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Wo Frankfurts Kinder im Gewichts-Ranking stehen – und was Eltern jetzt wissen sollten

Frankfurt landet beim Kinderübergewicht im Mittelfeld von 16 deutschen Großstädten – mit 11,2 Prozent bei der Schuleingangsuntersuchung 2023.

Redaktion
·
23. Juli 2026
Bild ist mit Hilfe von KI generiert
Zuletzt aktualisiert: vor 14 Stunden

Frankfurt im Mittelfeld – aber was steckt dahinter?

Wie gesund sind Deutschlands Kinder wirklich – und wie groß sind die Unterschiede zwischen den Städten? Eine neue Datenanalyse, die amtliche Schuleingangsuntersuchungen und regionale Gesundheitsdaten aus 21 deutschen Großstädten auswertet, gibt spannende Antworten. Und für Frankfurt gilt: Die Main-Metropole ist kein Extremfall – aber die Zahlen zeigen, wie stark der Wohnort das Körpergewicht von Kindern schon vor der Einschulung prägt.

Frankfurt auf Rang 9 – so sieht das Ranking aus

Bei der Schuleingangsuntersuchung 2023 waren in Frankfurt rund 11,2 Prozent der Kinder übergewichtig oder adipös. Das platziert die Stadt auf Rang 9 von 16 Städten, für die ein Übergewichtswert vorliegt – und deutlich unter Spitzenreiter Essen, wo satte 21 Prozent der Kinder betroffen sind. Auch bei der Adipositas-Quote, die ausschließlich stark übergewichtige Kinder erfasst, liegt Frankfurt mit 4,6 Prozent im unteren Mittelfeld – weit unter Wuppertal (7,9 Prozent) oder Gelsenkirchen (7,6 Prozent).

Das Gesamtbild zeigt ein klares regionales Gefälle:

  • Essen – 21 % übergewichtige Kinder (Platz 1)
  • Wuppertal – 14,4 %
  • Bremen – 13,9 %
  • Frankfurt – 11,2 % (Platz 9)
  • Hamburg – 10 %
  • Karlsruhe – 8 %
  • Dresden – unter 8 % (niedrigster Wert im Ranking)

Zwischen der höchsten und der niedrigsten Adipositas-Quote im Vergleich liegt der Faktor 2,6 – ein riesiger Unterschied, der zeigt: Wo ein Kind aufwächst, macht einen enormen Unterschied für seine Gesundheit.

Die Weichen werden vor der Einschulung gestellt

Besonders bemerkenswert: Die meisten Werte, auch die Frankfurter, stammen aus Schuleingangsuntersuchungen und erfassen Kinder im Alter von fünf bis sechs Jahren – also noch vor Schulbeginn. Die regionalen Unterschiede entstehen demnach bereits in der Kita-Zeit, in einer Lebensphase, in der Eltern die Ernährungs- und Trinkroutinen ihrer Kinder noch fast vollständig prägen.

Die Analyse führt das auf einen gut belegten Zusammenhang zurück: Einkommen und Bildung der Eltern, das Wohnumfeld, Bewegungsmöglichkeiten sowie Ernährungs- und Trinkgewohnheiten im Familienalltag spielen eine zentrale Rolle. Deshalb stehen Städte mit hoher sozialer Belastung wie Gelsenkirchen und Duisburg weit oben im Ranking – während wirtschaftsstarke Städte im Südwesten wie Stuttgart oder Karlsruhe die niedrigsten Werte aufweisen. Frankfurt liegt als wohlhabende Großstadt eher im unteren Bereich des Rankings – ohne jedoch zur Spitzengruppe der Städte mit den niedrigsten Werten zu gehören.

Bundesweiter Vergleich: Einschulung ist erst der Anfang

Laut der KiGGS-Studie des Robert Koch-Instituts gelten bundesweit 15,4 Prozent der 3- bis 17-Jährigen als übergewichtig, knapp 6 Prozent als adipös. 15 der 16 Städte im Ranking – Frankfurt eingeschlossen – liegen unter diesem Bundesschnitt. Nur Essen liegt darüber.

Aber Vorsicht vor zu früher Entwarnung: Die Stadtwerte bilden überwiegend Fünf- bis Sechsjährige ab, der Bundeswert hingegen alle 3- bis 17-Jährigen. Und Übergewicht nimmt mit dem Alter deutlich zu. Die Einschulungswerte zeigen also den Startpunkt einer Entwicklung – nicht deren Ende.

Der einfachste Hebel für Eltern: das Getränk

Was können Eltern ganz konkret tun? Die Analyse benennt einen einfachen, aber wirkungsvollen Ansatzpunkt: die Getränkewahl. Zuckergesüßte Limonaden, Eistees und Fruchtsaftgetränke liefern flüssige Kalorien, die kaum sättigen – der Körper registriert getrunkene Energie schlechter als gegessene, die Kalorien kommen schlicht obendrauf.

Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt, freie Zucker auf unter 10 Prozent der täglichen Energiezufuhr zu begrenzen – idealerweise sogar unter 5 Prozent. Schon ein einziges Glas Limonade kann davon einen großen Teil aufbrauchen. Ernährungsfachgesellschaften empfehlen deshalb: Wasser zum Standardgetränk für Kinder machen – zu jeder Mahlzeit, in der Kita, in der Schule, unterwegs. Grundschulkinder sollten laut den Referenzwerten der Deutschen Gesellschaft für Ernährung rund einen Liter Flüssigkeit pro Tag über Getränke aufnehmen.

Fazit: Frankfurt ist kein Alarmfall – aber auch kein Grund zur Entspannung

Frankfurt liegt im Mittelfeld – das ist keine Katastrophe, aber auch kein Freifahrtschein. Die Daten zeigen klar: Gesundheit beginnt im Alltag, zu Hause, schon vor dem ersten Schultag. Wer als Elternteil früh ansetzt – beim Trinken, beim Essen, bei Bewegung – legt den Grundstein für ein gesundes Aufwachsen. Das gilt für Familien in Frankfurt genauso wie überall sonst im Main-Gebiet. Jetzt reinhören – und dranbleiben!

Quellen


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