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Goethe-Uni vor dem großen Umbau: 60 Professuren sollen wegfallen

Goethe-Uni plant große Reform: Aus 16 Fachbereichen werden sieben, rund 60 Professuren sollen wegfallen.

Redaktion
·
22. Oktober 2026
Bild ist mit Hilfe von KI generiert
Zuletzt aktualisiert: vor 1 Tag

Große Pläne, großer Ärger an der Goethe-Uni

Frankfurt diskutiert über die Zukunft seiner größten Hochschule! Das Präsidium der Goethe-Universität hat einen Reformplan vorgelegt, der die Uni ordentlich durcheinanderwirbelt. Statt bisher 16 Fachbereichen soll es künftig nur noch sieben geben. Und das ist nicht alles: Rund 60 Professuren sollen gestrichen werden. Wir sagen euch, was hinter den Plänen steckt und warum längst nicht alle an der Uni begeistert sind.

Wie t-online berichtet, geht der Reformplan aus einem 59-seitigen Konzept hervor, mit dem sich der Universitätssenat in einer Klausur befasst hat. Grund für die drastischen Einschnitte ist vor allem die Finanzlage: Der Hochschulpakt des Landes Hessen für die Jahre 2026 bis 2031 zwingt die Hochschulen zum Sparen. Im Konzept heißt es, die finanziellen Rahmenbedingungen würden sich dauerhaft und deutlich verengen. Dazu kommen laut dem Papier weitere Herausforderungen wie wachsende Wissenschafts- und Demokratiefeindlichkeit, Fachkräftemangel, demografischer Wandel und die rasante Entwicklung der Künstlichen Intelligenz.

Sieben statt 16 – so soll die neue Uni aussehen

Jeder der künftigen Fachbereiche soll acht bis 16 Professuren umfassen. Außerdem will man stärker mit den Unis Darmstadt und Mainz zusammenarbeiten – die drei Hochschulen werden ab kommendem Jahr als Exzellenzuniversitäten von Bund und Ländern mit bis zu 155 Millionen Euro über sieben Jahre gefördert.

Konkret heißt das: Recht und Wirtschaft sollen zu einem gemeinsamen Fachbereich verschmelzen, dabei fallen laut t-online vier Juraprofessuren und sieben Ökonomieprofessuren weg, die Wirtschaftspädagogik soll ganz gestrichen werden. Ein weiterer Fachbereich bündelt Erziehungs-, Politikwissenschaften, Soziologie, Psychologie und Sport – hier sollen elf Professuren wegfallen.

Auch die Geisteswissenschaften trifft es hart: Aus fünf werden zwei Fachbereiche. Einer bündelt Geschichte, Philosophie, Religions- und Kulturwissenschaften sowie die Theologien, hier sollen mindestens acht Professuren gestrichen werden. Der andere vereint Sprach-, Literatur- und Kunstwissenschaften mit mindestens zehn gestrichenen Stellen. Physik und Mathematik/Informatik sollen ebenfalls zusammengelegt werden, die Lebenswissenschaften bekommen einen gemeinsamen Fachbereich für Biochemie, Chemie, Pharmazie und Biowissenschaften. Einzig die Medizin soll ihren Zuschnitt behalten. Beschlossen werden könnte das Konzept im vierten Quartal 2027, die neuen Fachbereiche sollen zum Wintersemester 2028/29 starten – komplett umgesetzt werden soll alles bis 2032.

Heftiger Gegenwind von Studierenden und Politik

Dass so ein Mega-Umbau nicht ohne Diskussionen abläuft, liegt auf der Hand. Wie die FAZ berichtet, wirft der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) dem Präsidium vor, Studierende, Mittelbau und viele Professorinnen und Professoren mit den Plänen über die Presse konfrontiert zu haben, statt sie direkt einzubeziehen. Der AStA fordert, das vollständige Konzept offenzulegen, öffentlich im Senat zu beraten und alle Statusgruppen an jedem Schritt zu beteiligen.

Auch aus der Landespolitik hagelt es Kritik: Die Linke Hessen spricht laut FAZ von „Exzellenz in der Spitze, Kahlschlag in der Breite“ und sieht vor allem die Geistes- und Sozialwissenschaften gefährdet. Die hochschulpolitische Sprecherin der Grünen-Landtagsfraktion warnt vor weiteren Einschnitten im Studienangebot und mehr Arbeitsbelastung und fordert die CDU/SPD-Koalition im Landtag auf, ihr Versprechen einzulösen, die Hochschulfinanzierung für 2028 nachzuverhandeln. Kritiker der Pläne haben der FAZ zufolge zudem ein Alternativkonzept vorgelegt, das Strukturreformen nicht grundsätzlich ablehnt, aber auf Freiwilligkeit bei Fusionen setzt.

Wie geht’s weiter?

Entschieden ist bislang noch nichts – der Senat hat in seiner Klausursitzung beraten, Beschlüsse waren dabei noch nicht vorgesehen. Klar ist: Die Goethe-Uni steht vor der größten Strukturreform seit Langem, und wir von Radio Frankfurt bleiben für euch dran, wie es mit Hessens größter Hochschule weitergeht. Der Sound der Weltstadt informiert euch natürlich auch weiterhin über alles, was Frankfurt bewegt – jetzt reinhören!

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