
Max Lindemann inszeniert O’Neills Familiendrama am Schauspiel Frankfurt: Alkohol, Schuld und zerbrechende Illusionen in alkoholgetränkten Wortgefechten.
Der Sound der Weltstadt bringt euch die Theater-News, die in Frankfurt gerade alle bewegen! Am Schauspielhaus feiert „Eines langen Tages Reise in die Nacht“ von Eugene O’Neill Premiere – und das Stück hat’s in sich. Wie kulturfreak.de berichtet, zeigt das Drama ein Familienfoto, das auf den ersten Blick harmlos wirkt: Vater James Tyrone, einst erfolgreicher Schauspieler, seine Frau Mary mit ihrem fast unsichtbaren Lächeln, dazu die Söhne Jamie und Edmund. Ein nebliger Tag im August, eine Momentaufnahme voller Trugbilder.
Denn was auf dem Foto nicht zu sehen ist, das macht die Wucht dieses Stücks aus: James‘ von Angst getriebener Geiz, Marys Abhängigkeit, Jamies Selbstzerstörung und Edmunds lebensbedrohliche Krankheit. Laut theaterkompass.de verbringt die Familie Tyrone gemeinsam den Sommer in ihrem Ferienhaus – doch im Lauf eines einzigen Tages beginnt die weichgezeichnete Oberfläche des Familienbilds zu bröckeln. In alkoholgetränkten Wortgefechten entfaltet sich das Porträt einer Familie, die um Nähe ringt und sich ihrer gemeinsamen Vergangenheit stellt.
Eugene O’Neill hat mit diesem Stück seine eigene Familiengeschichte verarbeitet. Das Drama wurde laut kulturfreak.de erst posthum uraufgeführt – am 2. Februar 1956 im Königlichen Dramatischen Theater in Stockholm. O’Neill rekonstruiert darin Erinnerung als Konfliktraum: eine subjektiv erlebte, immer wieder durchgespielte Vergangenheit voller Schuld, Abhängigkeit und der Suche nach Verständnis.
Für die Inszenierung am Schauspiel Frankfurt zeichnet Max Lindemann verantwortlich, der bereits mit „Phädra, in Flammen“ und „Süßer Vogel Jugend“ am Haus Regie geführt hat. Wie theaterkompass.de schreibt, widmet sich Lindemann in seinen Arbeiten bevorzugt den vielschichtigen Gefühlswelten seiner Figuren und bringt O’Neills bewegendes Familiendrama mit großer Sensibilität auf die Bühne.
Für die Bühne ist Signe Raunkjær Holm verantwortlich, die Kostüme stammen von Cédric Mpaka, die Dramaturgie liegt bei Jana Fritzsche. Auf der Bühne stehen Heidi Ecks als Mary Tyrone, Uwe Zerwer als James Tyrone, Christoph Bornmüller als James Tyrone Jr. und Miguel Klein Medina als Edmund Tyrone.
Die Premiere ging laut kulturfreak.de am Samstag, den 3. Oktober, im Schauspielhaus über die Bühne. Wer das intensive Familiendrama noch erleben will: Die nächsten Vorstellungen laufen am 10., 15., 21. und 29. Oktober.
Das Schauspiel Frankfurt hat im Oktober gleich mehrere Premieren im Programm. Neben O’Neills Familiendrama feiert auch Bonn Parks Horror-Stück „Das Deutschlandherz“ Uraufführung in den Kammerspielen, und mit „Kleiner Mann – was nun?“ nach Hans Fallada bringt Regisseurin Luise Voigt Ende Oktober einen weiteren Klassiker als fulminante Revue auf die Bühne.
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