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Musikschule Rödermark: Vertrag gekündigt – aber noch nicht alles verloren!

Die Stadtverordnetenversammlung Rödermark kündigt den Vertrag mit der Musikschule – trotz mehr als 2.100 Unterschriften einer Petition.

Redaktion
·
11. September 2026
Bild ist mit Hilfe von KI generiert
Zuletzt aktualisiert: vor 1 Stunde

Paukenschlag in Rödermark: Stadtverordnete kündigen Vertrag mit der Musikschule

Die Stadtverordnetenversammlung Rödermark hat entschieden: Der Vertrag mit der Musikschule Rödermark wird zum nächstmöglichen Termin gekündigt. Das klingt erstmal hart – ist aber komplizierter als es auf den ersten Blick scheint. Denn die Kündigung ist ausdrücklich vorsorglich. Die Politik will damit Verhandlungsspielraum schaffen, um gemeinsam mit der Musikschule ein neues, zukunftsfähiges Konzept zu entwickeln. Trotzdem: Die Botschaft ist klar – so wie bisher kann es nicht weitergehen.

Mehr als 2.100 Menschen kämpfen für ihre Musikschule

Vor der Sitzung war die Stimmung aufgeheizt. Zahlreiche Unterstützerinnen und Unterstützer der Musikschule versammelten sich vor der Kulturhalle – mit Plakaten wie „Musik bleibt“, „Farbe bekennen für kulturelle Bildung“ und „Rettet die Musikschule“. Viele von ihnen blieben auch für die anschließende Sitzung.

Der Protest kam nicht von ungefähr: Nina Wolff, die selbst einst die Musikschule besuchte und deren Tochter dort heute unterrichtet wird, hatte Ende August eine Petition auf change.org gestartet. Bis zum Donnerstagvormittag hatten mehr als 2.100 Menschen unterschrieben. Wolff überreichte die Unterschriften persönlich an die Erste Stadträtin Andrea Schülner (Andere Liste/Die Grünen), die als zuständige Dezernentin für den Vertrag verantwortlich ist.

„Die Musikschule war für mich immer so ein bisschen wie ein Nachhausekommen, weil das einfach ein toller Ort ist. Es geht nicht nur um Instrumente lernen, sondern auch um Gemeinschaft und Erlebnisse“, erklärte Wolff ihre Motivation.

Ein Vertrag aus den 90ern – und eine knappe Kasse

Andrea Schülner erläuterte in der Sitzung die Geschichte des Vertrages: Er besteht seit 1992 und wurde zuletzt 1994 angepasst. Der Vertrag verlängert sich automatisch um jeweils drei Jahre, wenn er nicht rechtzeitig – in diesem Fall bis November – gekündigt wird. Genau deshalb musste jetzt gehandelt werden, um die Frist nicht zu verpassen und handlungsfähig zu bleiben.

Nach aktuellem Stand fließt im kommenden Jahr letztmals ein Zuschuss von 120.000 Euro aus dem städtischen Haushalt an die Musikschule. Musikschulleiter Michael Kaufmann und Reinhard Betz, der Vorsitzende des Trägervereins, hatten bereits in der Vorwoche öffentlich gemacht, dass die Schule schon jetzt an der finanziellen Grenze arbeitet und bereits diverse Einsparmaßnahmen umgesetzt hat.

CDU will Kooperationen prüfen – FDP enthält sich

Beschlossen wurde letztlich ein Änderungsantrag der CDU-Fraktion. Dieser hält zwar an der vorsorglichen Kündigung fest, beauftragt den Magistrat aber gleichzeitig, zusammen mit der Musikschule Konzepte zu erarbeiten, die den Erhalt der Einrichtung sichern. Dabei sollen unter anderem Kooperationen mit anderen Musikschulen im Kreis geprüft werden – von gemeinsamen Verwaltungsstrukturen über geteilte Instrumente und Räumlichkeiten bis hin zu einem möglichen Musikschulverbund mehrerer Kommunen.

CDU-Stadtverordneter Travis Brößler verwies darauf, dass der Kreis Offenbach zehn eigenständige Musikschulen hat, während es im Landkreis Darmstadt-Dieburg eine gemeinsame Kreismusikschule gibt. Katja Kümmel (AL/Grüne) ergänzte, dass in einem bereits vorgelegten Konzept der Musikschule Kooperationen mit Egelsbach, Dietzenbach und Rodgau angedacht wurden – erste Gespräche hätten jedoch ergeben, dass eine Realisierung aus verschiedenen Gründen unrealistisch ist.

Hans Gensert (FDP) forderte externe Beratung für die Musikschule und kritisierte, dass vieles vom CDU-Antrag bereits bekannt sei. Seine Fraktion enthielt sich bei dem ansonsten einstimmigen Beschluss.

Bürgermeister macht klar: Die Gespräche werden nicht einfach

Bürgermeister Jörg Rotter (CDU) sprach Klartext: „Es werden Gespräche stattfinden mit der Schulleitung, die werden nicht angenehm werden. Die Masse, die wir zu verteilen haben, wird nicht mehr, sondern weniger.“ Er betonte aber auch: Die Stadt will die Musikschule erhalten – nur eben nicht auf dem bisherigen Weg. Das vorgelegte Konzept der Musikschule sei „etwas zu kurz gegriffen“ gewesen, es brauche weitere Gespräche, in die auch der neue Fachbereichsleiter eingebunden werde.

Für die Musikschule Rödermark beginnt jetzt also eine entscheidende Phase. Die kommenden Monate werden zeigen, ob ein tragfähiges Zukunftsmodell gefunden werden kann – oder ob der Vorhang endgültig fällt. Wir von Radio Frankfurt – der Sound der Weltstadt – bleiben für euch dran!

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