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Frankfurts Wärmeplan: Zoff um Heizung, Netz und Fernwärme!

Frankfurts Wärmeplan sorgt für Zoff: Ein Rechtsgutachten hält ihn für rechtswidrig. Was das für eure Heizung, Fernwärme und den Geldbeutel bedeutet, lest ihr…

Redaktion
·
2. Oktober 2026
Bild ist mit Hilfe von KI generiert
Zuletzt aktualisiert: vor 42 Minuten

Frankfurt heizt der Zukunft ein – aber nicht ohne Streit!

Der Sound der Weltstadt verändert sich gerade auch bei der Wärme! Frankfurt arbeitet an seinem kommunalen Wärmeplan – dem großen Fahrplan dafür, wie eure Wohnung in Zukunft warm wird, ohne dass das Klima drunter leidet. Klingt erstmal nach trockener Verwaltungssache, betrifft aber jeden von euch: Heizung, Stromnetz und Fernwärme stehen vor einem riesigen Umbau. Und der sorgt gerade richtig für Diskussionsstoff in der Mainmetropole!

Wer steckt hinter dem Plan?

Schon im März 2025 hatte die Stadt Frankfurt den Energieversorger Mainova, das Fraunhofer-Institut IFAM, die Wiener Organisation e-think-energy research sowie das Karlsruher Institut IREES mit der Erstellung des Wärmeplans beauftragt. Nach Angaben der Stadt setzten sich die vier Unternehmen gegen sieben weitere Bieter durch. Mainova und Fraunhofer IFAM sollten die aktuelle Versorgungslage, klimafreundliche Alternativen und den künftigen Wärmebedarf in den Stadtgebieten analysieren, während e-think und IREES das Projektmanagement und die Kommunikation übernahmen.

Die Frankfurter Klima- und Umweltdezernentin Tina Zapf-Rodríguez bezeichnete die kommunale Wärmeplanung als zentrales Instrument auf dem Weg zu einer klimaneutralen, wirtschaftlichen und versorgungssicheren Wärmeversorgung für Frankfurt.

Drei Szenarien, ein Zoff

Wie Cleanthinking berichtet, stand der Wärmeplan am 1. Oktober zur Entscheidung durch die Frankfurter Stadtverordnetenversammlung an. Der Umweltausschuss hatte den Plan bereits zuvor nach zweistündiger Debatte verabschiedet – die Koalition aus CDU, Grünen, SPD und Volt stimmte zu, Linke, FDP und Ökolinx lehnten ab.

Brisant: Ein von Rechtsanwälten Günther erstelltes Rechtsgutachten, in Auftrag gegeben vom Bündnis Wärmewende Frankfurt am Main, hält den Plan für rechtswidrig. Der Knackpunkt steckt im Vergleich der drei möglichen Zielszenarien. Frankfurt hat sich für Szenario 2 entschieden – mit Klimaneutralität im Wärmesektor erst 2045 statt 2035, einer Sanierungsrate von nur 1,4 Prozent statt 2,8 Prozent und einem Fernwärmeanteil von 40 Prozent bis 2045. Laut Gutachten habe kein objektiver Vergleich der Szenarien stattgefunden, die Planbegründung sei von Anfang an auf Szenario 2 ausgerichtet gewesen – was so gar nicht zum eigenen Beschluss der Stadt passt, bis 2035 klimaneutral zu sein.

Die Gutachter bemängeln zudem einen Rechenfehler beim Dekarbonisierungspfad der Fernwärme sowie eine Bewertungsmatrix ohne erkennbaren Maßstab. Auch für das Gasnetz fehle eine Stilllegungs- und Rückbauperspektive komplett – obwohl das EU-Gaspaket die Mitgliedstaaten längst zu entsprechenden Verfahren verpflichtet.

Die Stadt hält dagegen

Dezernentin Zapf-Rodríguez weist die Rechtswidrigkeit zurück: Aus dem Gutachten ergebe sich keine Folgewirkung, das Zieljahr 2045 beschreibe nur den langfristigen Planungshorizont – am Tempo 2035 wolle man festhalten. Den Vorwurf, der Plan folge vor allem den Interessen von Mainova, nannte sie unangebracht. Aus dem Bündnis klingt das anders: Karl Hoehn sieht die Handschrift der Mainova im Plan, der Linken-Politiker Alexis Passadakis kritisiert, der Wärmeplan entspreche nicht dem beschlossenen Klimaziel 2035 und sei auch nicht rechtssicher.

Was das für euer Portemonnaie heißt

Und jetzt wird’s konkret für euren Alltag: Der Wärmeplan sieht Investitionen von 14 Milliarden Euro vor, das Fernwärmenetz soll auf 450 Kilometer wachsen. Viele Frankfurter Haushalte bekommen also in den kommenden Jahren ein Anschlussangebot. Wie attraktiv das wird, hängt stark vom Preis ab – und da ist Vorsicht geboten: Mainova hatte im vergangenen Jahr Preissteigerungen von teils mehr als 30 Prozent durchgesetzt. Rund ein Viertel der Frankfurter Fernwärme stammt bislang übrigens aus der Müllverbrennung.

Ob das Regierungspräsidium Darmstadt nach der Plenumsentscheidung einschreitet, ist weiterhin offen. Das Bündnis Wärmewende geht laut eigener Aussage fest davon aus, dass die Behörde den Plan nach ihrem Gutachten zurückweisen wird.

Fazit: Spannend bleibt’s am Main!

Egal wie der Streit ausgeht – für euch als Frankfurter Bürger lohnt sich der Blick auf das Thema. Es geht um nichts Geringeres als die Frage, wie ihr in 10, 20 Jahren heizt und was das kostet. Radio Frankfurt bleibt dran am Thema – das beste Programm im Main-Gebiet hält euch auf dem Laufenden!

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