
Parkdruck nach Straßensanierung und Glasfaser-Schäden in Seulberg: Der Ortsbeirat nahm die Problemstellen gemeinsam mit Anwohnern unter die Lupe.
Noch mitten in der Sommerpause, aber alles andere als untätig: Die Mitglieder des Ortsbeirates Seulberg haben sich an einem Dienstagabend aufgemacht, um neuralgische Punkte im Stadtteil persönlich in Augenschein zu nehmen. Trotz nass-trübem Wetter schlossen sich auch mehrere Anwohnerinnen und Anwohner der Ortsbegehung an – manche mit konkreten Anliegen, andere einfach, um ihre Ortsbeiratsmitglieder mal kennenzulernen. Mitten drin: Ortsvorsteher Thomas Kremer (FDP), der gemeinsam mit seinem Team durch Alt-Seulberg zog.
Erster Halt war das Partnerschaftsdenkmal zu Bad Wimsbach-Neydharting „Am Placken“. Aus der Bürgerschaft war der Hinweis gekommen, das Denkmal sei zugewuchert. Grünen-Ortsbeirätin Birgit Fiedler erklärte, dass die Mitarbeiter der Stadt mindestens einmal im Monat vor Ort seien. CDU-Mann Robert Tschage ergänzte nüchtern: „Die Natur bewegt sich.“ Ortsvorsteher Kremer wickelte das Thema zügig ab: „Ich sehe nicht, dass wir da aktiv werden müssen.“
Deutlich brisanter war das zweite Thema des Abends: die Parksituation in Alt-Seulberg. Die Straßensanierung dort wurde zwar sogar früher als geplant fertiggestellt – doch nach Meinung einiger Anwohner fielen dabei Parkplätze unter den Tisch. „Es herrscht Parkdruck. Vor allem, wenn man aufs Auto angewiesen ist“, machte ein Seulberger seinem Ärger Luft.
Und tatsächlich: An mehreren Stellen wurden die silberfarbenen Parkbegrenzer entfernt. An einem in Alt-Seulberg geparkten BMW klemmte bereits ein Knöllchen. Auch vor dem Töpferbrunnen fehlten die Begrenzungen – sie seien bewusst entfernt worden, erklärte Kremer, damit der Brunnen nicht mehr von parkenden Autos verdeckt wird. Der Vorschlag, vor den Hausnummern 26 und 28 zwei bis drei neue Stellplätze zu schaffen, wurde von Rathausmitarbeiterin Jennifer Kröll im Protokoll festgehalten.
Vor Hausnummer 48 wurde es besonders heikel: Wo früher drei Parkplätze waren, passen jetzt nur noch zwei Fahrzeuge hin. Dazu kommt: Rosenbeete mit einem Metallrankgitter verengen den Durchgang so stark, dass kaum noch Platz für Mütter mit Kinderwagen oder Menschen mit Rollator bleibt. Kremer brachte es auf den Punkt: „Wenn wir das so ins Protokoll schreiben, ist der Parkplatz hier auch noch weg.“
Der Ortsvorsteher hatte beim zuständigen Amtsleiter Florian Rühl bereits nachgehakt. Dessen Aussage: Die Gesamtzahl der Parkplätze sei nach Abschluss der Bauarbeiten gleich geblieben. Außerdem gebe es derzeit Lieferschwierigkeiten bei den Parkbegrenzern – weshalb noch nicht alle Flächen wieder vollständig ausgewiesen seien. Bürgermeister Lars Keitel (Grüne) bestätigte diesen Lieferengpass auf Nachfrage. Kremers Fazit: „Damit gewinnen wir vielleicht drei bis vier Stellplätze“ – genug, um die Situation zumindest wieder auf das Niveau vor der Sanierung zu heben.
Kurz vor Ende der Begehung stießen noch zwei Anwohner aus der Schäferstraße zur Gruppe: Marcel Glapski und Nenad Pejic. Ihr Ärger: Bei Glasfaserverlegearbeiten der ausführenden Firma – laut Rathaus im Auftrag der Deutschen Telekom tätig – wurde eine Telefonleitung gekappt und die Hausfassade von Pejic beschädigt. „Mit einem Klick waren fünf Stunden Arbeit weg“, schilderte Glapski den Internetausfall. Obendrauf: Die Ablaufrinne in der Straße soll seitdem kein Gefälle mehr haben.
Bürgermeister Keitel erklärte auf Nachfrage, dass bislang noch keine Schäden aus der Schäferstraße bei der Stadt gemeldet worden seien. Die beauftragte Firma arbeite schnell – und dabei könne es auch mal zu Schäden kommen. Fest stehe aber: Nach Abschluss der Arbeiten werde die Stadt eine offizielle Abnahme durchführen.
Die Ortsbegehung hat gezeigt: In Seulberg gibt es einige Punkte, bei denen Anwohner und Politik noch Gesprächsbedarf haben. Parkdruck, fehlende Begrenzungen und Schäden durch Bauarbeiten – der Ortsbeirat nimmt die Themen mit in die neue Sitzungsrunde. Wer wissen will, wie es weitergeht, bleibt am besten dran!






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