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Heiß, heißer, Frankfurt: Trinkwasserverbrauch explodiert – erste Zulieferer kürzen Mengen

Frankfurts Trinkwasserverbrauch steigt an heißen Tagen auf bis zu 170.000 Kubikmeter – erste Zulieferer kürzen bereits Mengen. Was das für euch bedeutet.

Redaktion
·
13. August 2026
Bild ist mit Hilfe von KI generiert
Zuletzt aktualisiert: vor 2 Stunden

Frankfurt dürstet – und das im wahrsten Sinne

Der Sommer macht Frankfurt zu schaffen. Nicht nur den Menschen, die sich nach Abkühlung sehnen – auch die Wasserversorgung kommt zunehmend unter Druck. An besonders heißen Tagen steigt der Trinkwasserverbrauch in der Mainmetropole von durchschnittlich rund 125.000 auf bis zu 170.000 Kubikmeter pro Tag. Das sind gewaltige Mengen – und die Lage macht nachdenklich.

Denn gleichzeitig zeigen Frankfurts Gewässer, was Trockenheit wirklich bedeutet: Im Liederbach fließt kein einziger Tropfen mehr. Der Rhein ist so niedrig wie schon lange nicht – selbst im Trockenjahr 2018 war der Pegel Kaub am Rhein nicht unter 25 Zentimeter gefallen. In diesem Jahr schon. Auch viele Zuflüsse sind zu Rinnsalen geschrumpft oder ganz versiegt.

Erste Zulieferer drehen den Hahn zu

Was bedeutet das konkret für eure Wasserhähne zuhause? Hessenwasser, der Vorlieferant für Frankfurt, gibt Entwarnung – aber nur bedingt. Sprecher Eike Rhein erklärt, dass die Grundwasserstände in den wichtigen Gewinnungsgebieten im Frankfurter Stadtwald und im Hessischen Ried derzeit überwiegend auf mittlerem Niveau liegen. Dort helfe auch die Infiltration von aufbereitetem Oberflächenwasser, die Stände zu stabilisieren.

Allerdings: Hessenwasser bezieht Trinkwasser auch von anderen Wasserversorgern – und dort gibt es bereits erste Kürzungen der Liefermengen. Diese könnten laut Rhein aktuell noch durch das Grundwasser aus dem Stadtwald und dem Hessischen Ried ausgeglichen werden. Sollten die Zulieferungen aber weiter zurückgehen, „müsste die Situation neu bewertet werden.“ Klingt beruhigend, ist aber ein klares Signal: Die Lage ist angespannt.

Das Umweltamt bestätigt: Einen akuten Wassermangel in der Trinkwasserversorgung gibt es derzeit nicht. Aber die Zahlen sprechen für sich.

Frankfurts Leitungsnetz: Besser als der Bundesdurchschnitt

Mainova-Sprecher Sven Birgmeier kann zumindest bei einem Punkt beruhigen: Das rund 2080 Kilometer lange Frankfurter Trinkwassernetz verliert durchschnittlich etwa fünf Prozent der eingespeisten Wassermengen – und liegt damit leicht unter dem Bundesniveau von sechs Prozent. Größere Lecks gibt es aktuell nicht. Verluste entstehen durch unvermeidliche Leckagen, die Entnahme von Löschwasser und Messtoleranzen.

Damit das so bleibt, investiert Mainova jährlich mehrere Millionen Euro in die Modernisierung des Netzes. Bis 2040 soll die jährliche Erneuerungsleistung schrittweise auf rund 25 Kilometer Leitungen erhöht werden. Zusätzlich setzt die Mainova-Tochter NRM Netzdienste Rhein-Main auf modernste Technik: Mehr als 200 Ultraschallsensoren erfassen kontinuierlich Durchflussdaten und ermöglichen es, Leckagen und Rohrbrüche frühzeitig zu erkennen und schnell zu beheben.

Was ihr jetzt tun könnt – Tipps zum Wassersparen

Während die Versorger an langfristigen Lösungen arbeiten – Frankfurt investiert gemeinsam mit Hessenwasser in den Ausbau der Mainwasserinfiltration und eine neue Riedleitung – könnt ihr schon heute einen Unterschied machen. Das Umweltamt empfiehlt:

  • Pflanzen morgens oder abends gießen, am besten mit gesammeltem Regenwasser
  • Rasenflächen in dieser Zeit gar nicht gießen
  • Wassersparende Armaturen verwenden
  • Die Spartaste an der Toilette nutzen
  • Leckagen an Wasserhähnen rasch beseitigen lassen
  • Klimaanlagen so einstellen, dass der Raum nicht kälter als 26 Grad wird – der Temperaturunterschied zur Außentemperatur sollte höchstens fünf Grad betragen

Diese Tipps kommen unter anderem von Peter Paul Thoma, Ehrenobermeister der Innung Sanitär – Heizung – Klima. Jeder gesparte Liter zählt – gerade jetzt.

Fazit: Entspannt, aber wachsam bleiben

Akute Panik ist nicht angesagt – das ist die gute Nachricht. Aber die Lage rund um Frankfurts Trinkwasserversorgung zeigt deutlich, wie verwundbar die Versorgung bei anhaltender Hitze und Trockenheit werden kann. Wer jetzt bewusst mit Wasser umgeht, hilft nicht nur sich selbst, sondern der ganzen Stadt. Der Sound der Weltstadt klingt auch dann am besten, wenn alle gut versorgt sind – also: Augen auf beim Wassersparen, Frankfurt!

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