
Die Philharmonie Fechenheim startet ihr Musikprojekt für Kinder – doch 7.000 Euro fehlen noch. Wie Marion Berger trotzdem alles riskiert, erfährst du hier.
Ein Projekt, das Kinderherzen höherschlagen lässt – und einer Frau, die alles dafür gibt: Die Philharmonie Fechenheim startet nächste Woche ihr Musik- und Theaterprojekt „Der Schlüssel zur Harmonie“ an der Freiligrathschule. Klingt fantastisch, oder? Ist es auch. Nur: 7.000 Euro fehlen noch. Und das Risiko trägt eine einzige Person.
Marion Berger, Vorsitzende der Philharmonie Fechenheim, hat die Verträge bereits unterschrieben – obwohl die Finanzierung noch nicht steht. Mutig? Auf jeden Fall. Denn das Projekt kostet in diesem Jahr insgesamt 27.000 Euro. Die Idee dahinter ist so simpel wie kraftvoll: Kinder sollen erleben, dass aus Musik etwas Gemeinsames entsteht – etwas, das zusammenhält, statt zu trennen.
„Geplant ist, den Kindern eine besondere Erfahrung mit Klängen und Musik zu ermöglichen. Die Mädchen und Jungen sollen dabei erfahren, dass aus Musik etwas Gemeinsames entsteht, das uns besser trägt als Zerstörung“, sagt Berger. Zwei Künstlerinnen bringen das Projekt zum Leben: die ukrainische Musikpädagogin und Opernsängerin Natalia Cherniaieva sowie die Schauspielerin und Theaterpädagogin Valerie von Klaß.
Das ist kein einmaliges Experiment. Seit vier Jahren realisiert die Philharmonie Fechenheim solche Projekte im Stadtteil – genau dort, wo der Weg in Opern und Theater für viele Familien räumlich und finanziell weit ist. Kultur zu den Menschen bringen, statt darauf zu warten, dass die Menschen zur Kultur kommen – das ist der Gedanke dahinter. Und der geht auf.
Doch in diesem Jahr läuft es deutlich schwieriger. Absagen häufen sich – auch von Spendern, die das Projekt in den Vorjahren immer unterstützt hatten. Ein Spendenaufruf auf Gofundme.com kommt nur schleppend voran. Die 7.000 Euro, die noch fehlen, lasten direkt auf Bergers Schultern.
Hoffnung gab es kurz im Ortsbeirat 11 (Fechenheim, Riederwald, Seckbach): Marie-Therese Schmidt (CDU) stellte einen Antrag, das Projekt mit 4.000 Euro zu fördern. Doch die Reaktion blieb verhalten. Der Grund: Das Budgetchaos bei den Frankfurter Ortsbeiräten. Der Magistrat hatte die Rücklagen der Ortsbeiräte einkassiert – darunter auch Gelder, die Vereinen und Initiativen bereits zugesagt worden waren.
„Wir wissen derzeit nicht, wie viel Geld wir haben“, sagte Ortsvorsteherin Beate Brink (Grüne). Ein Kassensturz steht noch aus. Erfahrene Ortsbeiratsmitglieder bemängelten zudem, dass der Antrag nicht fraktionsübergreifend abgestimmt worden war. Der Antrag wurde geschoben – eine Entscheidung soll in der Septembersitzung fallen.
Berger steckt in einer klassischen Zwickmühle: „Die meisten Stiftungen unterstützen nur Projekte, die noch nicht begonnen haben.“ Doch nach den Sommerferien startet das Projekt nun. Das Zeitfenster für klassische Förderanträge ist damit geschlossen. Und aus der Vereinskasse der Philharmonie kann das Fehlende nicht gedeckt werden – das würde die Gemeinnützigkeit des Vereins gefährden.
Was bleibt, ist weiter suchen und weiter bangen. Wer das Projekt „Der Schlüssel zur Harmonie“ unterstützen möchte, kann das über die laufende Spendenaktion auf Gofundme.com tun. Jeder Euro zählt – damit Fechenheims Kinder die Kraft der Musik erleben dürfen.



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