
Frankfurt feiert am Mainufer: Osthafen-Festival mit Handkäs-Sounds und die 25. Sommerwerft mit Pantomime und Unesco-Gütesiegel – zwei Festivals, eine Stadt…
Zehntausende Menschen am Mainufer, brütende Hitze und zwei Festivals, die kaum unterschiedlicher sein könnten – das ist Frankfurt im Hochsommer 2026! Das Osthafen-Festival und die Sommerwerft haben an diesem Wochenende die ganze Stadt an den Main gelockt. Der Sound der Weltstadt steckt eben in jedem Winkel dieser Stadt – und an diesem Wochenende ganz besonders am Ufer.
Die Lindleystraße im Osthafen hat sich in eine riesige Fressmeile verwandelt. Wer Hunger hat, wird hier garantiert fündig – und wer den Sommer mit allen Sinnen spüren will, auch. Die „kleinste Disco der Welt“ versprüht buchstäblich Abkühlung per Sprühnebel, auf den Plastikstühlen darunter lassen es sich die Frankfurter gutgehen.
Auf der Bühne der Hafen- und Marktbetriebe sorgen „Die Drei Deppe“ für beste Stimmung – mit beliebten Melodien, deren Texte fast ausnahmslos um Handkäs oder Ebbelwoi kreisen. Auf den weiteren Bühnen und Musik-Spots wird ebenfalls fleißig gecovert. Wer dem Trubel komplett entkommen will, weicht aufs Wasser aus – mit Kanu, Stand-up-Board oder Waterbike. Später sorgt sogar ein großes Löschboot für Aufsehen.
Einen kleinen Wermutstropfen gibt es allerdings: Der Toilettengang im professionellen Wagen kostet einen Euro – wer öfter muss, greift zum Zwölferticket für zehn Euro.
Ein paar Hundert Meter mainabwärts läuft alles deutlich entspannter. Die Sommerwerft feiert in diesem Jahr ihre 25. Auflage – und das mit einem klaren Profil. Statt Coverbands führt ein italienisches Ensemble ein pantomimisches Stück auf, das Akrobatenduo „A body and other objects“ kommt ebenfalls ganz ohne Worte aus. Das Beduinenzelt? Schon nachmittags voll mit Schattenuchenden.
Organisator Bernhard Bub blickt stolz auf ein Vierteljahrhundert Festivalgeschichte zurück. „Damals war hier Dead End Frankfurt, und alle zwei Stunden kam mal ein Radfahrer“, erinnert er sich. Heute zieht das Festival selbst bei kühlen Temperaturen 100.000 Besucher an – die Hitzewelle dieses Wochenende macht ihm daher keine Sorge.
Immer stärker rückt bei der Sommerwerft der Umweltaspekt in den Vordergrund. Vom 29. Juli an gibt es die Initiative „Blue Lab“, die Kultur und Umweltbildung miteinander verbinden soll – passend zum Festivalmotto „The ocean starts in Frankfurt“. Die Unesco hat das fünftägige Programm sogar mit einem Gütesiegel ausgezeichnet. Und während das Osthafen-Festival auf Konsum setzt, geht die Sommerwerft bewusst den anderen Weg: Die Komposttoiletten sind kostenlos, die Stände wurden von den eigenen Leuten entwickelt und gebaut.
Was dieses Wochenende am Main zeigt: Frankfurt lebt von seiner Vielfalt. Hier kann man innerhalb weniger Hundert Meter vom Ebbelwoi-Cover-Set zur Unesco-ausgezeichneten Umweltkultur spazieren. Genau das macht diese Stadt aus.
Und Frankfurt zeigt auch abseits von Festivals, wie Zukunft geht. Wie wir in einem früheren Beitrag berichtet haben, bringt das Mädchenbüro Milena Mädchen zwischen 12 und 16 Jahren KI-Kompetenz bei – und schult dabei Multiplikatorinnen, die ihr Wissen direkt weitergeben. Ob am Mainufer oder im Workshop: Frankfurt zeigt, wie eine lebendige, neugierige und engagierte Community aussieht.
Also – ob ihr dieses Wochenende lieber Handkäs schnappt oder Pantomime guckt: Hauptsache, ihr seid dabei! Das beste Programm im Main-Gebiet gibt’s nämlich nicht nur im Radio. 😎






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