
New York trifft Sachsenhausen: „27 Bagel
„27 Bagel
Sonnenfinsternis-Brillen in Frankfurt und Hessen ausverkauft – auf Kleinanzeigen werden sie für bis zu 35 Euro gehandelt. Was du jetzt wissen musst.
Die Sonnenfinsternis am 12. August 2026 war das Stadtgespräch – aber nicht nur wegen des spektakulären Himmelsschauspiels. Denn während viele Frankfurterinnen und Frankfurter noch schnell eine Schutzbrille ergattern wollten, um den Mond dabei zuzuschauen, wie er sich ab 19.18 Uhr vor die Sonne schiebt, war in den Geschäften längst Ebbe. Und auf Kleinanzeigen.de? Da wurde aus Not ein Geschäft gemacht – zu Preisen, die so manchen die Hutschnur hochgehen lassen.
Wer am Mittwoch noch schnell in eine Optiker-Filiale wollte, hatte schlechte Karten. Mehrere Fielmann-Filialen – darunter in Wiesbaden, im Main-Taunus-Zentrum, in Bingen und in Mainz – meldeten kompletten Ausverkauf. Ein Fielmann-Sprecher bestätigte: Die zertifizierten Sonnenfinsternis-Brillen zum Preis von 99 Cent hätten einen regelrechten Ansturm ausgelöst. Kein Wunder – günstiger und sicherer geht’s kaum.
Gleichzeitig warnte der Sprecher ausdrücklich davor, alte SoFi-Brillen aus dem Jahr 1999 wieder rauszukramen. Damals seien die meisten Brillen aus Pappe mit Foliengläsern gewesen – und das Risiko für die Augen sei heute schlicht zu hoch. Das Tückische: Netzhautschäden durch ungeschützten Blick in die Sonne verursachen keinen akuten Schmerz, geben also kein Warnsignal. Das Sehvermögen kann dabei bleibend eingeschränkt werden oder sogar verloren gehen. Klingt dramatisch – ist es auch.
Wer keine Brille mehr im Laden fand, stieß online auf eine ganz andere Realität. Auf Kleinanzeigen.de tauchten im Raum Frankfurt plötzlich Angebote auf, die einem die Sprache verschlagen: 25 Euro für eine Brille zur Selbstabholung, andere sogar für 35 Euro. Eine Person, die offenbar eine größere Menge vorrätig hatte, nutzte die Knappheit gezielt aus.
Und das blieb nicht unkommentiert. Ein Nutzer machte seinem Frust deutlich Luft: „Bei einem so besonderen Ereignis sollte es darum gehen, möglichst vielen Menschen – gerade Kindern – die Möglichkeit zu geben, dieses einzigartige Erlebnis sicher mitzuerleben.“ Stattdessen werde „versucht, aus der Begeisterung und dem Wunsch anderer, dabei sein zu können, maximalen Profit zu schlagen.“ Harte Worte – aber kaum jemand würde widersprechen.
Für alle, die das Ereignis fotografisch festhalten wollten, gab es ebenfalls wichtige Hinweise – und die hatten wir schon vorab in einem früheren Beitrag zusammengefasst: In unserem Artikel Sonnenfinsternis über Frankfurt: So fotografierst du sie sicher haben Experten des Physikalischen Vereins Frankfurt eindringlich darauf hingewiesen, dass Kameras und Smartphones beim Fotografieren der Sonne zwingend Spezialfilter brauchen – sonst drohen Schäden an den empfindlichen Sensoren. Für gute Aufnahmen empfehlen die Experten außerdem ein stabiles Stativ, eine freie Sichtlinie Richtung Nordwesten und einen geeigneten Aussichtspunkt.
Wer am Abend des 12. August leer ausging, hatte trotzdem noch eine Chance auf ein magisches Erlebnis. Denn in der Nacht vom 12. auf den 13. August erreichte der Perseiden-Meteorstrom seinen Höhepunkt. Wie die Universität Marburg erklärt, durchquert die Erde jedes Jahr im August eine Spur aus Staub- und Trümmerteilchen des Kometen Swift-Tuttle. Beim Eintritt in die Erdatmosphäre verglühen die winzigen Partikel – und werden zu Sternschnuppen, die am Nachthimmel funkeln. Dafür braucht’s keine Schutzbrille, nur einen klaren Himmel und ein bisschen Geduld.
Der Sound der Weltstadt macht eben auch beim Blick nach oben keinen Halt. Bleibt neugierig, Frankfurt – und passt auf eure Augen auf!

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