Frankfurt zählt erstmals systematisch seine Stadttauben – bis zu 15.000 Tiere sollen es sein. Was die Stadt mit den Daten plant und wie die Aktion abläuft.
Rund 75 Freiwillige sind an einem Samstag durch Frankfurt gezogen – nicht zum Sightseeing, sondern mit einem ganz bestimmten Auftrag: Tauben zählen! Klingt verrückt? Ist aber bitterernst. Denn Frankfurt führt damit erstmals in seiner Geschichte eine systematische Stadttaubenzählung im gesamten Stadtgebiet durch. Und die Ergebnisse könnten euch überraschen.
Die letzte bekannte Schätzung stammt aus dem Jahr 2013 – damals wurde im Rahmen einer Masterarbeit eine Hochrechnung durchgeführt. Das Ergebnis damals: rund 4.500 Tauben in Frankfurt. Doch laut Frankfurts Stadttaubenmanager Dominik Legrum ist die Realität heute eine ganz andere. Er geht aktuell von 8.000 bis 15.000 Tieren aus. Eine enorme Bandbreite – und genau deshalb braucht es jetzt genaue Daten.
Eine systematische Zählung im gesamten Stadtgebiet habe es in Frankfurt bisher noch nie gegeben, betonte Legrum. Die Ergebnisse der aktuellen Zählaktion werden Anfang Oktober erwartet. Übrigens: Auch andere hessische Städte machen mit – Darmstadt, Kassel und Wiesbaden zählen ebenfalls ihre Tauben.
Ursprünglich hatten sich rund 200 Interessierte gemeldet, um bei der Aktion mitzumachen. Da aber die Anzahl der Zählorte begrenzt ist, musste eine Auswahl getroffen werden – am Ende waren es rund 75 Freiwillige, die zum Einsatz kamen. Jede Person war für einen bestimmten Bereich in Frankfurt verantwortlich und sollte die dort anwesenden Tauben in zwei verschiedenen Zeiträumen zählen. Größere Schwärme wurden zusätzlich per Foto dokumentiert – praktisch und clever!
Hinter der Zählaktion steckt mehr als blanke Neugier. Stadttaubenmanager Dominik Legrum macht deutlich, warum die Aktion so dringend nötig ist: Viele Stadttauben leiden unter Krankheiten, fehlender artgerechter Versorgung und einer zu hohen Populationsdichte. Kurz gesagt – es geht den Tieren nicht gut, und das will Frankfurt ändern.
Die Lösung? Ein engmaschigeres Netz an betreuten Taubenhäusern im Stadtgebiet. In diesen Häusern können unter anderem Eier ausgetauscht werden, um die Population auf tierschutzgerechte Weise zu kontrollieren. Und genau hier kommt die Zählung ins Spiel: Die gewonnenen Daten sollen dabei helfen, die Verteilung der Tiere besser zu verstehen und geeignete Standorte für neue Taubenhäuser gezielt zu planen.
Was zunächst nach einer kuriosen Aktion klingt, ist in Wirklichkeit ein durchdachtes Konzept für mehr Tierschutz und eine bessere Stadtplanung. Frankfurt zeigt damit, dass eine Weltstadt auch auf die kleinen (gefiederten) Stadtbewohner achtet. Der Sound der Weltstadt ist eben nicht nur Musik – er umfasst auch das Gurren auf dem Römerberg!
Wir sind gespannt auf die Ergebnisse Anfang Oktober. Wie viele Tauben tummeln sich wirklich in eurer Stadt? Bleibt dran – Radio Frankfurt hält euch auf dem Laufenden!






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