
Die Dietesheimer Steinbrüche bei Frankfurt sind ein einzigartiges Naherholungsgebiet, das nach dem Ende des Basaltabbaus 1982 entstand.
Ihr sucht ein Ausflugsziel, das nicht jeder kennt – und das trotzdem nur eine kurze S-Bahn-Fahrt vom Frankfurter Hauptbahnhof entfernt liegt? Dann aufgepasst! Die Dietesheimer Steinbrüche zwischen Mühlheim am Main und dem Hanauer Stadtteil Steinheim sind genau das: ein einzigartiges Naherholungsgebiet, das in dieser Form erst seit den 1980er Jahren existiert. Was heute nach wilder, ursprünglicher Natur aussieht, hat eine spannende Geschichte – und die beginnt mit schwerem Gerät und Gestein.
Bis zum Jahr 1982 wurde hier im großen Stil Basalt abgebaut. Als die Abbautätigkeit endete, stieg das Grundwasser in die leeren Gruben – und füllte sie nach und nach zu tiefblauen Seen. Anschließend wurden rund um die Gewässer etwa 120.000 Bäume gepflanzt, vor allem Eichen und Erlen, dazu tausende Sträucher. Über Jahrzehnte ist so ein dichter Laubwald entstanden, der das Gebiet heute zu einem echten Naturerlebnis macht.
Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Mehrere nebeneinanderliegende Seen, gerahmt von teils bizarren Steilwänden – ein direktes Erbe des einstigen Basaltabbaus. Wer hier wandert, hat das Gefühl, in eine andere Welt einzutauchen. Besonders spektakulär ist der Blick von der fast 14 Meter hohen Canyon-Brücke, einem der markantesten Aussichtspunkte im gesamten Areal. Und wer Glück hat, begegnet auf den Wegen sogar Eidechsen, die über die Steine huschen.
Ein rund sechs Kilometer langer Wanderweg führt durch das gesamte Gebiet. Von der S-Bahn-Station Dietesheim aus seid ihr in etwa 25 Minuten ab Frankfurt da – das beste Programm im Main-Gebiet wartet also direkt vor eurer Tür! Die Tourismus- und Congress GmbH Frankfurt hebt mehrere Aussichtspunkte, Picknickplätze und sogar einen Grillplatz entlang der Strecke hervor. Südlich des Areals schließen sich außerdem die Streuobstwiesen am Gallenberg an – noch mehr Natur auf kleinstem Raum.
Wer etwas abseits der Hauptrouten wandert, findet deutlich ruhigere Ecken. Besonders das südwestliche Ufer des Oberwaldsees wartet mit wilden, kaum begangenen Pfaden und immer neuen Ausblicken auf. Und nach dem Wandern? Das Restaurant am Grünen See bietet direkten Blick aufs Wasser – perfekt für eine verdiente Pause.
So schön das Gebiet ist, so wichtig ist der verantwortungsvolle Umgang damit. Große Teile der Dietesheimer Steinbrüche stehen unter Naturschutz – insbesondere das Naturschutzgebiet Oberwaldsee. Das Verlassen der Wege ist dort verboten, um Flora und Fauna zu schützen. Außerdem gilt: Schwimmen und Bootfahren sind wegen der gefährlich steil abfallenden Felswände im gesamten Naherholungsgebiet nicht erlaubt. Das Betreten von zugefrorenen Seen ist aus Sicherheitsgründen tabu, und Hunde müssen an der Leine geführt werden. Gegrillt werden darf nur an den ausgewiesenen Grillplätzen.
Die Dietesheimer Steinbrüche sind der Beweis, dass die spannendsten Orte manchmal direkt vor der eigenen Haustür liegen. Eine Industrielandschaft hat sich in ein echtes Naturjuwel verwandelt – und das in nur wenigen Jahrzehnten. Der Sound der Weltstadt Frankfurt klingt hier in der Ferne, während ihr zwischen Felswänden und blauen Seen spaziert. Also: Wanderschuhe schnüren und raus in die Natur – dieser Ausflug lohnt sich!


Gabriele Metzger aus „Verbotene Liebe



Gabriele Metzger aus „Verbotene Liebe

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