
Beim Zoll-Aktionstag auf dem Frankfurter Roßmarkt begeisterte Spürhund „Mad Max“ das Publikum – er spürte Mähnenwolf-Haare in verschlossenen Koffern auf.
Was war da los auf dem Frankfurter Roßmarkt? Zollfahrzeuge, Einsatzkräfte in Mannschaftsstärke – wer am Samstag zufällig vorbeikam, dachte vielleicht kurz an einen Großeinsatz. Aber weit gefehlt! Die Hauptzollämter Frankfurt, Gießen und Darmstadt sowie das Zollfahndungsamt Frankfurt hatten gemeinsam einen riesigen Aktionstag auf die Beine gestellt. Anlass: 75 Jahre deutscher Zoll. Unter dem Motto „Wir sind der Zoll“ finden bundesweit Veranstaltungen und Aktionen statt – Frankfurt war an diesem Wochenende mittendrin.
Der unbestrittene Publikumsliebling war ein Vierbeiner: der zehnjährige Artenschutz-Spürhund „Mad Max“. Auf der Bühne bewies er eindrucksvoll, was eine gute Nase alles kann. Nach einer Duftprobe an Haaren eines Mähnenwolfs – einer geschützten Tierart – schnüffelte er sich zielsicher durch eine Reihe verschlossener Koffer und zeigte seinem Hundeführer jedes Mal korrekt an, in welchem Gepäckstück sich ebenfalls solche Haare befanden. Beeindruckend!
„Mad Max“ gehört zur Gruppe der Artenschutz-Spürhunde, die speziell auf Gerüche geschützter Tiere trainiert werden. Doch er ist nicht allein: Am Frankfurter Flughafen sind insgesamt 24 Hunde im Einsatz – spezialisiert auf Rauschgift, Tabak, Bargeld oder eben Artenschutz. Jeder Hund hat seinen eigenen Schwerpunkt, jede Nase ihre Mission.
Das Angebot auf dem Roßmarkt war vielseitig – und zum Mitmachen eingeladen. Besucherinnen und Besucher konnten selbst ausprobieren, ob sie Schmuggelwaren in einem Koffer finden würden, oder verschlossene Pakete öffnen, um festzustellen: Drin war zum Beispiel ein gefälschter WM-Pokal oder eine Drogenattrappe. Besonders faszinierend: Ein Messgerät des Zolls kann weißes Pulver sogar durch Plastikverpackungen hindurch analysieren – und so Mehl von Waschpulver oder Kokain unterscheiden.
Auf der Bühne gab es außerdem eine Live-Demo der einsatzorientierten Selbstverteidigung: Ein Kollege zeigte, wie man eine Person zu Boden bringt, mit Hebeltechniken fixiert und schließlich mit Handschellen sichert. Der „Sparringspartner“ bekam dafür reichlich Applaus vom Publikum – er hatte ihn sich redlich verdient.
Für echte Schnäppchenjäger gab es eine Versteigerung auf der Bühne. Alkoholflaschen, ein Vinyl-Set von Bruce Springsteen, ein Smartphone, ein Laptop und Gedenkmünzen – all das hat der Zoll zuvor konfisziert oder gepfändet, weil zum Beispiel Zollfreigrenzen überschritten oder Einfuhrabgaben nicht bezahlt wurden. Pro Jahr werden rund 50.000 solcher Artikel versteigert – darunter auch Fahrzeuge. Das Publikum kam gezielt wegen der Auktion, wie Peter Nusdorfer und Hans-Jürgen Berson bestätigten, die von der Veranstaltung im „Journal Frankfurt“ gelesen hatten.
Wer nach dem Aktionstag Lust bekommen hat, selbst beim Zoll einzusteigen: Das ist gut möglich! Über eine zweijährige Ausbildung gelangt man in den mittleren Dienst, per dreijährigem Studium in den gehobenen. Und das Beste: Beides ist noch bis zum Alter von 49 Jahren möglich. Valentina Aleva, 24, hat den Studienweg gewählt und ist heute im Steuerstrafrecht tätig. Ihr Fazit: „Die Aufgaben beim Zoll sind so vielseitig, ich wusste, ich werde was finden.“ Sie sagt, sie habe sich beruflich und persönlich selbst gefunden.
Der Aktionstag auf dem Frankfurter Roßmarkt hat gezeigt: Der Zoll ist weit mehr als Gepäckkontrolle am Flughafen. Artenschutz, Drogenfahndung, Steuerstrafrecht – der Sound der Weltstadt Frankfurt hat an diesem Samstag einen ganz neuen Beat bekommen. Jetzt reinhören, was rund um Frankfurt so alles passiert – bei Radio Frankfurt, dem besten Programm im Main-Gebiet!






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