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Saisonfinale unter der Friedensbrücke: Wenn Fußball Werte schafft

Bolzplatzliga F43+ feiert Saisonfinale unter der Friedensbrücke: Eintracht-Star Younes Ebnoutalib überrascht Kids, Werte wie Fairplay und Respekt im Fokus.

Redaktion
·
7. Oktober 2026
Bild ist mit Hilfe von KI generiert
Zuletzt aktualisiert: vor 21 Minuten

Der Sound der Weltstadt trifft auf den Bolzplatz

Fußball, Graffiti, Musik und jede Menge Bewegung: Unter der Friedensbrücke in Frankfurt ist die Saison 2026 der Bolzplatzliga F43+ zu Ende gegangen. Im Mittelpunkt des Abschlussevents stand das Finalturnier der U13, drumherum gab’s für die Kids ordentlich was zu erleben – von Skill Challenges über Teqball bis zum Style Corner und Graffiti-Workshops. Kein steifes Turnier, sondern echtes Jugendleben mitten in der Stadt!

Seit 2013 organisiert der Sportkreis Frankfurt die Bolzplatzliga für Kinder und Jugendliche. Von Mai bis September treffen sich die Teams auf Bolzplätzen in verschiedenen Stadtteilen – und es geht um mehr als nur Tore und Tabellen. Die Jugendlichen übernehmen selbst Verantwortung, organisieren vieles eigenständig und lernen dabei, wie wichtig Verlässlichkeit und ein respektvoller Umgang sind.

Werte, die bleiben

Sportkreis-Vorsitzender Roland Frischkorn bringt es auf den Punkt: Bolzplätze sind für viele Kinder und Jugendliche die erste Anlaufstelle in ihrem Quartier. Hier passiert niedrigschwellig, was sonst oft fehlt – Sport und Bewegung, Demokratie und Begegnung. Dass das gemeinsame Abschlussturnier wieder stattfinden konnte, war ihm ein besonderes Anliegen. Künstler Vincent Voigt gestaltete passend dazu ein großes Graffiti mit Wappen und Wertethema, das Kids-Gruppen am Nachmittag selbst mitsprayen durften.

Besonders in dieser Saison: die vertiefte Zusammenarbeit mit Eintracht Frankfurt. Die Profis Younes Ebnoutalib und Sara Doorsoun übernahmen die Patenschaft für die Bolzplatzliga und eröffneten die Saison bereits im Mai. In zwei Workshops wurde gemeinsam mit Jugendlichen ein Wertekodex entwickelt – Toleranz, Respekt und Fairplay stehen ganz oben und gelten verbindlich für alle. Die Idee dahinter: Was auf dem Bolzplatz selbstverständlich wird, tragen die Jugendlichen zurück in ihre Stadtteile.

Eintracht-Vorstandsmitglied Philipp Reschke zeigte sich beeindruckt vom Engagement der jungen Menschen. Auf dem Bolzplatz werde unmittelbar erfahrbar, was Sport bewirken kann: Verantwortung übernehmen, an Aufgaben wachsen, Ziele verfolgen und den Gegner als Mitspieler auf Augenhöhe respektieren. Viele Impulse für die Weiterentwicklung der Liga kommen laut Reschke direkt von den Jugendlichen selbst.

Überraschungsgast aus der Bundesliga

Als echtes Highlight kam beim Saisonabschluss noch der neue Nationalspieler von Eintracht Frankfurt vorbei: Younes Ebnoutalib. Wie die FAZ berichtet, nahm sich der 23-Jährige – kurz nach seinem Debüt in der Nations League gegen die Niederlande und seinem Startelf-Einsatz gegen Griechenland – ausgiebig Zeit für seine jungen Fans. Er signierte Autogrammkarten, Trikots und Handyhüllen und führte gemeinsam mit den Funktionären der Bolzplatzliga die Siegerehrung der Altersklasse U13 durch. Neben Trikots und Bällen gab’s auch Karten für ein Eintracht-Heimspiel.

Nach Angaben der FAZ ist die Bolzplatzliga mittlerweile vor allem ein Projekt für Kinder und Jugendliche – auch wenn die Altersspanne formal bis 27 Jahre reicht. Projektleiter Denis Bambusek erklärt, dass bis zur Corona-Pandemie der Anteil der Älteren überwog, inzwischen aber genau andersherum. Ursprünglich kickte man nur im Gallusviertel, bevor die Liga stadtweit ausgeweitet wurde. Bei den U13-Finals standen dennoch immerhin zehn Mannschaften aus dem Gallusviertel auf dem Platz.

Die Eintracht ist laut FAZ seit Frühjahr 2026 Sponsor des Projekts. Bereits bei der Saisoneröffnung im Mai blieb Ebnoutalib stundenlang auf dem Platz und forderte die Kinder zum Ballhochhalten heraus. Dass ihm das Bolzen am Herzen liegt, hat mit seiner eigenen Vergangenheit zu tun: Aufgewachsen in der Frankfurter Nordweststadt, trieb er sich dort selbst regelmäßig auf Bolzplätzen herum. Die Kooperation zwischen Eintracht und Bolzplatzliga soll laut FAZ künftig weiter intensiviert werden.

Mehr als nur ein Turnier

Stadionsprecher Daniel Wolf moderierte das Finalturnier unter der Friedensbrücke. Die Bolzplatzliga zeigt einmal mehr: Hier geht’s nicht nur um Fußball. Hier schafft der Sport Räume, in denen Kinder und Jugendliche direkt vor ihrer Haustür aktiv werden können – und dabei lernen, wie Zusammenhalt und Fairplay in der Praxis aussehen. Das beste Programm im Main-Gebiet gibt’s eben nicht nur im Radio, sondern auch auf dem Bolzplatz!

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