
Klaus Oesterling, ehemaliger Frankfurter Verkehrsdezernent, ist im Alter von 74 Jahren gestorben.
Traurige Nachrichten aus dem Römer: Klaus Oesterling, langjähriger Kommunalpolitiker und ehemaliger Verkehrsdezernent der Stadt Frankfurt, ist tot. Er starb am Freitag nach schwerer Krankheit im Alter von 74 Jahren. Die Stadt Frankfurt hat seinen Tod am darauffolgenden Samstag offiziell bekannt gegeben. Frankfurt verliert damit einen Mann, der diese Stadt wie kaum ein anderer kannte – und liebte.
Klaus Oesterling war kein Politiker, der von außen kam. Er war durch und durch ein Frankfurter – geboren, verwurzelt und bis zuletzt in der Nordweststadt lebend. Bereits seit 1989 gehörte er der Frankfurter Stadtverordnetenversammlung an. Zehn Jahre lang führte er die SPD-Fraktion im Römer als Fraktionsvorsitzender an. Das ist kein kleines Amt – das ist echte Handarbeit für die Stadt.
Ab 2016 übernahm er dann das Amt des Verkehrsdezernenten und widmete sich in seiner fünfjährigen Amtszeit mit voller Leidenschaft dem Ausbau des Nahverkehrs. Sein Ziel: Frankfurt beweglicher, grüner und vernetzter machen.
Als Verkehrsdezernent hinterließ Oesterling sichtbare Spuren im Stadtbild. Er trieb die Verlängerung der U-Bahn-Linien U5 und U2 voran, arbeitete am Lückenschluss der Linie U4 und setzte sich für den Bau der Regionaltangente West ein. Auch die Verlängerung der Straßenbahn Richtung Höchst gehörte zu seinen Projekten. Wer heute durch Frankfurt fährt und die roten Fahrradstreifen sieht, der blickt auf ein sichtbares Erbe seiner Arbeit.
Für Gesprächsstoff sorgte er auch mit einem mutigen Vorstoß: der temporären Sperrung des Mainkais für Autos. Der Schritt stieß auf großen Widerstand und wurde nach einem Jahr rückgängig gemacht – aber er zeigte, wie konsequent Oesterling eine ökologische Verkehrswende verfolgte. Dabei war er kein Dogmatiker: Laut der Stadt widersprach er ausdrücklich einer Verkehrspolitik, die das Auto zum grundsätzlichen Feind erklärt.
Eine kleine, aber bezeichnende Anekdote: Klaus Oesterling selbst besaß keinen Führerschein. Seine Faszination für U-Bahnen, Straßenbahnen und den Schienenverkehr habe ihn sein ganzes Leben lang begleitet, heißt es im Nachruf der Stadt. Für jemanden, der den Frankfurter Nahverkehr mitgeprägt hat wie kaum ein anderer, passt das irgendwie perfekt zusammen.
Oberbürgermeister Mike Josef (SPD) findet deutliche Worte der Trauer und des Respekts: „Mit ihm verliert Frankfurt nicht nur ein demokratisches Urgestein und ich einen wichtigen Ratgeber und Freund.“ Josef beschreibt Oesterling als einen der brillantesten Köpfe, denen er je begegnet sei – vor allem in der Verkehrs- und Haushaltspolitik. Außerdem habe er als großartiger Debattenredner mit tiefer Sachkenntnis gegolten und sei ein Vorkämpfer für eine ökologische Verkehrswende gewesen.
„Klaus Oesterling hat seine Heimatstadt geliebt und war einfach durch und durch ein Frankfurter“, so Josef. „Sein Tod macht uns traurig, ist aber zugleich nach langer und tapfer ertragener Krankheit für ihn auch das Loslassen einer schweren Last.“
Mehr als 30 Jahre Engagement für diese Stadt – das ist eine Leistung, die bleibt. In den U-Bahnen, auf den Fahrradstreifen und in den Straßenbahnlinien, die er mitgestaltet hat, lebt Klaus Oesterling weiter. Frankfurt vergisst seine Macher nicht. Danke, Klaus.






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