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Tankrabatt hat gewirkt – und jetzt kommt die nächste Stufe der Spritpreis-Kontrolle

Der Tankrabatt hat gewirkt: Bis zu 17 Cent Ersparnis pro Liter kamen bei Verbrauchern an. Jetzt greifen neue Regeln – die 12-Uhr-Regel und schärferes…

Redaktion
·
19. September 2026
Bild ist mit Hilfe von KI generiert
Zuletzt aktualisiert: vor 12 Stunden

Update: Was aus dem Tankrabatt geworden ist

Wir haben euch in einem früheren Beitrag bereits über die geplante Spritpreis-Entlastung informiert. Jetzt gibt es ein wichtiges Update: Der Tankrabatt ist gelaufen – und die Bundesregierung zieht Bilanz.

Laut Bundesregierung hat die Regierungskoalition am 12. April beschlossen, die Energiesteuer für zwei Monate um rund 17 Cent pro Liter Kraftstoff zu senken. Konkret wurden die Energiesteuersätze für Diesel und Benzin ab dem 1. Mai für zwei Monate um jeweils 14,04 Cent je Liter gesenkt. Zusammen mit dem anfallenden Umsatzsteueranteil ergab das eine Brutto-Entlastung von bis zu 17 Cent pro Liter. Der Bund plante dafür 1,6 Milliarden Euro ein. Hintergrund: Der Iran-Nahost-Konflikt und die Sperrung der Schifffahrtsroute von Hormus hatten den Ölpreis auf dem Weltmarkt um etwa 30 Prozent steigen lassen.

Hat der Rabatt wirklich bei euch angekommen?

Die gute Nachricht: Ja! Sowohl die unabhängige Monopolkommission als auch das Bundeskartellamt kommen laut Bundesregierung zu dem Schluss, dass die Energiesteuersenkung bei Benzin und Diesel weitgehend bei Verbraucherinnen und Verbrauchern angekommen ist. Die Maßnahme habe ihre Funktion erfüllt, in einer Phase besonders hoher Kraftstoffpreise Preisspitzen effektiv abzufangen.

Allerdings warnte Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamts, nach Angaben der Bundesregierung ausdrücklich: Mit dem Auslaufen der Steuersenkung Ende Juni sei mit einem Anstieg der Kraftstoffpreise zu rechnen. Das Bundeskartellamt werde die Preisentwicklung sehr genau beobachten. Unternehmen dürften die Situation nicht dazu nutzen, Preiserhöhungen vorzunehmen, die sich sachlich nicht rechtfertigen lassen.

Die 12-Uhr-Regel: Schluss mit dem täglichen Preischaos

Neben dem Tankrabatt hat die Bundesregierung seit dem 1. April eine weitere Maßnahme in Kraft gesetzt: Tankstellen dürfen Spritpreise nur noch einmal täglich erhöhen – und zwar um 12 Uhr. Preissenkungen hingegen sind jederzeit möglich. Zuvor änderte sich der Spritpreis im Schnitt bis zu 22 Mal pro Tag – das war für Autofahrerinnen und Pendler kaum nachvollziehbar. Bei Verstößen drohen jetzt Bußgelder von bis zu 100.000 Euro.

Die Kontrolle läuft über die Markttransparenzstelle für Kraftstoffe im Bundeskartellamt, die die Preisdaten von rund 15.000 Tankstellen in Deutschland bündelt und überwacht. Jede Preisänderung muss innerhalb von fünf Minuten gemeldet werden. Wie das Bundeskartellamt am 4. August mitteilte, sind die Zahlen der Abweichungen von der 12-Uhr-Regelung allerdings nach wie vor hoch. Landesbehörden für die Durchsetzung sind dem Bundeskartellamt mittlerweile aus Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, dem Saarland, Sachsen, Schleswig-Holstein und Thüringen bekannt.

Verschärfte Kontrollen und neue Regeln für Raffinerien

Auch beim Kartellrecht legt die Bundesregierung nach. Mit der geplanten 12. Novelle des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen sollen künftig auch Preiserhöhungen bei Super Plus gemeldet werden müssen. Raffinerien und Kraftstoffgroßhandel werden verpflichtet, der Markttransparenzstelle zusätzliche Daten zu liefern. Ziel: Missbräuchlich überhöhte Preise noch effektiver aufspüren und sanktionieren. Das Bundeskartellamt hat zudem bereits Verfahren gegen alle Raffineriebetreiber in Deutschland eingeleitet.

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche hatte sich laut Bundeswirtschaftsministerium für eine vorübergehende Senkung der Umsatzsteuer für Kraftstoffe von 19 auf 7 Prozent ausgesprochen, weil diese direkt an der Zapfsäule wirken würde. Einem Spritpreisdeckel erteilte sie jedoch eine klare Absage: Ein solcher schwäche die mittelständische Raffineriewirtschaft und sei bereits in anderen EU-Mitgliedsstaaten gescheitert.

Was kommt als Nächstes?

Die Bundesregierung analysiert laut eigenen Angaben fortlaufend die Spritpreisentwicklung und ist jederzeit handlungsfähig für weitere Maßnahmen. Zusätzlich plant die Regierungskoalition zum 1. Januar 2027 eine Reform der Einkommensteuer, um kleinere und mittlere Einkommen dauerhaft zu entlasten. Nach einem Jahr will die Bundesregierung außerdem über die Wirksamkeit der 12-Uhr-Regel in der Praxis berichten.

Häufig gestellte Fragen

Hat der Tankrabatt die Spritpreise wirklich gesenkt?

Ja. Sowohl die Monopolkommission als auch das Bundeskartellamt bestätigen laut Bundesregierung, dass die Energiesteuersenkung weitgehend bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern angekommen ist.

Wie viel hat der Tankrabatt pro Liter gebracht?

Die Energiesteuersätze für Diesel und Benzin wurden ab 1. Mai für zwei Monate um je 14,04 Cent pro Liter gesenkt. Inklusive Umsatzsteueranteil ergab das eine Entlastung von bis zu 17 Cent brutto pro Liter.

Was ist die 12-Uhr-Regel an Tankstellen?

Seit dem 1. April dürfen Tankstellen Spritpreise nur noch einmal täglich erhöhen – um 12 Uhr. Preissenkungen sind jederzeit erlaubt. Verstöße können mit bis zu 100.000 Euro Bußgeld geahndet werden.

Wird es nach dem Auslaufen des Tankrabatts wieder teurer?

Das Bundeskartellamt rechnet damit, dass die Preise nach dem Ende der Steuersenkung wieder steigen. Das Amt will die Entwicklung aber genau beobachten und gegen ungerechtfertigte Preiserhöhungen vorgehen.

Plant die Bundesregierung weitere Entlastungen beim Sprit?

Die Bundesregierung beobachtet die Lage fortlaufend und ist nach eigenen Angaben jederzeit zu weiteren Maßnahmen bereit. Zum 1. Januar 2027 ist zudem eine Einkommensteuerreform geplant, die kleinere und mittlere Einkommen dauerhaft entlasten soll.

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