Neue Entwicklungen beim Tauben-Pilotprojekt am Frankfurter Hauptbahnhof: Die Stadt zählt ihre Tauben und der Streit um Fördermittel spitzt sich zu.
Das Thema Stadttauben am Frankfurter Hauptbahnhof bleibt spannend! Wie wir in einem früheren Beitrag bereits berichtet haben, setzen die Stadt Frankfurt, die Deutsche Bahn und das Tierschutzprojekt Maintauben auf neue Brutwände am Hauptbahnhof – ein Pilotprojekt für tierschutzgerechtes Taubenmanagement. Jetzt gibt es frische Entwicklungen: Es wird gezählt, diskutiert und leider auch gestritten.
Wie viele Tauben flattern eigentlich durch Frankfurt? Das will die Stadt jetzt endlich wissen! Am Samstag, dem 12. September, startet eine stadtweite Taubenzählung. Registrierte Freiwillige treffen sich dafür vormittags an der Hauptwache und schwärmen dann zu den beliebtesten Stadttaubentreffpunkten aus. Die Anmeldefrist ist bereits abgelaufen – wer sich eingetragen hat, kann also bald mithelfen, Licht ins Dunkel zu bringen.
Die neuen Brutwände am Hauptbahnhof sind in Parzellen eingeteilt und bieten Platz für rund 50 Taubenpaare. Das Ziel: Der Eiertausch soll deutlich einfacher werden. Echte Eier werden dabei durch Attrappen ersetzt – so wächst die Population nicht unkontrolliert, während die Tiere trotzdem brüten können. Das ist tierschutzgerecht und praktisch zugleich.
Der Verein Maintauben hat rund um den Hauptbahnhof in den vergangenen fünf Jahren bereits etwa 10.000 Eier ausgetauscht – allerdings mit enormem Aufwand, weil viele Nistplätze an schwer erreichbaren Stellen liegen. Die neuen Brutwände sollen genau das ändern. Stadttaubenmanager Dominik Legrum und der Verein Maintauben beobachten in den kommenden Monaten, wie sich der Standort entwickelt.
Parallel zum laufenden Pilotprojekt gibt es aber auch besorgniserregende Neuigkeiten: Der Gnadenhof des Vereins Stadttaubenprojekt in Oberrad platzt aus allen Nähten. Nachdem in den vergangenen Jahren fast alle Taubenschläge an städtischen Gebäuden geschlossen wurden, können dort gestrandete Vögel kaum noch untergebracht werden. Der Verein hat jetzt einen Aufnahmestopp ausgerufen – die Kapazitätsgrenze ist schlicht überschritten. In Notfällen wird auf das Tierheim, den Verein Maintauben oder Stadttaubenmanager Dominik Legrum verwiesen.
Und dann ist da noch der Ärger ums Geld. Der Ortsbeirat 1 hatte bereits 2025 Zuschüsse für verschiedene Tierschutzprojekte beantragt – insgesamt 200.000 Euro. Der Haupt- und Finanzausschuss halbierte die Summe im März. Die anteiligen 25.000 Euro für das Stadttaubenprojekt in Oberrad sind bis heute nicht ausgezahlt worden. Begründung aus dem Ordnungsdezernat: Es solle erst „eine tragfähige Perspektive entwickelt werden“, bevor das Geld fließt.
Grünen-Stadtverordneter Johannes Volker Schmidt findet dafür klare Worte: Er bezeichnet das Vorgehen als „Dreistigkeit“. Der Verein übernehme seit Jahrzehnten eine städtische Pflichtaufgabe – und das bei einer Kostenübernahme von nur rund zehn Prozent durch die Stadt. Ein Sprecher des Ordnungsamts bestätigte, dass noch im September Gespräche zwischen dem Ordnungsamt und der Stabsstelle Sauberes Frankfurt stattfinden sollen. Bis dahin: keine Auszahlung.
Das Pilotprojekt mit den Brutwänden am Hauptbahnhof ist ein echter Schritt in die richtige Richtung – tierschutzgerecht, innovativ und typisch Frankfurt. Gleichzeitig zeigt die Situation rund um den Gnadenhof in Oberrad und die blockierten Fördermittel, dass Frankfurts Taubenmanagement noch einige offene Baustellen hat. Wir bleiben dran – denn der Sound der Weltstadt ist eben nicht nur Musik, sondern manchmal auch das Gurren von 344.000 Mitbewohnern auf Flügeln. Jetzt reinhören und auf dem Laufenden bleiben!






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