
Gen-Z-Demo in Frankfurt eskaliert: Laut Innenminister Poseck wurden mehrere Polizisten verletzt, nachdem Böller und Steine geflogen waren.
Was über Stunden friedlich verlief, ist am Samstagabend in Frankfurt eskaliert: Bei der Großdemonstration der Initiative „Gen Z regelt“ wurden laut hessischem Innenminister Roman Poseck (CDU) mehrere Polizisten verletzt. „Ein Beamter ist möglicherweise auch etwas schwerer verletzt, aber das bedarf noch der weiteren Aufarbeitung“, sagte Poseck. Zuvor hatte die Polizei die Demonstration nach wiederholten Böller- und Steinwürfen für aufgelöst erklärt, wie der SauerlandKurier berichtet.
Nach Angaben des Innenministers hätten sich Warnungen zu linksextremistischem Gewaltpotenzial bewahrheitet. „Wir gehen von ungefähr 100 linksextremistisch motivierten Gewalttätern aus. Diese haben die Polizei massiv angegriffen, mit Flaschenwürfen, mit Steinen und mit Pyrotechnik“, sagte Poseck gegenüber der dpa. In der Nähe der Konstablerwache stockte der Demonstrationszug, ein Wasserwerfer der Einsatzkräfte fuhr vor, zuvor war an mehreren Stellen Pyrotechnik gezündet worden.
Begonnen hatte der Tag deutlich ruhiger. Laut n-tv.de waren in Frankfurt zwei Demonstrationen angemeldet: die kleinere Kundgebung „Generation Aufbruch“ mit 1.000 bis 2.000 angemeldeten Teilnehmern und der Hauptzug von „Gen Z regelt“ mit 9.000 angemeldeten Teilnehmern. Start war um 14 Uhr an der Weseler Werft nahe der Europäischen Zentralbank, die Route führte über den Mainkai und den Anlagenring zurück ins Ostend.
Die Polizei schätzte die Teilnehmerzahl im Tagesverlauf auf rund 8.000, das Bündnis „Gen Z regelt“ sprach von 10.000 Menschen in Frankfurt. Zwischenzeitlich zog der Demozug friedlich am Main entlang und durchs Bankenviertel, wo sich Sprechchöre gegen die Deutsche Bank richteten. Immer wieder wurde jedoch Pyrotechnik gezündet, worauf die Polizei den Aufzug mehrfach stoppte. Festnahmen gab es laut einem Polizeisprecher bis zum Nachmittag noch keine.
Bereits im Vorfeld hatten die Sicherheitsbehörden laut Innenminister Poseck Erkenntnisse, dass rund 80 gewaltbereite Linksextremisten anreisen könnten, mit „konkreten Hinweisen“ auf eine geplante Unterwanderung der Demo. Der Frankfurter Polizeipräsident Stefan Müller hatte zudem vor „erlebnisorientierten Jugendlichen“ ohne politische Botschaft gewarnt, von denen Blockaden, Schmierereien oder kleinere Brandstiftungen ausgehen könnten. „Wir werden dafür sorgen, dass Verhältnissen wie in Frankreich nicht ansatzweise entstehen“, hatte Müller laut n-tv.de vor der Demo erklärt. Die Polizei war mit Wasserwerfern, Drohnen und einem Spezialeinsatzkommando in Bereitschaft.
Wegen der befürchteten Eskalation hatten zahlreiche Geschäfte in der Frankfurter Innenstadt bereits am Freitag ihre Schaufenster vorsorglich mit Holzplatten gesichert.
Inhaltlich ging es den Demonstrierenden laut SauerlandKurier um Investitionen in Bildung und marode Schulen, den Ausbau psychotherapeutischer Versorgung sowie Maßnahmen gegen steigende Lebenshaltungskosten und Wohnungsnot. Die Initiativen wenden sich zudem gegen eine Wiedereinführung der Wehrpflicht und gegen eine Ausweitung staatlicher Überwachung. Die Initiative „Gen Z regelt“ hatte im Vorfeld ausdrücklich zu friedlichem Protest aufgerufen, auf das Vermummungsverbot hingewiesen und sich von extremistischen Gruppen distanziert.
Frankfurt war an diesem Samstag nur eine von mehr als 30 Städten bundesweit, in denen die Gen-Z-Bewegung zu Protesten aufgerufen hatte. Am Ende des Tages blieb in Frankfurt jedoch nicht der friedliche Protest in Erinnerung, sondern die Gewalt am Abend und die verletzten Polizisten.
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