
Das Fotografie Forum Frankfurt zeigt Tony Rizzi: Tänzer, Choreograf und Fotograf im Porträt – mit Polaroids, Collagen und inklusiven Führungen bis Januar 2027.
Das Fotografie Forum Frankfurt widmet dem amerikanischen Künstler Tony Rizzi eine große Schau: „Tony Rizzi: Work Hard, Don’t Lie, and Try Not To Hurt Anybody“ läuft noch bis zum 17. Januar 2027. Wie das FFF selbst mitteilt, handelt es sich um die bislang umfangreichste Ausstellung des Tänzers, Choreografen und Fotografen Tony Rizzi, der 1965 in Dedham, Massachusetts, geboren wurde. Das ist mal was anderes als die üblichen Museums-Termine im Main-Gebiet!
Laut Angaben von artdoc.photo kam Rizzi 1985 nach Frankfurt und war über 20 Jahre als Tänzer und enger Mitarbeiter von William Forsythe beim Ballett Frankfurt aktiv. Parallel dazu entwickelte er seit den späten 1980er-Jahren seine fotografische Praxis – von frühen Schwarz-Weiß-Aufnahmen über markante Polaroids und Fotocollagen bis hin zu aktuellen Videoarbeiten. Genau diese Bandbreite zeigt die Ausstellung im FFF.
Die Fotos geben laut artdoc.photo Einblicke hinter die Kulissen des Ballett Frankfurt und zeigen Porträts, Auftritte, Liebende, Familie und queere Communities. Rizzis Werk dreht sich dabei immer um den Moment – festgehalten in Bildern voller Nähe und Intimität.
Besonders spannend: Die Ausstellung bildet zwei Räume aus Rizzis Wohnung im Bahnhofsviertel nach. Die Installation „Living Room“ besteht aus über 6.000 Polaroids und wird laut artdoc.photo erstmals öffentlich gezeigt. Auch Rizzis Küche wurde nachgebaut – als eine Art autobiografischer Ausstellungsraum, der von seinem Leben erzählt, inklusive seiner Leidenschaft fürs Kochen.
Ein wichtiges Kapitel widmet sich zudem seiner Mutter Verna, die nicht nur in seinem Tanzstück „Snowman Sinking“ mitwirkte, das 2000 im Künstlerhaus Mousonturm Premiere feierte, sondern auch immer wieder Thema seiner Fotografien war – zuletzt 2026 in einer großformatigen Collage.
Rizzis künstlerischer Werdegang ist beeindruckend: Von 1999 bis 2023 war er laut artdoc.photo Hauptdarsteller in Produktionen von Troubleyn/Jan Fabre, darunter die 24-Stunden-Performance „Mount Olympus“. 2012 spielte er die junge Marina Abramović in Robert Wilsons „The Life and Death of Marina Abramović“. Seit 2000 kreiert er mit seiner eigenen Company Tony Rizzi and the Bad Habits regelmäßig Produktionen, die unter anderem im Mousonturm und Gallus Theater in Frankfurt Premiere feiern, mit Tourneen nach Montreal, Wien, Tokio, New York, Berlin und Oslo. 2025 wurde er in der jährlichen Kritikerumfrage des TANZ-Magazins als bester Tänzer Europas nominiert.
Wer die Ausstellung noch erleben will: Das FFFrankfurt bietet im Rahmen des Programms „Einfach reinkommen“ spezielle inklusive Führungen an – am 21. Oktober 2026 und am 18. November 2026, jeweils um 17 Uhr. Die Führung ist auf Deutsch und im Eintrittspreis enthalten. Laut FFFrankfurt werden diese Touren gemeinsam von Menschen mit und ohne Behinderung entwickelt und geleitet. „Einfach reinkommen“ ist eine Kooperation von elf Frankfurter Museen mit der Lebenshilfe Frankfurt – das FFF ist in diesem Jahr erstmals mit dabei.
Die Ausstellung läuft noch bis Januar 2027 – wer Lust auf einen tiefen Blick in die Frankfurter Tanz- und Fotoszene hat, sollte vorbeischauen. Jetzt reinhören und bei Radio Frankfurt mehr über die kulturellen Highlights der Stadt erfahren!






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