
Die Rotkreuz Klinik Frankfurt gibt Einblick, wie sie die Hitzewelle 2026 bewältigt hat – und warum flächendeckende Kühlung ohne Fördergelder unmöglich bleibt.
Aufatmen in Frankfurt! Die extreme Hitzewelle, die unsere Stadt in diesem Sommer in den Ausnahmezustand versetzt hat, ist endlich vorbei. Doch was bleibt, sind die Spuren – und die Fragen: Wie hat das Gesundheitssystem die Belastung überstanden? Und was passiert beim nächsten Mal? In einem früheren Beitrag haben wir bereits berichtet, wie der Hitzerekord vom 25. und 26. Juni 2026 den Strom- und Wasserverbrauch in Frankfurt auf historische Höchststände trieb. Jetzt gibt es neue Einblicke – diesmal aus dem Inneren einer Frankfurter Klinik.
Die Dimension der Hitzewelle wird erst durch die nackten Zahlen wirklich greifbar. Laut einem Bericht des Robert Koch Instituts (RKI) sind allein in diesem Sommer rund 1.650 Menschen in ganz Hessen an den Folgen von Hitze gestorben. Deutschlandweit liegt die Zahl sogar bei rund 14.000 Hitzeopfern. Die überwiegende Mehrheit der hitzebedingten Todesfälle betraf Menschen, die 75 Jahre oder älter waren. Besonders gefährdet waren außerdem Kleinkinder, schwangere Frauen, Menschen mit Vorerkrankungen sowie obdachlose Personen oder Menschen in ungünstigen Wohnverhältnissen.
Frankfurter Krankenhäuser hatten in diesem Sommer nicht nur den normalen Ansturm an Notfallpatienten zu bewältigen – sie nahmen zusätzlich viele Hitzepatienten auf. Das Problem dabei: Viele Kliniken sind nur teilweise oder gar nicht klimatisiert. Eine Blitzumfrage des Deutschen Krankenhausinstituts (DKI) zeigt das Ausmaß: 59 Prozent der deutschen Krankenhäuser können keines ihrer Patientenzimmer aktiv kühlen. Die verbleibenden 41 Prozent schaffen es im Durchschnitt nur bei 11 Prozent ihrer Zimmer.
Die Frankfurter Rotkreuz Klinik hat jetzt Einblicke gegeben, wie sie mit der Situation umgeht. Um die Auswirkungen der Hitze abzumildern, wurde das Haus mit Kühltechnik nachgerüstet: Einige Stationen sind mit Kühldecken und mobilen Kühlgeräten ausgestattet worden, andere Bereiche sind komplett klimatisiert. Eine flächendeckende Klimatisierung des gesamten Hauses ist aber nach wie vor nicht möglich. Der Grund: fehlende Finanzmittel. „Eine flächendeckende Klimatisierung des gesamten Hauses ist ohne zusätzliche Fördergelder nicht möglich“, so die Sprecherin der Klinik.
Das Finanzierungsproblem ist dabei kein reines Frankfurter Phänomen. Gerald Gaß, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krankenhausgesellschaft, macht die Dimension deutlich: Derzeit sind gerade einmal 60 Prozent der Kosten für technische Infrastruktur und Bauten gedeckt. Seine Forderung ist klar: „Kurzfristig benötigen wir jetzt Kühltechnik, lang- und mittelfristig müssen die Krankenhäuser in die Lage kommen, sich klimawandelgerecht umbauen und modernisieren zu können.“
Die Hitzewelle 2026 war kein Ausreißer – sie ist ein Vorgeschmack auf das, was kommen kann. Experten gehen davon aus, dass Hitzeperioden künftig länger und intensiver werden. Frankfurt hat das in diesem Sommer auf allen Ebenen gespürt: Rekordverbrauch bei Strom und Wasser, überlastete Kliniken und eine erschreckend hohe Zahl an Hitzetoten. Es braucht jetzt Investitionen – in die Infrastruktur unserer Krankenhäuser, in Kühltechnik und in eine klimaresistente Stadt. Frankfurt ist die Weltstadt am Main. Lass uns auch bei der Hitzevorsorge die Nase vorn haben!






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