
Frankfurts Netz-Kunstwerk „A Sky Full of Hope
Frankfurt und seine Hitze-Thematik – das kennt ihr bereits. Wir haben schon berichtet, wie die Stadt kühler werden soll. Doch während Stadtplaner über Begrünung und Wasserflächen diskutieren, sorgt ein ganz anderes Projekt über der Konstablerwache für neuen Zündstoff: das Netz-Kunstwerk „A Sky Full of Hope – Earthtime 1.78 Frankfurt“ der US-amerikanischen Künstlerin Janet Echelman. Und der nächste Aufreger ließ nicht lange auf sich warten.
Was wie eine Schlagzeile aus einem Satiremagazin klingt, ist bittere Realität: Am Dienstag musste die Frankfurter Feuerwehr mit einer Drehleiter ausrücken – weil sich eine Krähe im Kunstwerk verfangen hatte. Das Tier wurde von den Einsatzkräften befreit und anschließend in eine Tierklinik gebracht. Die gute Nachricht: Die Stadt Frankfurt bestätigte, dass es der Krähe gut geht und sie bereits wieder freigelassen wurde. Die schlechte Nachricht für die Befürworter des Werks: Der Vorfall liefert Kritikern neue Munition.
Schon vor diesem Zwischenfall war die Stimmung vieler Frankfurterinnen und Frankfurter angespannt. Das Kunstwerk kostete 2,3 Millionen Euro – finanziert aus Steuergeldern. Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) erklärte, das Geld stamme aus dem Budget des Stadtmarketings und sei an keiner anderen Stelle eingespart worden. Eine öffentliche Ausschreibung hatte es nicht gegeben. Geplant ist, dass die Installation drei Jahre hängt – allerdings wird sie zwischen November und Februar aus Sicherheitsgründen jeweils demontiert.
Die Künstlerin selbst hatte noch am Vortag des Vorfalls in den sozialen Medien betont, dass bei ähnlichen Werken in Dubai, Madrid, Mailand und Wien bislang kein Vogel verletzt worden sei. Die verwendeten Seile sind dicker und die Maschen größer als bei klassischen Vogelschutznetzen. Echelman betreibt sogar eine eigene Internetseite zum Thema Vogelsicherheit ihrer Arbeiten. Umso überraschter reagierten Künstlerin und Stadt auf den Krähen-Einsatz.
Die Stadt Frankfurt nahm den Vorfall ernst und erklärte: „Der Vorfall widerspricht allem, was uns auf Grundlage der bisherigen fachlichen Einschätzung bekannt war.“ Nun wird analysiert, ob Konsequenzen zu ziehen sind und ob die Situation neu bewertet werden muss. Ob das Auswirkungen auf den weiteren Verbleib der Installation hat, ließ die Stadt offen.
Etwas Beruhigung kommt dagegen vom Naturschutzbund Hessen (NABU): Ornithologe Bernd Petri erklärte gegenüber der „Frankfurter Rundschau“, er sehe in dem Netz keine ernsthafte Gefahr für Vögel. Er räumte zwar ein, dass sich Stadttauben oder Rabenkrähen darin verfangen könnten – wie geschehen. Er gehe aber davon aus, dass die Tiere dabei keinen Schaden nehmen.
Das Kunstwerk über der Konstablerwache ist erst vor wenigen Tagen offiziell eröffnet worden – und es polarisiert wie kaum ein anderes Projekt in der Stadt zuletzt. Während manche in der bunten Netzskulptur eine echte Aufwertung des eher unattraktiven Platzes sehen, fragen sich viele Bürgerinnen und Bürger lautstark, ob über zwei Millionen Euro Steuergeld dafür wirklich gut angelegt sind. Der Krähen-Vorfall hat diese Debatte noch einmal neu entfacht – und Frankfurt bleibt gespannt, wie Stadt und Künstlerin jetzt reagieren. Wir halten euch auf dem Laufenden!






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