Studio-Hotline 069–669 669 0

Frankfurter Stadtteilküche: Wenn Kochen zur politischen Performance wird

Die Frankfurter Stadtteilküche macht Ernährung zur politischen Performance: Zwei Standorte, gerettete Lebensmittel und heiße Debatten über…

Redaktion
·
6. August 2026
Bild ist mit Hilfe von KI generiert
Zuletzt aktualisiert: vor 3 Wochen

Essen als Gemeinschaftssache – ein Projekt macht’s sichtbar

Was wäre, wenn Ernährung genauso selbstverständlich zur kommunalen Daseinsversorgung gehört wie Wasser oder Strom? Genau diese Frage stellt die Frankfurter Stadtteilküche – und gibt ihr ab August eine ganz besondere Bühne. Das Performancekollektiv andpartnersincrime hat das Projekt ins Leben gerufen und erprobt jetzt gemeinsam mit dem Künstler*innenhaus Mousonturm ein zweimonatiges nachbarschaftliches Pilotprojekt an zwei Frankfurter Standorten. Der Sound der Weltstadt hat auch eine soziale Seite – und die wird hier laut!

Zwei Standorte, eine Botschaft

Das Projekt macht an zwei konkreten Orten in Frankfurt Station. Vom 9. August bis 5. September 2026 kocht und diskutiert die Stadtteilküche an der Philippuskirche im Riederwald. Danach zieht sie weiter: Vom 17. September bis 4. Oktober findet die Aktion im Künstler*innenhaus Mousonturm statt. Unterstützt wird das Ganze vom Bündnis für solidarische Gemeinschaftsverpflegung in Frankfurt – dazu gehören unter anderem die Ada-Kantine, die Freitagsküche und verschiedene weitere Initiativen.

Im Mittelpunkt steht eine professionelle Küche, entworfen vom Offenbacher Gestalterkollektiv YRD.Works. Verarbeitet werden überwiegend gerettete Lebensmittel. Töpfe kommen aus solidarischen Küchen, die Teller aus zweiter Hand. Die Schürzen der Köchinnen und Köche? Bedruckt mit feministischen Rufen. So wird die Küche mitten auf dem Platz zur Bühne für eine soziale Fantasie: die „Utopie einer sorgetragenden Stadt“.

Mehr als nur Essen: Proben, Gesang und heiße Debatten

Die Stadtteilküche ist nicht nur ein Ort zum Essen – sie ist auch ein Ort zum Denken und Diskutieren. Neben dem Küchenbetrieb finden künstlerische Aktionen wie Proben und Gesang statt. Und dann sind da noch die „Kitchen Debates“: Insgesamt vier Diskursveranstaltungen, bei denen eingeladene Referentinnen und Referenten aus Kunst, Wissenschaft und Aktivismus über Ernährungsgerechtigkeit und Versorgungsinfrastruktur sprechen.

  • Kitchen Debate 1 & 2: 21. und 22. August im Riederwald
  • Kitchen Debate 3 & 4: 29. September und 4. Oktober im Mousonturm

Das klingt nach echtem Stoff für echte Gespräche – ganz im Sinne von dem, was Frankfurt bewegt!

Warum das Ganze? Eine soziale Schieflage im Blick

Hinter dem Projekt steckt mehr als kreativer Aktivismus. Vor dem Hintergrund gestiegener Lebensmittelpreise und privatisierter Sorgearbeit rund ums Essen erkannte andpartnersincrime eine wachsende soziale Schieflage. Das Kollektiv ist überzeugt: Es braucht ein Umdenken in Fragen von Gemeinschaft, Ressourcen und öffentlichem Raum – und zwar mit einer solidarischen, feministischen Perspektive auf Ernährung und Sorgearbeit.

Mit Theater als künstlerischem Mittel wollen sie zeigen, was möglich wäre: eine solidarische Nachbarschaftsküche in jedem Viertel Frankfurts. Ernährung als Bestandteil kommunaler Daseinsvorsorge vorstellbar zu machen und einen nachhaltigen Umgang mit Lebensmitteln vorzuleben – das ist das erklärte Ziel der Initiatoren.

Hingehen, mitkochen, mitdenken!

Die Frankfurter Stadtteilküche ist ein Projekt, das zeigt: Kunst kann mehr als dekorieren – sie kann unbequeme Fragen in den öffentlichen Raum tragen und echte Gemeinschaft schaffen. Ob im Riederwald oder im Mousonturm – wer dabei ist, erlebt Frankfurt von einer Seite, die man nicht im Reiseführer findet. Also: Schürze raus, Hunger mitbringen – und mitdiskutieren!

Quellen

Artikel teilen
Hilf uns, lokale Nachrichten zu verbreiten.

Dein Beitrag für Radio Frankfurt

Ob Meinung, Hinweis oder persönliche Geschichte: Reiche deinen Kommentar ein. Unsere Redaktion prüft deinen Beitrag vor der Veröffentlichung.
Einsatz von KI
Dieser Beitrag wurde mithilfe künstlicher Intelligenz auf Grundlage redaktionell ausgewählter Quellen erstellt, mehrstufig geprüft und vor der Veröffentlichung durch unsere Redaktion freigegeben. KI-generierte Bilder sind entsprechend gekennzeichnet.

Das könnte dich auch interessieren

Diskutiere mit!
Anonym und ganz ohne Anmeldezwang!
Alle Kommentare werden von unserer Redaktion im Vorfeld geprüft.
Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

1
Kontakt
2
Unterlagen
3
Datenschutz
WhatsApp vorhanden?
    Datenschutz*

    Kontaktformular

    Wir schätzen Ihren Beitrag! Wenn Sie Fragen haben, uns Feedback geben oder einfach nur Hallo sagen möchten, steht Ihnen unser Team gerne zur Verfügung. Bitte zögern Sie nicht, uns über das unten angegebenen Kontaktformular zu kontaktieren.