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Viermal Grammy-nominiert: Dieser Frankfurter produziert Beats für Drake und Kanye West

Tim Friedrich aus Frankfurt produziert Beats für Drake und Kanye West und wurde viermal für den Grammy nominiert.

Redaktion
·
15. August 2026
Bild ist mit Hilfe von KI generiert
Zuletzt aktualisiert: vor 2 Stunden

Frankfurt hat einen echten Weltstar – und kaum jemand weiß es

Der Sound der Weltstadt steckt nicht nur in den Clubs und Konzerthallen Frankfurts – er wird auch in einem Studio in Heddernheim produziert. Tim Friedrich, 33 Jahre alt, in der Szene als „Sucuki“ bekannt, ist einer der unbekanntesten und gleichzeitig erfolgreichsten Musikproduzenten, die Frankfurt je hervorgebracht hat. Er produziert Beats für Drake und Kanye West, hat mit Timbaland zusammengearbeitet und wurde viermal für den Grammy nominiert. Und trotzdem trinkt er am liebsten einen ruhigen Kaffee im kleinsten Schlagzeugladen Deutschlands.

Von Bockenheim in die Welt

Tim Friedrich ist in Höchst geboren, in Hofheim aufgewachsen und lebt heute in Bockenheim. Musik war von Anfang an Teil seines Lebens: Im Keller des Elternhauses standen Schlagzeug, Gitarre und Hammondorgel. Mit acht oder neun Jahren begann er ernsthaft zu trommeln, später spielte er mit 16 in Metal- und Hardcore-Bands. Sein Weg führte ihn schließlich an die Popakademie Baden-Württemberg – von 400 Bewerberinnen und Bewerbern wurden nur vier angenommen. Einer davon: Tim Friedrich.

Doch die Rolle des ausführenden Musikers war schnell nicht mehr genug. „Selbst für Helene Fischer Schlagzeug zu spielen, wäre nichts für mich gewesen“, sagt er. „Ich wollte nicht nur bedienen, sondern meine kreative Ader einbringen.“ Weil er ohnehin vor allem Hip-Hop hörte, zog es ihn immer mehr in Richtung Produktion. Aus dem Schlagzeuger wurde eine One-Man-Band.

Ein Laden, der alles veränderte

Eine wichtige Rolle in Friedrichs musikalischem Werdegang spielt Martin Hahn, Inhaber des Cream Music an der Grempstraße – dem wohl kleinsten Schlagzeugladen Deutschlands. „Martin ist für mich eine Frankfurter Legende“, sagt Friedrich. „Es gibt keinen, der so Schlagzeug spielt wie er.“ Schon Friedrichs Vater kaufte dort ein und nahm seinen Sohn regelmäßig mit. „Das war für mich wie für andere Kinder ein Besuch im Spielzeugladen. Cream war der absolute Wochenendtrip.“ Mehrere Praktika absolvierte er dort, saß im Keller, hörte zu und probierte Instrumente aus.

Instagram als Sprungbrett nach Miami

Seinen internationalen Durchbruch verdankt Friedrich der Social-Media-Plattform Instagram. Er stellte dort kurze Ausschnitte seiner Beats ein – und die Produktionen fanden über Umwege ihren Weg zu Timbaland, einem der einflussreichsten Produzenten des US-Hip-Hop und R&B. Als der erste Kontakt zustande kam, glaubte Friedrich noch an einen Scherz. Dann rief Timbaland persönlich an: „Er sagte: ,Ich will, dass ihr nach Miami kommt. Ich habe lange nichts mehr gehört, das so krass ist.'“ Wenige Wochen später saß der Frankfurter in Florida im Studio.

Aus dieser Begegnung entstand eine langjährige Zusammenarbeit. Friedrich war unter anderem an J. Coles „a m a r i“ beteiligt und produzierte für Künstler wie Kanye West und Drake – darunter der Track „Whisper My Name“. Mehrfach wurden Alben, an denen er mitwirkte, für einen Grammy nominiert. In der breiten Öffentlichkeit ist er dennoch kaum bekannt. „In der Produzenten-Bubble kennt man mich“, sagt er. „Aber ich stehe eben im Hintergrund und führe ein ganz normales Leben.“

Wie Quincy Jones – nur allein

Heute arbeitet Friedrich in einem rund hundert Quadratmeter großen Studio in Heddernheim. Er programmiert Drums, entwirft Melodien, spielt Synthesizer und baut komplette Arrangements. „Was Quincy Jones früher mit 20 Musikern gemacht hat, mache ich heute allein“, sagt er. Seine Spezialität: musikalische Bausteine, die andere Produzenten samplen können – ohne Copyright-Probleme.

Neben seiner internationalen Karriere ist Friedrich auch auf Frankfurter Bühnen aktiv. Unter einem weiteren Produzentennamen arbeitet er mit dem Frankfurter Rap-Duo Mehnersmoos zusammen, schreibt Musik und spielt Konzerte – von ausverkauften Hallen bis zur Hauptbühne bei „Rock am Ring“.

Grammy im Blick, Vaterschaft im Herzen

Friedrich hat lange zu viel gearbeitet, sich unter Druck gesetzt und versucht, Kreativität zu erzwingen. Heute vertraut er stärker dem Zufall. „Ich fange einfach an, höre, was passiert.“ Sein großes berufliches Ziel bleibt ein Grammy-Gewinn. Privat steht aber erst einmal etwas viel Wichtigeres an: Im November wird er zum ersten Mal Vater. Ein Frankfurter Produzent, der die Welt mit seinen Beats beschallt – und bald jemandem das Trommeln beibringen kann. Jetzt reinhören, was Frankfurt so draufhat!

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