euro Bußgeld, zwei Punkte im Fahreignungsregister und drei Monate Fahrverbot.
Ebenfalls in Südosthessen kassierte ein Pkw-Fahrer auf der Bundesstraße 448 einen Blitzer – 144 statt erlaubter 100 km/h. Besonders bitter: Der Fahrer befindet sich noch in der Probezeit. Neben 320 Euro Bußgeld, einem Monat Fahrverbot und zwei Punkten muss er auch noch ein Aufbauseminar absolvieren.
Auch in anderen Teilen Hessens gab es kräftige Überschreitungen. In Mittelhessen war eine 38-jährige Mazda-Fahrerin nahe Gießen auf der Bundesstraße 457 mit 147 km/h unterwegs – bei erlaubten 100 km/h. Sie erwartet ein Bußgeld von 320 Euro, zwei Punkte und ein einmonatiges Fahrverbot.
Auf der Autobahn 45, im Bereich einer Baustelle, ließ ein Audi-Fahrer es ebenfalls krachen: 140 km/h bei erlaubten 80 km/h. Das wird ihn 480 Euro Bußgeld, einen Monat Fahrverbot und zwei Punkte kosten.
Im Bereich Osthessen war ein 20-jähriger Motorradfahrer in Hünfeld auffällig. Er bog von der Wellastraße in die Hersfelder Straße ab und gab dabei ordentlich Gas – gemessene 89 km/h, wo nur 50 km/h erlaubt sind. Ihn erwarten 260 Euro Bußgeld, zwei Punkte und ein Monat Fahrverbot.
Die Botschaft der hessischen Polizei ist klar: Wer glaubt, nachts unbeobachtet rasen zu können, irrt gewaltig. Die Kontrollen zeigen, dass die Beanstandungsquote in der Nacht sogar höher ausfällt als tagsüber. Für euch als Autofahrer im Main-Gebiet gilt also: Tempolimit ist Tempolimit – egal ob Mittag oder Mitternacht. Fahrt sicher, bleibt entspannt und kommt immer gut an!






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