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Stil in Frankfurt: Warum sehen alle Männer gleich aus?

Warum sehen Frankfurter Männer alle gleich aus? Stilprofis Helmut Fricke und Cristobal Machhaus erklären, was im Main-Gebiet modisch schiefläuft und wie es…

Redaktion
·
26. Juli 2026
Bild ist mit Hilfe von KI generiert
Zuletzt aktualisiert: vor 18 Stunden

Uniformität statt Individualität – der Frankfurter Männerstil unter der Lupe

Dunkler Anzug, weißes Hemd, weiße Sneakers – fertig! Wer in Frankfurt die Männer auf der Straße beobachtet, dem fällt eines schnell auf: Irgendwie sehen alle gleich aus. Aber woran liegt das? Das Journal Frankfurt hat mit zwei Stilprofis gesprochen, die es wissen müssen: Fotograf Helmut Fricke und Cristobal Machhaus, Director International Sales beim Herrenmodeunternehmen Digel. Das Ergebnis? Ein ehrlicher, manchmal schonungsloser Blick auf den Modestil der Frankfurter Männer – und was sich daran ändern sollte.

Frankfurt-Style? Fehlanzeige!

Helmut Fricke bringt es direkt auf den Punkt: Frankfurt hat keinen eigenen Stil. Die Männer sind uniformiert – auch wenn sie das eigentlich gar nicht wollen. Wer Individualität ausdrücken möchte, verlagert das zunehmend auf den Körper: Tätowierungen statt Einstecktuch, Tattoos statt Krawatte. Cristobal Machhaus sieht das genauso und ergänzt: Der Unterschied zeigt sich höchstens noch bei der gesellschaftlichen Zugehörigkeit. Aber innerhalb dieser Gruppen? Komplette Gleichförmigkeit.

Als anschauliches Beispiel nennt Fricke eine Veranstaltung des Deutschen Sportbunds, bei der zehn Männer auf dem Podium standen – alle in dunklen Anzügen, weißen Hemden und weißen Turnschuhen. Kein Farbakzent, kein Einstecktuch, nichts. Zehn Männer, die identisch aussahen. Klingt absurd? Ist aber Alltag in Frankfurt!

Der Mann ist ein träges Tier

Warum ist das so? Machhaus hat eine klare Meinung: Es ist schlicht Trägheit. Männer haben keinen Spaß daran, sich morgens chic zu machen. Früher gab es noch Modetrends, denen viele folgten. Heute regiert die Bequemlichkeit – Fast alle Männer tragen Sneakers, gut gepflegte Herrenschuhe sind eine Rarität. Dazu kommt: Es fehlen Vorbilder. Machhaus erinnert sich, wie sein Vater immer großen Wert auf Kleidung legte, alte Burberry-Sakkos, Hermès-Krawatten, den klassischen Trenchcoat – Stücke, die er selbst später weitergetragen hat. Genau das fehle heute.

Ein Blick ins Ausland macht den Unterschied deutlich: In italienischen Großstädten ist das ganz anders. Wenn der italienische Mann abends ausgeht, macht er sich chic. In Frankfurt? Nicht mal mehr abends, wie Fricke feststellt.

Sommer-Style: So geht es besser!

Gerade im Sommer treibt die Uniformität seltsame Blüten. Muscle-Shirts, Socken in Sandalen, Shorts – die Straßen von Frankfurt bieten laut Machhaus manchmal wenig schöne Bilder. Dabei muss Sommerhitze kein Modegefängnis sein! Die beiden Stilprofis haben klare Empfehlungen:

  • Leichte Oberstoffe wählen: Leinen, Baumwolle, Seide oder leichte Wolle sind perfekt für heiße Tage.
  • Die französische Arbeitsjacke ist gerade modern: Mit aufgesetzten Taschen wirkt sie lässiger als ein Standard-Sakko und bringt frischen Wind ins Outfit.
  • Farbige Akzente setzen: Ein Einstecktuch oder ein Halstuch können ein ganzes Outfit aufwerten.
  • Morgens kurz in den Spiegel schauen und sich fragen: Stelle ich etwas dar? Wenn ja, rausgehen!

Budget knapp? Vintage ist die Antwort!

Wer jetzt denkt, guter Stil kostet ein Vermögen, liegt falsch. Machhaus schwört auf Vintage und Second Hand. In den Schränken von Vätern und Großvätern steckt oft mehr Stil als in mancher neuen Kollektion. Und der Nachhaltigkeitsgedanke spielt dabei eine wachsende Rolle – laut Machhaus geht dieser Trend durch die Branche wie ein Donnerwetter. Auch Fricke betont: Er gibt wenig Geld für Mode aus. Seine Schuhe? Ganze 25 Jahre alt. Es geht um Wertschätzung der Dinge, nicht ums große Budget.

Und die Stilvorbilder der beiden? Fricke nennt Oscar Wilde, Machhaus seinen eigenen Vater. Authentizität schlägt Trend – immer.

Also, Frankfurt: Traut euch! Der Sound der Weltstadt verdient auch einen Look der Weltstadt. Mut zur Farbe, Mut zum Stil – und vielleicht mal wieder einen Blick in den Kleiderschrank von Opa. Es lohnt sich!

Quellen


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