
New York trifft Sachsenhausen: „27 Bagel
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Der BUND schlägt Alarm: Quellen versiegen, Bäche trocknen aus – Frankfurt steht vor einem Trinkwasserproblem. Was das für die Region bedeutet, liest du hier.
Der Sommer macht uns allen zu schaffen – aber nicht nur wegen der Hitze. In Frankfurt und der Rhein-Main-Region wird eine Frage immer drängender: Wie sicher ist eigentlich unser Trinkwasser? Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) schlägt Alarm und richtet klare Kritik an die Stadt Frankfurt. Denn während die Stadtverwaltung betont, dass kein Notstand drohe, sieht der BUND die Lage deutlich ernster.
BUND-Vorstandsmitglied Wolf-Rüdiger Hansen lässt kein gutes Haar an der Haltung Frankfurts. Er ist entsetzt über das, was er als „lasche Haltung“ der Stadt bezeichnet. „Die Hitzerekorde, die seit Wochen über Hessen hereingebrochen sind, erfordern eine noch größere Sensibilität zu diesem Thema“, sagt Hansen. Und er macht konkret, wo das Problem liegt: Das Wasserverbundnetz der Versorgerin Hessenwasser reicht bis nach Marburg, auf den Vogelsberg und ins Hessische Ried. Genau in diesen Gewinnungsgebieten, aus denen Grundwasser für Frankfurt gefördert wird, gibt es jetzt massive Probleme.
Flüsse wie die Nidda und die Bracht fallen trocken. Im Burgwald leiden die Moore. Und im Hessischen Ried sterben Bäume im Jägersburger Wald in großem Umfang, weil ihre Wurzeln seit Jahrzehnten keinen Anschluss ans Grundwasser finden. Das sind keine Kleinigkeiten – das sind Alarmzeichen, die der BUND klar benennt.
Ein zentraler Kritikpunkt des BUND: Frankfurt bezieht satte 75 Prozent seines Trinkwassers aus dem Umland. Weder die Stadt noch Hessenwasser zögen aus dieser Abhängigkeit die nötigen Konsequenzen, so Hansen. Und auch die 25 Prozent, die Frankfurt auf der eigenen Stadtfläche gewinnt, seien möglicherweise zu viel – der teils trockengefallene Jacobiweiher und die braun gefärbten Bäume im Stadtwald, sichtbar sogar über die Onlinekamera am Goetheturm, sprechen laut BUND eine deutliche Sprache.
Auch die Oberhessische Versorgungsbetriebe AG (Ovag) hatte bereits Alarm geschlagen: Hitze und Dürre hätten „für die Umwelt und damit auch die Wasserversorger zu einer nie dagewesenen Situation geführt“. Die Ovag kündigte an, ab September die Abnahmemengen zu reduzieren – ein Schritt, der laut dem Unternehmen „dringend erforderlich“ sei, um die Versorgungssicherheit auch über den Sommer hinaus zu gewährleisten. Rhein-Main nehme schlicht mehr Wasser ab, als nachhaltig für die Reserven sei.
Hessenwasser-Geschäftsführerin Elisabeth Jreisat betont, dass das Unternehmen seinen Lieferverpflichtungen vollständig nachkomme und einige Kunden sogar über die vertraglichen Verpflichtungen hinaus unterstütze. Ihr Aufruf zum sparsamen Umgang mit Trinkwasser diene der Vorsorge – besonders jetzt, da nach dem Ende der Sommerferien der Wasserbedarf wieder steige. Eine Einschränkung der Versorgung bestehe aktuell nicht.
Der BUND sieht darin jedoch genau das Problem: Die Belastung der Natur und der Menschen in den Wasserentnahmegebieten werde verschwiegen. Hansen nennt das „einäugig“ – man rufe zum bewussten Umgang auf, blende dabei aber aus, was in den Lieferregionen passiert.
Die Situation zeigt: Trinkwasser ist kein selbstverständliches Gut – auch nicht hier bei uns in Frankfurt. Der BUND fordert eine nachhaltige Strategie zum Wassersparen, die weit über das bloße Abwarten eines Regens hinausgeht. Und ein Regen allein wird die strukturellen Probleme nicht lösen.
Bleibt zu hoffen, dass die nächsten Wochen mehr bringen als nur ein paar Tropfen – und dass Frankfurt die Zeichen der Zeit endlich ernst nimmt. Der Sound der Weltstadt braucht eben auch sauberes, ausreichendes Trinkwasser. Jetzt reinhören, was rund um Frankfurt bewegt – bei Radio Frankfurt, dem besten Programm im Main-Gebiet!

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