Handyverbot an Schulen in Hessen: Ein Schülersprecher und eine Frankfurter Schulleiterin diskutieren Pro und Contra – wer hat die besseren Argumente?
Seit dem Schuljahr 2025/2026 gilt in Hessen ein Verbot von Smartphones an Schulen. Klingt erstmal eindeutig – ist es aber nicht! Die Debatte ist so heiß wie der Main im Hochsommer. Denn während die einen das Verbot als wichtigen Schutz für Kinder und Jugendliche feiern, sehen andere darin eine verpasste Chance für echte Medienbildung. Wir haben zwei Stimmen aus Frankfurt und Hessen gegenübergestellt – und die haben es in sich!
Ted Krämer, 17 Jahre alt, Landesschulsprecher, Bundesbeauftragter und Mitglied des Landesschulbeirats, bringt es auf den Punkt: Wir leben in einer Welt, in der Handys nicht mehr wegzudenken sind. Sein Argument: Statt das Gerät einfach zu verbieten, sollten Schulen lieber auf Medienkompetenz setzen – also erklären, welche Gefahren im Netz lauern, wie man ein Smartphone produktiv nutzt und wie digitale Lernplattformen im Unterricht helfen können.
Krämer, der selbst die elfte Klasse eines Oberstufengymnasiums in Hessen besucht, sieht noch ein weiteres Problem: „Der größte Teil der Mediennutzung wandert dann nämlich in die Freizeit, um das zu kompensieren.“ Kurz gesagt: Das Verbot verschiebt das Problem nur – es löst es nicht. Für jüngere Kinder in der Grundschule könne ein Verbot laut Krämer noch Sinn ergeben, weil dort soziales Lernen im Vordergrund steht. In der Sekundarstufe 1 und 2 sei das Handy aber längst ein praktischer Alltagsbegleiter – etwa für Vertretungspläne, Arbeitsaufträge oder Krankmeldungen.
Auf der anderen Seite steht Mareike Klauenflügel, Schulleiterin der IGS Herder in Frankfurt – einer Schule mit Klassen von der fünften bis zur zehnten Jahrgangsstufe. Ihr Blickwinkel: Es geht nicht um ein komplettes Handyverbot, sondern um das Einrichten von Schutzzonen für Lernende.
Die Erfahrung an ihrer Schule zeigt: In den jüngeren Jahrgängen sorgt die Regelung für mehr Ruhe – und die Kinder nehmen sie gut an. In der neunten Klasse wird’s schwieriger. Trotzdem setzt Klauenflügel auf einen durchdachten Mix: Anlassbezogen dürfen Handys im Unterricht eingesetzt werden, etwa für kreative Aufgaben, die von Lehrkräften begleitet werden.
Gleichzeitig plädiert sie für Bildungsgerechtigkeit: Ab der achten Jahrgangsstufe sollten Schülerinnen und Schüler Tablets zur Verfügung gestellt bekommen, damit alle die gleichen digitalen Möglichkeiten haben. Und auch das Thema KI hat sie im Blick – sie fordert Aufgabenformate, in denen kreativ mit künstlicher Intelligenz gearbeitet wird. Ihr Fazit: „Je früher wir das mit den Kindern üben, desto sinnvoller ist das für die Kinder.“ Dabei sieht sie Schule und Elternhäuser gemeinsam in der Verantwortung.
Beide Positionen zeigen: Ein simples Ja oder Nein greift hier zu kurz. Ob Schutzzonen, Medienkompetenz-Kurse oder Tablet-Ausstattung – klar ist, dass Schulen in Hessen und Frankfurt neue Wege gehen müssen. Das Handy ist aus unserem Alltag nicht wegzudenken. Die Frage ist nur: Wie gehen wir als Gesellschaft – und vor allem als Schule – verantwortungsvoll damit um? Was meint ihr? Schreibt uns eure Meinung – wir sind gespannt auf den Sound der Weltstadt!






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