
Cleo Matzken hat 2020 den Verein Freunde alter Menschen in Frankfurt gegründet. 120 Ehrenamtliche besuchen regelmäßig ältere Bürger – eine Herzensgeschichte…
Frankfurt ist bunt, laut und voller Leben – aber für viele ältere Menschen kann die Großstadt ganz schön einsam sein. Genau hier setzt Cleo Matzken an. Die 32-Jährige aus Sachsenhausen hat 2020 gemeinsam mit Sophie Krausch einen Ableger des Vereins „Freunde alter Menschen“ am Main aufgebaut. Das Konzept ist so simpel wie wirkungsvoll: Jüngere Menschen besuchen Ältere, hören zu, reden miteinander – und schaffen dabei echte Verbindungen über Generationen hinweg.
Kennengelernt hat Cleo Matzken den Verein bereits während ihres VWL-Studiums in Köln. Zurück in Frankfurt fehlten ihr die Kontakte, die sie dort geknüpft hatte. Also machte sie kurzerhand selbst etwas daraus. Zusammen mit Sophie Krausch – die sie noch aus Schulzeiten kennt – baute sie den Frankfurter Ableger auf. Heute zählt der Verein starke Zahlen: 120 jüngere Freiwillige besuchen regelmäßig 97 ältere Bürgerinnen und Bürger in der Stadt. Das Büro des Vereins befindet sich in Bornheim an der Saalburgstraße 51.
Für ihr Engagement wurden Cleo Matzken und Sophie Krausch 2024 im Kaisersaal des Römers mit dem „Frankfurter Bürgerpreis im Ehrenamt“ ausgezeichnet – eine verdiente Anerkennung für einen Einsatz, der weit über das Gewöhnliche hinausgeht.
Was macht diese Besuche so besonders? Es sind die Geschichten. Cleo Matzken erzählt, dass sie durch die vielen Gespräche auch an ihre eigene Großmutter denkt – Jahrgang 1936. Die Oma sprach nicht von sich aus über Sirenen, Bombenlärm oder den Schrecken des Krieges. Erst auf beharrliches Nachfragen kamen die Erinnerungen ans Licht. Matzken beobachtet, dass ältere Menschen aktuelle Konflikte wie den Ukraine- oder Gaza-Krieg ganz anders wahrnehmen als jüngere: „Nicht als reine Bilder aus dem Fernsehen, sondern als Erinnerungsmuster.“
Auch die Geschichte ihrer Mutter, die in den Jahren nach der Schule im Westteil Berlins lebte, hat Matzken geprägt. Die Friedrichstraße als Grenzübergang, die Glienicker Brücke als Agentenaustauschplatz – Blicke in eine Welt, die für die junge Generation kaum vorstellbar ist. Genau solche Gespräche machen den Verein so wertvoll.
Der Verein arbeitet rein ehrenamtlich und finanziert sich ausschließlich über Spenden. „Wir sind kein Dienstleister“, betont Matzken. Neben den regelmäßigen Besuchen organisiert der Verein auch gemeinsame Veranstaltungen: einen Quiz-Nachmittag, ein Frühlingsfest – und an Heiligabend wird zusammen mit Würstchen und Kartoffelsalat gefeiert. Aus diesen Begegnungen sind längst echte Freundschaften entstanden, auch unter den älteren Mitgliedern selbst.
Cleo Matzken sieht dabei auch den gesellschaftlichen Wandel: Die heutigen Seniorinnen und Senioren sind die Boomer-Generation, die 1968 gegen starre Normen aufbegehrte – eine Generation, die oft einen natürlichen Draht zu jüngeren Menschen hat. Beste Voraussetzungen also für echte Verbindungen.
Der Verein „Freunde alter Menschen“ in Frankfurt zeigt, wie viel eine einfache Idee bewegen kann – und wie sehr echter menschlicher Kontakt zählt. Wenn du Lust hast, selbst Teil davon zu werden oder den Verein zu unterstützen, schau dich ruhig um. Frankfurt braucht mehr solche Herzensprojekte! Jetzt reinhören und mehr Frankfurter Geschichten entdecken – nur auf radiofrankfurt.de.






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