
40 Jahre danach: „Die Soccers
Nach 40 Jahren feiern „Die Soccers
Frankfurt landet beim Kinderübergewicht im Mittelfeld von 16 deutschen Großstädten – mit 11,2 Prozent bei der Schuleingangsuntersuchung 2023.
Wie gesund sind Deutschlands Kinder wirklich – und wie groß sind die Unterschiede zwischen den Städten? Eine neue Datenanalyse, die amtliche Schuleingangsuntersuchungen und regionale Gesundheitsdaten aus 21 deutschen Großstädten auswertet, gibt spannende Antworten. Und für Frankfurt gilt: Die Main-Metropole ist kein Extremfall – aber die Zahlen zeigen, wie stark der Wohnort das Körpergewicht von Kindern schon vor der Einschulung prägt.
Bei der Schuleingangsuntersuchung 2023 waren in Frankfurt rund 11,2 Prozent der Kinder übergewichtig oder adipös. Das platziert die Stadt auf Rang 9 von 16 Städten, für die ein Übergewichtswert vorliegt – und deutlich unter Spitzenreiter Essen, wo satte 21 Prozent der Kinder betroffen sind. Auch bei der Adipositas-Quote, die ausschließlich stark übergewichtige Kinder erfasst, liegt Frankfurt mit 4,6 Prozent im unteren Mittelfeld – weit unter Wuppertal (7,9 Prozent) oder Gelsenkirchen (7,6 Prozent).
Das Gesamtbild zeigt ein klares regionales Gefälle:
Zwischen der höchsten und der niedrigsten Adipositas-Quote im Vergleich liegt der Faktor 2,6 – ein riesiger Unterschied, der zeigt: Wo ein Kind aufwächst, macht einen enormen Unterschied für seine Gesundheit.
Besonders bemerkenswert: Die meisten Werte, auch die Frankfurter, stammen aus Schuleingangsuntersuchungen und erfassen Kinder im Alter von fünf bis sechs Jahren – also noch vor Schulbeginn. Die regionalen Unterschiede entstehen demnach bereits in der Kita-Zeit, in einer Lebensphase, in der Eltern die Ernährungs- und Trinkroutinen ihrer Kinder noch fast vollständig prägen.
Die Analyse führt das auf einen gut belegten Zusammenhang zurück: Einkommen und Bildung der Eltern, das Wohnumfeld, Bewegungsmöglichkeiten sowie Ernährungs- und Trinkgewohnheiten im Familienalltag spielen eine zentrale Rolle. Deshalb stehen Städte mit hoher sozialer Belastung wie Gelsenkirchen und Duisburg weit oben im Ranking – während wirtschaftsstarke Städte im Südwesten wie Stuttgart oder Karlsruhe die niedrigsten Werte aufweisen. Frankfurt liegt als wohlhabende Großstadt eher im unteren Bereich des Rankings – ohne jedoch zur Spitzengruppe der Städte mit den niedrigsten Werten zu gehören.
Laut der KiGGS-Studie des Robert Koch-Instituts gelten bundesweit 15,4 Prozent der 3- bis 17-Jährigen als übergewichtig, knapp 6 Prozent als adipös. 15 der 16 Städte im Ranking – Frankfurt eingeschlossen – liegen unter diesem Bundesschnitt. Nur Essen liegt darüber.
Aber Vorsicht vor zu früher Entwarnung: Die Stadtwerte bilden überwiegend Fünf- bis Sechsjährige ab, der Bundeswert hingegen alle 3- bis 17-Jährigen. Und Übergewicht nimmt mit dem Alter deutlich zu. Die Einschulungswerte zeigen also den Startpunkt einer Entwicklung – nicht deren Ende.
Was können Eltern ganz konkret tun? Die Analyse benennt einen einfachen, aber wirkungsvollen Ansatzpunkt: die Getränkewahl. Zuckergesüßte Limonaden, Eistees und Fruchtsaftgetränke liefern flüssige Kalorien, die kaum sättigen – der Körper registriert getrunkene Energie schlechter als gegessene, die Kalorien kommen schlicht obendrauf.
Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt, freie Zucker auf unter 10 Prozent der täglichen Energiezufuhr zu begrenzen – idealerweise sogar unter 5 Prozent. Schon ein einziges Glas Limonade kann davon einen großen Teil aufbrauchen. Ernährungsfachgesellschaften empfehlen deshalb: Wasser zum Standardgetränk für Kinder machen – zu jeder Mahlzeit, in der Kita, in der Schule, unterwegs. Grundschulkinder sollten laut den Referenzwerten der Deutschen Gesellschaft für Ernährung rund einen Liter Flüssigkeit pro Tag über Getränke aufnehmen.
Frankfurt liegt im Mittelfeld – das ist keine Katastrophe, aber auch kein Freifahrtschein. Die Daten zeigen klar: Gesundheit beginnt im Alltag, zu Hause, schon vor dem ersten Schultag. Wer als Elternteil früh ansetzt – beim Trinken, beim Essen, bei Bewegung – legt den Grundstein für ein gesundes Aufwachsen. Das gilt für Familien in Frankfurt genauso wie überall sonst im Main-Gebiet. Jetzt reinhören – und dranbleiben!

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