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50 Jahre Ebbelwoikönig in Langen: Eine Tradition, die verbindet!

50 Jahre Ebbelwoikönig in Langen: Beim Jubiläumsempfang im Adlerhof feierten Titelträger, Königinnen und Stöffche-Fans eine lebendige Tradition mit vielen…

Redaktion
·
11. September 2026
Bild ist mit Hilfe von KI generiert
Zuletzt aktualisiert: vor 5 Minuten

Ein Jubiläum für echte Stöffche-Liebhaber

Langen feiert – und wie! 50 Jahre Ebbelwoikönig sind ein Grund, ordentlich anzustoßen. Beim Jubiläumsempfang im Adlerhof in der Wassergasse versammelten sich zahlreiche Würdenträgerinnen und Würdenträger, um auf eine halbe Jahrhundert lebendige Keltertradition anzustoßen. Veranstaltet vom Verkehrs- und Verschönerungsverein (VVV) und Brunnenwirt Heinz-Georg Sehring, wurde der Abend zu einem vergnüglichen Trip durch die Geschichte des besten Stöffches aus Langen – voller Anekdoten, Lachen und echter Frankfurter Apfelwein-Leidenschaft.

Vom ersten bis zum aktuellen König – die lebendige Klammer des Abends

Beim dritten Ebbelwoifest 1976 wurde erstmals der begehrte Titel für das beste Stöffche des Jahrgangs vergeben. Seitdem bewertet eine Jury der Ebbelwoiritter anonym eingereichte Proben – die Platzierten dürfen sich Prinzen und Prinzessinnen nennen. Beim Jubiläumsempfang bildeten der erste König, Dieter Schlapp, und der aktuelle Titelträger, Wilfried Rang, quasi die Klammer des Abends.

Schlapp hat eine legendäre Geschichte zu erzählen: 1976 wurde er nach einer durchzechten Nacht vom damaligen Brunnenwirt Hans Hoffarth geweckt und direkt zur Krönung gebracht. „Das war ja damals ein Geheimnis“, erinnert er sich schmunzelnd. Wilfried Rang dagegen hat das Keltern quasi mit der Muttermilch aufgesogen – seit Generationen gehört es in seiner Familie dazu. Über Jahre gab er Proben ab, bis es endlich klappte. Stolz trägt er seine Schärpe, die seit 2017 verliehen wird. Für ihn ist das Keltern nicht nur Spaß, sondern auch ein Beitrag zum Erhalt der Streuobstwiesen rund um Langen.

Königinnen, Familiengeheimnisse und doppelte Titelverteidigung

Beim Empfang waren auch vier Königinnen anwesend. Ute Michels, die die Auszeichnung 1979 holte, bringt es auf den Punkt: „Was die Männer können, können wir auch.“ Ruth Kirchner, Königin von 1991, hat eine besonders witzige Anekdote parat: 1982 meldeten sie und ihr Mann ihre Probe – weil sie im Urlaub waren – unter dem Namen ihres Vaters Johann Helfmann an. Der gewann prompt. Sein Kommentar: „Da habt ihr mir ganz schön etwas eingebrockt, als ich auf die Bühne musste.“

Auch Horst und Peter Metzger (nicht verwandt!) sicherten sich 1980 gemeinsam den Titel: Der eine hatte die Äpfel, der andere den passenden Keller. Eine perfekte Kombination! Besonders bemerkenswert: Rudolf Dietz ist der einzige, dem 2004 und 2005 die Titelverteidigung im Folgejahr gelang – und er durfte sogar bei einem Empfang des Ministerpräsidenten dabei sein. Volker Trippel konnte sich über die Jahre gleich dreimal über den Titel freuen, dessen Opa schon „mit Leib und Seele“ Ebbelwoi produziert hatte.

Neulinge mit Erfolg – und ein Wunsch nach mehr Heckenwirtschaften

Dass auch Neulinge ganz vorne mitmischen können, beweisen Christopher Seibt und Felix Büchler. Aus reiner Neugier fingen beide mit dem Keltern an – und gewannen 2018 und 2024. Büchler, der als Lehrer arbeitet, bekam Tipps von einem Kollegen. Beim Ebbelwoifest betreiben beide die Heckenwirtschaft „Hecker 16″, die besonders bei jungen Leuten beliebt ist – vor allem wegen Erdbeerlime und Frebbler (Frozen Ebbelwoi). „Solche Initiativen brauchen wir“, betonte Sehring, der sich generell mehr Heckenwirtschaften in der Stadt wünscht.

Ebenfalls gelobt wurde Matthias Breidenbach vom Verein der Stöffchemacher, der den Ebbelwoi für den Empfang spendete und 2018 selbst als Neuling den Titel holte. Der Verein besitzt eine historische Kelter auf dem Platz der Juki-Farm und leistet damit einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Tradition in Langen. 2022 gewann mit Lothar Stumpf ein weiteres Vereinsmitglied den begehrten Titel.

Tradition mit Zukunft – aber Sorgen beim aktuellen Jahrgang

Brunnenwirt Sehring ließ keinen Zweifel daran, wie wichtig die heimischen Kelterer für das Ebbelwoifest sind: „Ohne Euch hätten wir beim Fest nur noch Karussells und Würstchen.“ Gleichzeitig machte er sich Sorgen um den aktuellen Jahrgang – später Frost und Hitze hätten den Äpfeln stark geschadet. Die Stadt habe bereits den Siebenschläferjahrgang abgesagt. Wie es weitergeht, bleibt abzuwarten.

Eines ist aber sicher: 50 Jahre Ebbelwoikönig in Langen zeigen, dass diese Tradition lebt, wächst und die Menschen verbindet – von Generation zu Generation. Prost auf die nächsten 50 Jahre!

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