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Fotos, die unter die Haut gehen: Ausstellung im Haus am Dom Frankfurt

Fotograf Florian Bachmeier zeigt im Haus am Dom Frankfurt 49 starke Bilder aus Kriegs- und Krisengebieten. Eintritt frei, Vernissage am 3. September um 18 Uhr.

Redaktion
·
24. August 2026
Bild ist mit Hilfe von KI generiert
Zuletzt aktualisiert: vor 2 Minuten

Hart, radikal und bewegend – „Leben an den Rändern“ im Haus am Dom

Frankfurt, hör zu! Im Haus am Dom am Domplatz gibt es gerade eine Ausstellung zu sehen, die wirklich bewegt. Der vielfach ausgezeichnete Fotograf Florian Bachmeier zeigt dort 49 intensive Fotografien aus zehn Ländern – von Afghanistan bis Venezuela, von der Ukraine bis Deutschland. Die Ausstellung „Leben an den Rändern“ läuft noch bis zum 24. September, und der Eintritt ist komplett frei.

Die Vernissage steigt am Donnerstag, 3. September, um 18 Uhr – ebenfalls kostenlos und offen für alle. Ein Abend, den ihr euch merken solltet!

Ein Fotograf, der nah rangeht

Florian Bachmeier ist kein Fotograf, der aus sicherer Distanz draufhält. Er geht nah ran – an Menschen, an Geschichten, an Schmerz. Seit 2012 reist er in die Ukraine, war mehr als 30 Mal dort und hat in tausenden Bildern den Krieg und die Menschen in ihm dokumentiert. „Ich überlege nicht lange, sondern gehe nah ran. Denn zu zeigen, was ich sehe, zu dokumentieren, was ist, das ist mein Antrieb und meine Aufgabe“, sagt er selbst.

2025 gewann er den World Press Photo Award in der Kategorie Europe Singles für sein Bild „Beyond the Trenches“ – das Foto eines Mädchens im rosa Kuschelpullover, das auf dem Bett liegt und die Augen starr auf die Decke gerichtet hat. Das Mädchen heißt Anhelina, ist sechs Jahre alt, lebt bei ihrer Großmutter in Borschtschiwka und ist traumatisiert vom ständigen Beschuss. Ein Bild, das einen nicht so schnell loslässt.

Geschichten, die gehört werden müssen

Die Ausstellung versammelt Aufnahmen aus den Jahren 2014 bis 2026 – und zeigt dabei Menschen, die am Rand leben: am Rand der physischen Existenz, eingeschränkt in ihrer Bewegungsfreiheit, bedroht von Gewalt. Bachmeier macht sichtbar, wie Profitgier, Klimawandel und Krieg Lebensgrundlagen zerstören. Aber er zeigt auch, wie Menschen trotz allem würdevoll leben und füreinander eintreten.

Besonders berührend: Zwei Bilder aus dem März 2026, die kurzfristig noch in die Ausstellung aufgenommen wurden. Zu sehen ist eine 15-jährige Katya, die ihre kleine Schwester Yuliia mit Trisomie 21 auf dem Schoß hält. Die Familie musste bereits fünf Mal vor dem Krieg flüchten. Auch Viktoria aus Charkiw ist dabei – Bachmeier traf sie, als ihr Zuhause zerstört wurde, und half ihr, ihre letzten Habseligkeiten in Plastiktüten zu retten. Um den Hals trug sie eine Pfeife – damit man sie findet, wenn sie verschüttet wird.

„Das Interesse der Medien daran hat abgenommen, deshalb ist es mir wichtig, weiter darüber zu berichten“, erklärt Bachmeier, der seit 14 Jahren für das Nachrichtennetzwerk n-Ost arbeitet. Reisen in die Ukraine sind inzwischen alles andere als einfach: Flüge gibt es keine, er fährt mit dem Zug oder bis zu 40 Stunden mit dem Bus.

Frankfurt bekommt die härtere Version

Die Ausstellung war im Juni bereits in Eltville im Rheingau zu sehen – allerdings in anderer Zusammensetzung. Kuratorin Mechtild Manus macht den Unterschied deutlich: „Die 49 Bilder, die Florian Bachmeier für Frankfurt ausgewählt hat, sind härter und radikaler.“ In Eltville wurden bestimmte Bilder bewusst nicht gezeigt, weil auch viele Kinder und Jugendliche kamen. Frankfurt bekommt die volle Wucht – und das ist gut so.

Manus ist begeistert vom Ausstellungsort selbst: „Die Lage mitten zwischen Museen in der Altstadt ist sehr gut und die Blickachsen im Haus sind einfach fantastisch.“ Für Bachmeier ist es übrigens nicht die erste Ausstellung dort – 2016 zeigte er im Haus am Dom schon einmal Arbeiten zu den Themen Migration und Flucht.

Alle Infos auf einen Blick

  • Ausstellung: „Leben an den Rändern“ von Florian Bachmeier
  • Ort: Haus am Dom, Domplatz 3, Frankfurt (Innenstadt)
  • Laufzeit: bis 24. September
  • Vernissage: Donnerstag, 3. September, 18 Uhr
  • Eintritt: frei
  • Öffnungszeiten: Mo–Fr 9–17 Uhr, Sa–So 11–17 Uhr (bei Abendveranstaltungen auch länger)

Diese Ausstellung ist ein Muss für alle, die mehr sehen wollen als das, was in den Nachrichten läuft. Hingehen, innehalten, schauen. Frankfurt hat das beste Programm im Main-Gebiet – und manchmal bedeutet das eben auch: Bilder, die wirklich wehtun. Jetzt reinhören – und danach hingehen!

Quellen

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