Studio-Hotline 069–669 669 0

Zweite Zinserhöhung in Folge: Was die EZB jetzt gegen die Preisexplosion unternimmt

Inflation auf Dreijahreshoch: Die EZB erhöht erneut die Zinsen wegen des Iran-Kriegs. Was das für Sprit, Kredite und euer Erspartes bedeutet.

Redaktion
·
13. Oktober 2026
Bild ist mit Hilfe von KI generiert
Zuletzt aktualisiert: vor 1 Woche

Die Inflation ist zurück – und die EZB zieht nach

Leute, haltet euch fest: Die Teuerung in der Eurozone hat im August die höchste Marke seit fast drei Jahren erreicht. Einer ersten Schätzung zufolge lagen die Verbraucherpreise 3,3 Prozent über dem Vorjahreswert – weit entfernt vom Zielwert der Europäischen Zentralbank von 2,0 Prozent. In Deutschland kletterte die Inflationsrate im August auf 2,9 Prozent, getrieben vor allem durch deutlich teureren Sprit und Heizöl. Wir hatten das Thema schon in einem früheren Beitrag über den Iran-Krieg und eure Geldbörse aufgerollt – jetzt gibt’s die nächste Runde, denn die EZB hat reagiert.

EZB erhöht Leitzins zum zweiten Mal

Die Notenbank hat nachgelegt: Der Einlagenzins wurde von 2,25 auf 2,5 Prozent angehoben – bereits die zweite Zinserhöhung in diesem Jahr. Entschieden hat das der EZB-Rat ausnahmsweise nicht in Frankfurt, sondern in Berlin, bei der Bundesbank. EZB-Präsidentin Christine Lagarde machte klar: „Der Konflikt im Nahen Osten erzeugt weiterhin Inflationsdruck, und die Inflation dürfte für einen längeren Zeitraum deutlich über unserem Zielwert bleiben.“ Auslöser des ganzen Schlamassels ist der Krieg zwischen den USA und dem Iran, der seit Ende Februar schwelt und die Energiepreise massiv nach oben treibt. Der Brent-Ölpreis kletterte zuletzt wieder über die Marke von 100 Dollar je Barrel.

Ulrich Reuter, Präsident des Sparkassenverbands DSGV, lobte den Schritt: Die EZB könne zwar die höheren Energiepreise infolge der Sperrung der Straße von Hormus nicht verhindern, aber beeinflussen, dass die Preise nicht dauerhaft und auf breiter Front steigen. Auch BVR-Präsidentin Marija Kolak sprach von einem „klaren Signal zur Sicherung der Preisstabilität im Euroraum“.

Was das für euren Geldbeutel bedeutet

Höhere Leitzinsen sind ein zweischneidiges Schwert: Kredite werden teurer, was die Nachfrage bremst und so die Inflation dämpfen soll. Für Immobilienkäufer und Bauherren ist das bitter – laut Finanztip kletterten die Effektivzinsen für Immobilienkredite mit zehn Jahren Zinsbindung auf rund 4,2 Prozent, der höchste Stand seit Ende 2023. Sparer dagegen dürfen sich freuen: Nach einer Analyse von Verivox sind die Tagesgeldzinsen für Neukunden gestiegen, bei befristeten Angeboten sind in der Spitze mehr als vier Prozent drin. Die durchschnittlichen Festgeldzinsen bei zweijähriger Laufzeit stiegen demnach auf 2,55 Prozent.

Die EZB rechnet damit, dass die erhöhte Teuerungsrate uns noch bis mindestens 2027 begleitet. Für dieses Jahr erwartet die Notenbank 3,0 Prozent Inflation, 2027 immer noch 2,5 Prozent und selbst 2028 mit 2,1 Prozent wird das Ziel knapp verfehlt. Immerhin: Beim Wirtschaftswachstum ist die EZB etwas optimistischer geworden und rechnet für 2026 mit einem Plus von 0,9 Prozent.

Frankreich als neuer Unsicherheitsfaktor

Zu allem Überfluss sorgt gerade auch Frankreich für Nervosität an den Finanzmärkten. Nach Angaben von Morningstar sind die Renditen zehnjähriger französischer Staatsanleihen zuletzt auf mehr als 4,9 Prozent gestiegen, der Renditeabstand zu deutschen Bundesanleihen näherte sich mit rund 150 Basispunkten dem höchsten Stand seit Ende 2011. Grund sind Frankreichs Haushaltsprobleme und die politische Unsicherheit vor der Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr. Das erschwert der EZB ihren Kurs zusätzlich: Steigende Finanzierungskosten in Frankreich könnten laut Morningstar-Analysten sogar den Druck auf weitere Zinserhöhungen verringern, weil sie das Wachstum bremsen und die Weitergabe hoher Energiekosten an Verbraucher begrenzen. Laut den Preisen an den Derivatemärkten gilt eine Zinserhöhung im Oktober als eher unwahrscheinlich, für Dezember steigt die Wahrscheinlichkeit aber wieder deutlich.

Wie geht’s weiter?

Klar ist: Der Druck auf die EZB bleibt hoch. Je länger die Energiepreise oben bleiben, desto größer die Gefahr, dass auch andere Bereiche teurer werden – vom Transport bis zur Kühlung von Lebensmitteln. Dazu kommen laut Bietigheimer Zeitung Risiken durch Hitze, Trockenheit und mögliche Lohnsteigerungen, die die Preisspirale weiter antreiben könnten. Für uns alle heißt das: Augen offen halten bei Tankstelle, Heizkosten und Kreditverträgen – der Sommer der hohen Preise ist noch nicht vorbei.

Quellen

Artikel teilen
Hilf uns, lokale Nachrichten zu verbreiten.

Dein Beitrag für Radio Frankfurt

Ob Meinung, Hinweis oder persönliche Geschichte: Reiche deinen Kommentar ein. Unsere Redaktion prüft deinen Beitrag vor der Veröffentlichung.
Einsatz von KI
Dieser Beitrag wurde mithilfe künstlicher Intelligenz auf Grundlage redaktionell ausgewählter Quellen erstellt, mehrstufig geprüft und vor der Veröffentlichung durch unsere Redaktion freigegeben. KI-generierte Bilder sind entsprechend gekennzeichnet.

Das könnte dich auch interessieren

Diskutiere mit!
Anonym und ganz ohne Anmeldezwang!
Alle Kommentare werden von unserer Redaktion im Vorfeld geprüft.
Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

1
Kontakt
2
Unterlagen
3
Datenschutz
WhatsApp vorhanden?
    Datenschutz*

    Kontaktformular

    Wir schätzen Ihren Beitrag! Wenn Sie Fragen haben, uns Feedback geben oder einfach nur Hallo sagen möchten, steht Ihnen unser Team gerne zur Verfügung. Bitte zögern Sie nicht, uns über das unten angegebenen Kontaktformular zu kontaktieren.