
Rapper Marlon B., ehemals Söhne Mannheims und Teil der Frankfurter Musikszene, wurde auf Jamaika erschossen. Er wurde 60 Jahre alt.
Schockierende Nachrichten aus der Karibik treffen die Musikszene im Rhein-Main-Gebiet: Rapper Marlon B. ist tot. Laut Berichten jamaikanischer Medien wurde der 60-Jährige am 9. September in Robins Bay, St. Mary, im Norden Jamaikas erschossen. Für Frankfurt und das gesamte Main-Gebiet ist das ein echter Verlust – denn Marlon B. war über Jahre ein fester Teil der hiesigen Schwarzen Musikszene.
Marlon B. soll in Robins Bay eine Bar betrieben haben. Genau dort kam es zu dem tödlichen Angriff. Bei dem Vorfall kamen neben ihm noch zwei weitere Männer ums Leben. Das Motiv des Dreifachmords ist bislang völlig unklar – die jamaikanische Polizei ermittelt. Die Nachricht über seinen Tod verbreitete zuerst der jamaikanische Radiosender IRIE FM, das Portal Jamaica Gleaner berichtete ebenfalls. Marlon B. wurde nach dem Angriff noch in ein Krankenhaus gebracht, wo dann sein Tod festgestellt wurde. Die Söhne Mannheims bestätigten den Tod am 11. September auf ihrem Instagram-Account. Eine offizielle Bestätigung der Familie lag zu diesem Zeitpunkt noch nicht vor.
Marlon B. hatte ein Leben, das drei Welten miteinander verband: Mannheim, Frankfurt und Jamaika. In den 1990er-Jahren lebte er in Frankfurt und war dort fest in der Schwarzen Musikszene verwurzelt. Er war im Umfeld von Moses Pelhams Musiklabel 3P aktiv und steuerte Gastbeiträge zu Tracks von Sabrina Setlur bei. 1991 veröffentlichte er die Single „Da La De La (Africa Center Of The World)“ beim Plattenlabel Hansa – eine Mischung aus Reggae, Dancehall und Hip-Hop, produziert von Kerim Saka und Mike Wonder und aufgenommen in Frank Farians Tonstudio in Rosbach in der Wetterau.
Bei den Söhnen Mannheims stand er in erster Linie für den Rap. Gemeinsam mit Rapper Metaphysics prägte er den Hip-Hop der Band. Er war aber auch als Songwriter aktiv: Beim Song „Junges Deutschland“ wird er als einer der Autoren geführt, ebenso bei „Lieder drüber singen“. Später war er an „Gesucht & Gefunden“ beteiligt, und auf dem Album „Iz On“ von 2009 ist er als Rapper vertreten. Die Band wurde mit Liedern wie „Und wenn ein Lied“ und „Das hat die Welt noch nicht gesehen“ bundesweit bekannt.
Marlon B. war selten der Mann im Mittelpunkt. Seine Stärke lag im Zusammenspiel: Seine Rap-Passagen gaben den Songs der Söhne Mannheims eine rhythmische und sprachliche Erdung. Er gehörte zur Generation der Musiker, die Mannheim und das Rhein-Main-Gebiet in den 2000er-Jahren zu einem wichtigen Zentrum deutscher Soul- und Hip-Hop-Musik machten.
Zuletzt lebte er in Robins Bay auf Jamaika – dem Land seiner familiären Wurzeln. Was genau in jener Nacht in seiner Bar geschah, ist noch nicht vollständig geklärt. Die Musikwelt trauert um einen Künstler, der leise, aber nachhaltig Spuren hinterlassen hat – auch hier im Main-Gebiet.


Das MAK Frankfurt zeigt mit „On Display



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