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Spritpreisdeckel 2027: Das kommt nach dem Tankrabatt auf eure Geldbörse zu

Spritpreisdeckel 2027: Der Tankrabatt läuft aus, die Mineralölbranche lehnt den geplanten Deckel geschlossen ab. Was das für Benzin- und Dieselpreise bedeutet.

Redaktion
·
4. November 2026
Bild ist mit Hilfe von KI generiert
Zuletzt aktualisiert: vor 2 Stunden

Ende Dezember ist Schluss mit dem Tankrabatt – was kommt danach?

Frankfurt, aufgepasst: An den Zapfsäulen tut sich gerade einiges! Der seit 1. Oktober laufende Tankrabatt endet Ende Dezember 2026 – und was danach kommt, sorgt gerade für ordentlich Zoff zwischen Politik und Mineralölbranche. Die Koalition hat sich eigentlich schon darauf verständigt: Spätestens zum 1. Januar 2027 soll ein Spritpreisdeckel kommen. Das Wirtschaftsministerium von Katherina Reiche (CDU) hat dafür erste Eckpunkte vorgelegt. Nur: Die Branche will davon nichts wissen.

Was der Spritpreisdeckel eigentlich bedeuten soll

Ein Spritpreisdeckel ist im Grunde eine staatlich festgelegte Obergrenze für Benzin und Diesel. Als Vorbild dienen Luxemburg und Belgien, wo ein sogenanntes dynamisches Marktmodell läuft. Laut ADAC-Angaben würde eine staatliche Stelle regelmäßig anhand einer mit der Mineralölwirtschaft verhandelten Formel den erlaubten Höchstpreis berechnen – kein starrer Fixpreis, sondern eine variable Grenze.

Greifen soll der Deckel aber nicht sofort bei jedem Preisausschlag. Laut dem Gesetzentwurf braucht es eine Preissteigerung, die über drei Wochen am Stück deutlich über dem europäischen Durchschnitt liegt – in Medienberichten ist von 5 Prozent die Rede. Die Höchstpreisregelung selbst soll dann maximal drei Monate gelten, mit der Möglichkeit, sie bei Gefährdung der Versorgungssicherheit auszusetzen. Und: Die Bundesländer sollen abweichende Höchstpreise festlegen dürfen, weil sich Beschaffungs- und Transportkosten regional stark unterscheiden.

Tankstellenverband warnt vor „Bürokratiemonster“

Der Bundesverband Freier Tankstellen und Unabhängiger Deutscher Mineralölhändler (bft) lehnt den Entwurf rundweg ab. bft-Hauptgeschäftsführer Daniel Kaddik kritisierte laut einer Pressemitteilung, der Gesetzentwurf zeige selbst, warum ein staatlicher Preisdeckel nicht funktioniere. Seine Begründung: Die Tankstelle sei nur das letzte Glied der Lieferkette und könne Weltmarktpreise oder internationale Transportkosten gar nicht beeinflussen. Besonders hart treffe das freie mittelständische Tankstellen, die Kraftstoffe auf eigene Rechnung einkaufen und Preis-, Mengen- und Absatzrisiken selbst tragen – anders als große, vertikal integrierte Konzerne.

Auch CSU-Chef Markus Söder forderte Ende September eine grundlegende Reform der deutschen Energiesteuern und sprach sich dafür aus, über CO2-Bepreisung und Preisregeln zu diskutieren, die Energie in Deutschland teurer machen.

Komplette Branche stellt sich quer

Wie das Portal Blaues Echo berichtet, haben gleich vier Mineralöl- und Tankstellenverbände in einem Schreiben vom 21. Oktober jede Form eines Deckels abgelehnt – egal ob freiwillig oder gesetzlich, egal ob regional oder bundesweit. Die Begründung: Eine Abstimmung zwischen Verbänden und konkurrierenden Unternehmen über einen freiwilligen Deckel könnte als unzulässige Preisabsprache gewertet werden. Wörtlich heißt es laut dem Bericht: Es gebe kein Modell für einen Preisdeckel, das für den deutschen Kraftstoffmarkt geeignet erscheine.

Auch das Bundeskartellamt äußerte sich skeptisch. Kartellamtspräsident Andreas Mundt bezeichnete einen staatlichen Preisdeckel laut Blaues Echo als komplexen Eingriff in den Markt: Liege der Höchstpreis zu hoch, könne er selbst zum Orientierungspunkt für alle Anbieter werden. Liege er zu niedrig, drohten Fehlanreize bis hin zu Versorgungsproblemen.

Was der Tankrabatt bisher wirklich gebracht hat

Und wie sieht es mit dem aktuellen Tankrabatt aus? Laut Bundesregierung ergibt sich durch die bis Jahresende reduzierte Energiesteuer inklusive Mehrwertsteuer eine rechnerische Entlastung von 17 Cent pro Liter. Ob davon wirklich alles bei euch ankommt, ist aber umstritten. Nach Angaben des DIW Berlin kamen bis Mitte Oktober nur 61 bis 67 Prozent der Steuersenkung tatsächlich an der Zapfsäule an. Das ifo Institut kam für einen späteren Zeitraum Ende Oktober zu einem freundlicheren Bild: Bei Benzin sei die Weitergabe nahezu vollständig erfolgt, bei Diesel habe aber weiterhin eine Lücke von rund 3 Cent bestanden.

Für den Staat ist die Rechnung derweil eindeutig: Der Tankrabatt kostet laut Blaues Echo rund 2,5 Milliarden Euro, wovon die Länder 1,25 Milliarden Euro tragen. Gleichzeitig vermeldeten Ölkonzerne wie Shell und TotalEnergies laut Reuters im dritten Quartal ihre besten Ergebnisse seit 2022, mit nahezu vervierfachten Raffineriemargen.

Wie geht’s jetzt weiter?

Der Gesetzentwurf für den Spritpreisdeckel befindet sich aktuell noch in der sogenannten Frühkoordinierung – es kann sich also noch einiges ändern. Fest steht nur: Er soll lückenlos an den Tankrabatt anschließen, sobald der Ende Dezember ausläuft. Ob und wie stark Benzin und Diesel 2027 teurer werden, hängt also maßgeblich davon ab, ob sich Politik und Branche noch einig werden. Wir von Radio Frankfurt bleiben für euch dran und halten euch auf dem Laufenden, was sich an den Zapfsäulen im Rhein-Main-Gebiet tut. Das beste Programm im Main-Gebiet gibt’s natürlich weiterhin bei uns – jetzt reinhören!

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