
Der Ortsbeirat 1 fordert eine Weichen-Interimslösung für die U5 ins Europaviertel – so soll der Betrieb starten, bevor die Endhaltestelle Römerhof fertig ist.
Die U5 ins Europaviertel – das ist für viele Frankfurterinnen und Frankfurter schon lange ein Dauerthema. Und ehrlich gesagt: Die Geduld ist längst am Limit. Personalknappheit, Lieferengpässe, unklare Bebauungspläne – der Starttermin für die neue Strecke ist schwer kalkulierbar und steht frühestens für 2029 im Raum. Doch jetzt macht der Ortsbeirat 1 Druck und fordert eine clevere Zwischenlösung, damit die U5 wenigstens bis ins westliche Europaviertel bald rollen kann.
Der Knackpunkt: Die geplante Endhaltestelle am Römerhof Gymnasium ist an viele offene Fragen geknüpft – zum Beispiel der zukünftige Omnibusbetrieb dort und der Betrieb des Feldbahnmuseums. Diese Unklarheiten könnten die gesamte Inbetriebnahme der U5 weiter verzögern. Um das zu verhindern, fordert der Ortsbeirat 1 mit einem Antrag der Grünen jetzt eine Interimslösung: Statt der ursprünglich geplanten, baulich aufwendigen Wendeanlage soll eine simple Weiche dafür sorgen, dass die Bahnen an der bisherigen Endhaltestelle „Europaviertel West“ die Fahrtrichtung wechseln können – ganz ähnlich wie es bei der Straßenbahn 17 am Rebstockbad an der Leonardo-da-Vinci-Allee bereits funktioniert.
„Den Bürgern im Europaviertel ist es nicht mehr zuzumuten, noch länger auf die U5 zu warten“, sagt Nils Saß, Fraktionssprecher und Antragsteller der Grünen im Ortsbeirat 1. Der Antrag fordert den Magistrat klar auf: Die Interimslösung soll geplant und umgesetzt werden – und zwar unabhängig davon, wie weit die Baupläne am Römerhof voranschreiten.
Auch der Magistrat hat die Idee nicht von der Hand gewiesen. In seiner Stellungnahme heißt es, dass das gemeinsame Ziel von Stadt, SBEV und VGF nach wie vor die vollständige Verlängerung bis zum Römerhof sei. Sollte dieses Ziel aber nicht rechtzeitig erreichbar sein, sei eine möglichst kostengünstige Interimslösung an der Endhaltestelle „Europaviertel West“ denkbar – und zwar so lange, bis die weitere Verlängerung zum Römerhof in Betrieb geht.
Der große Vorteil: Die neuen Stationen Güterplatz, Emser Brücke/Messe, Europagarten und Europaviertel West könnten dann unabhängig vom Projektstand „U5 Römerhof“ ans Netz gehen. Mögliche Verzögerungen im Teilprojekt Römerhof würden sich nicht mehr auf die Eröffnung der U5 ins Europaviertel auswirken.
SBEV-Sprecherin Anna Holthaus erklärt, dass sich die mögliche Interimslösung auf die Wendeanlage am westlichen Ende der Europa-Allee bezieht – nicht auf die geplante Abstellanlage am Römerhof. Besonders wichtig: Die Lösung soll so umgesetzt werden, dass sie rückstandsfrei rückgebaut werden kann, sobald die Verlängerung weitergeht. Sozialräume wie Toiletten und der sogenannte Bediensteg wären keine festen Einbauten. Außerdem soll das Wendegleis so geplant werden, dass es später für den Weiterbau der Stadtbahn Richtung Westen genutzt werden kann – also kein verlorener Aufwand, sondern eine clevere Investition in die Zukunft.
Das Europaviertel wächst, die Menschen leben dort – und sie brauchen eine vernünftige Anbindung. Der Sound der Weltstadt Frankfurt verträgt keine ewig leeren Versprechen. Die Weichen-Lösung des Ortsbeirats 1 ist ein pragmatischer Schritt, um endlich voranzukommen, ohne auf die Klärung aller offenen Punkte am Römerhof warten zu müssen. Wie es weitergeht, bleibt spannend – Radio Frankfurt hält euch auf dem Laufenden!






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