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Seltene 9/11-Fotos: Diese Ausstellung in Frankfurt lässt dich nicht kalt

Fotojournalist Helmut Fricke war am 11. September 2001 hautnah dabei. Seine seltenen 9/11-Fotos sind jetzt kostenlos in Frankfurt zu sehen.

Redaktion
·
11. September 2026
Bild ist mit Hilfe von KI generiert
Zuletzt aktualisiert: vor 52 Minuten

Ein Frankfurter Fotograf mittendrin – und jetzt sind seine Bilder endlich zu sehen

Was wäre gewesen, wenn Helmut Fricke einfach im Hotel geblieben wäre? Der Oberurseler Fotojournalist war eigentlich in New York, um die Modewoche zu fotografieren. Dann klingelte am Morgen des 11. September 2001 sein Telefon – und alles änderte sich. Was er in den nächsten Stunden mit seiner analogen Leica festgehalten hat, ist Geschichte. Und genau diese Geschichte könnt ihr jetzt in Frankfurt selbst erleben.

Die Ausstellung „9/11 – Under Attack“ zeigt erstmals hunderte seltene Fotos von Fricke, der als ehemaliger FAZ-Fotograf hautnah dabei war, als die Zwillingstürme einstürzten. Zu sehen sind die Bilder noch bis Ende September im Frankfurter Kulturzentrum Massif Central im Bethmannhof. Der Eintritt ist frei.

Mitten im Chaos – so hat Fricke diesen Tag erlebt

Fricke hatte die ganze Nacht fotografiert und war erst um vier Uhr morgens ins Hotel zurückgekehrt. Als ihn kurz darauf der Anruf erreichte, überredete er einen Taxifahrer, ihn wieder Downtown zu fahren. Nur durch Glück blieb er nicht direkt unter den brennenden Türmen stehen. Stattdessen fand er vor der Auffahrt zur Brooklyn Bridge eine Mauer mit Blick durch die Häuserschluchten – und drückte von dort Bild für Bild auf den Auslöser.

Sein Fokus galt nicht den Türmen, sondern den Menschen. Den Gesichtern. Dem Entsetzen. Als der Südturm zusammenbrach, beschreibt er das Geräusch so: „Wenn so ein Turm zusammenfällt, glaubt man, ein irrsinniges lautes Geräusch zu hören. Aber das war’s nicht. Es war dumpf, und es grollte nur in sich.“

Bilder, die unter die Haut gehen

Besonders eine Frau ließ Fricke nicht los. Er sah sie schon von weitem auf sich zukommen – und genau als sie an ihm vorbeilief, schrie sie laut auf. Ein verzweifelter, intensiver Schrei. Er drückte auf den Auslöser. Dieses Foto ist jetzt Teil der Ausstellung.

Dann kam die Staubwolke. Sie verschluckte alles – die Stadt, die Menschen und den Fotografen selbst. Fricke versteckte seine Kameras unter der Jacke und wartete auf der Mauer, bis sich der Staub legte. Was er danach sah, klingt surreal: ein Auto in einer völlig weißen Landschaft, keine Fußabdrücke, als wäre Schnee gefallen. Er sprang von der Mauer und fotografierte weiter. Menschen in Hauseingängen, Anzugträger wie in Zement gebadet, eine Frau, die ihr Shirt als Atemschutz vor das Gesicht zog. Dystopisch. Unvergesslich.

10 Tage blieb Fricke in New York. Kaum Schlaf. Er fotografierte Menschen, die sich in den Armen lagen, die nach Angehörigen suchten, die sich bei den Einsatzkräften bedankten. Zurück in Deutschland traf es ihn mit voller Wucht: „Ich kam nach Hause und hatte drei Tage lang Fieber und Albträume.“

„Nine-Eleven ist für mich das zentralste Ereignis“

Für Fricke ist der 11. September 2001 das prägendste Erlebnis seines Lebens – mehr noch als der Fall der Mauer. Seine Begründung: Überall auf der Welt habe jeder dazu seine eigene Geschichte. Und genau das macht diese Ausstellung so besonders. Sie zeigt nicht die großen Symbole des Terrors – sie zeigt die Menschen. Ihre Gesichter. Ihre Flucht. Ihren Schmerz.

Wer in Frankfurt ist, sollte sich das nicht entgehen lassen. Der Eintritt ist kostenlos, die Öffnungszeiten sind Montag von 11 bis 16 Uhr sowie Dienstag bis Samstag von 11 bis 21 Uhr. Am 11. September ist Helmut Fricke außerdem zusammen mit zwei FAZ-Kollegen ab 19 Uhr im Frankfurter Presseclub zu Gast.

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